Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für die Front startet

In der Ukraine leidet die Drohnenproduktion unter russischen Angriffen. Nun übernimmt erstmals ein deutsch-ukrainisches Gemeinschaftsunternehmen die Massenfertigung.
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Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für den Krieg gegen Russland startet: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius die erste Drohne des Unternehmens QFI entgegen.
Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für den Krieg gegen Russland startet: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius die erste Drohne des Unternehmens QFI entgegen. © Sven Hoppe/dpa
München

Ein erstes gemeinsames deutsch-ukrainisches Rüstungsunternehmen will bis Jahresende mindestens 10.000 Drohnen für die gegen die russische Invasion kämpfenden Streitkräfte der Ukraine liefern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz eine frisch produzierte Drohne aus der in Süddeutschland gelegenen Anlage entgegen - die Örtlichkeit soll geheim bleiben. 

"Wir unterstützen damit die Ukraine in ihrem Kampf", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der kurzen Zeremonie. "Wir profitieren aber auch selbst." Weitere gemeinsame Rüstungsprojekte von Nato-Ländern mit der Ukraine werden folgen.

Höhere Produktionszahlen weit entfernt von der Front 

Das neue Unternehmen heißt Quantum Frontline Industries. Der bayerische Hersteller Quantum Systems liefert seit 2022 Aufklärungsdrohnen an die Ukraine, derzeit sind nach Firmenangeben 1.500 der unbemannten Kleinflugzeuge im Einsatz. Das Joint Venture fertigt nun in Lizenz die "Linza" genannten Drohnen des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics. Da die Rüstungsindustrie der Ukraine unter den russischen Angriffen leidet, soll die Auslagerung nach Deutschland höhere Produktionszahlen möglich machen.

"Linza" ist keine Waffe, kann aber als solche eingesetzt werden. Die Transportdrohne kann bis zu zwei Kilogramm schwere Lasten tragen, einschließlich Bomben und Granaten. Im nächsten Jahr soll die Produktion ausgeweitet werden. "Nach oben gibt es keine wirklichen Begrenzungen am Ende, außer den Kapazitäten der Firma", sagte Pistorius. Das Vorhaben sei in "Lichtgeschwindigkeit" umgesetzt worden. Selenskyj dankte der Bundesregierung für die Unterstützung. "Unsere Leute werden Wissen, Technologie und Ausbildung teilen", sagte der ukrainische Präsident.

Weitere Gemeinschaftsunternehmen vor dem Start

Auch bei den weiteren Gemeinschaftsunternehmen spielt die Drohnenproduktion eine große Rolle. So will der Softwarehersteller Auterion - mit Doppelsitz in den USA und München - gemeinsam mit dem ukrainischen Unternehmen Airlogix ebenfalls Tausende "UAV" (unmanned aerial vehicle) produzieren.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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