Darum will die SPD alle "einsatzbereiten" Menschen in Bayern erfassen

Wie muss sich der Freistaat aufstellen, um auf mögliche Krisen oder Katastrophen vorbereitet zu sein? Die SPD im Landtag hat klare Vorstellungen, was passieren muss. Es geht dabei um jeden Einzelnen.
AZ/dpa |
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Für einen funktionierenden Katastrophenschutz fordert die SPD im bayerischen Landtag auch den Ausbau des Sirenen-Warnsystems. (Illustration)
Für einen funktionierenden Katastrophenschutz fordert die SPD im bayerischen Landtag auch den Ausbau des Sirenen-Warnsystems. (Illustration) © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

München/Bad Aibling - Zur besseren Vorbereitung Bayerns auf mögliche militärische Krisen oder Katastrophenlagen fordert die SPD im Landtag die zentrale Erfassung aller einsatzbereiten Menschen im Freistaat. Dies geht aus dem Entwurf eines Positionspapiers der Fraktion hervor, der bei der Klausur der Landtagsabgeordneten in der kommenden Woche beschlossen werden soll. Mit der Erfassung der "konkret einsatzbereiten" Personen für den Spannungs-, Verteidigung- oder Katastrophenfall sollten auch Doppelnennungen mehrfach engagierter Menschen ausgeschlossen werden.

Das fünfseitige Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur in München vor. Die Klausur der SPD findet von Dienstag bis Donnerstag in Bad Aibling statt. Erwartet werden hier unter anderem Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch und Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Müssen uns vorbereiten, auch wenn es unangenehm ist

"Sicherheit für die Menschen in Bayern ist kein Nice-to-have, sondern eine absolute Notwendigkeit – eine Kernaufgabe des Staates", sagte Fraktionschef Holger Grießhammer der Deutschen Presse-Agentur. "Wir dürfen nicht naiv sein oder gar die Realität bewusst ausblenden: Wir leben in unruhigen Zeiten und müssen uns mit klarem Blick auf Gefahren vorbereiten – auch wenn es unangenehm und teuer ist." Bayern müsse wegen der aggressiven Haltung Russlands verteidigungsfähig sein. Gleichzeitig bestehe die Gefahr von Terrorattacken oder immer heftigeren Naturkatastrophen. 

"Sicherheit darf nicht vom Zufall, vom Wohnort oder der sozialen Lage abhängig sein – sie muss für alle gewährleistet sein", erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Christiane Feichtmeier. "Wir wollen ein Bayern, das auf alle Eventualitäten bestmöglich vorbereitet ist. Bisher sind wir das leider noch nicht: Der Aufbau unserer Strukturen für den Spannungs- und Verteidigungsfall steckt in den Kinderschuhen."

Mehr Schutzräume, mehr Sirenen, mehr Drohnen 

Das SPD-Papier fordert darüber hinaus eine Verstärkung der Bundeswehr und den Ausbau von Übungsplätzen und Materialdepots. Zudem müsse die Zusammenarbeit der Armee mit zivilen Organisationen gestärkt, das Sirenen-Warnsystem sowie die Drohnen-Abwehr ausgebaut und in jedem Regierungsbezirk ein überregionales Materiallager errichtet werden. Für die Bevölkerung brauche es auch funktionstüchtige Schutzräume. Ausdrücklich erwähnt das Papier zur Begründung auch die wachsende Gefahr durch Angriffe auf die kritische Infrastruktur wie kürzlich auf das Stromnetz in Berlin oder auf Wasserwerke und Verkehrsknotenpunkte.

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  • Dugi vor 8 Minuten / Bewertung:

    Toll. Gab es mal alles, hat man dann abgebaut, weil wir von Freunden umgeben waren.

    Aber genau aus dem Grund braucht es auch eine Dienstpflicht für Männer und Frauen. Denn die Leute müssen nicht nur bereit sein, sich einzusetzen, sie müssen auch die Fähigkeiten dazu haben. Und das lernt man am besten, wenn man mal 1 Jahr Dienst tut bei Bundeswehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, etc.

    Und ein besserer Schutz von kritischer Infrastruktur kann auch erreicht werden, wenn man auf mehr Dezentralisierung setzt. Mehr dezentraler Strom durch flächendeckende Solaranlagen. Mehr Unabhängigkeit von zentraler Wärmeversorgung durch dezentrale Wärmepumen. Sicherheit von IT-Daten durch dezentrale Speicherlösungen. Da könnte man so einiges machen.

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  • Der Münchner vor einer Stunde / Bewertung:

    Einsatzbereite Menschen- gibt es die in Bayern?

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