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Corona-Lockerungen: Diese Regeln gelten seit Montag 8.3. im Lockdown in Bayern

Auch in Bayern gibt es seit dem heutigen Montag (8. März) Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Einschränkungen wird es jedoch auch weiterhin geben. Die AZ erklärt, was erlaubt ist und was nicht.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (M., CDU), Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin bei der Pressekonferenz nach Bund-Länder-Gipfel am 3. März.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M., CDU), Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin bei der Pressekonferenz nach Bund-Länder-Gipfel am 3. März. © dpa/Markus Schreiber (AP POOL)

Hinweis der Redaktion: Dieser Text hat den Stand der am 3. März von Bund und Ländern beschlossenen Verlängerung der Corona-Maßnahmen sowie der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 5. März.


Diese Lockdown-Regeln gelten seit 8. März in Bayern

Der Lockdown in Deutschland wird vorerst bis zum 28. März verlängert, darauf haben sich Bund und Länder bei der Konferenz am 3. März geeinigt. Einen Tag später kam das bayerische Kabinett wegen des neuen Corona-Fahrplans zusammen. Das Ergebnis: Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz werden weitestgehend direkt übernommen und auf den Freistaat übertragen.

Auch in Bayern ist es am Montag (8. März) also zu Lockerungen unter anderem bei Kontakten, Einzelhandel und Kultur kommen – je nach Inzidenzwert im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt mit bestimmten Einschränkungen.

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Ausgangsperre und Ausggangsbeschränkung in Bayern aufgehoben

Die bayernweite nächtliche Ausgangssperre wurde mittlerweile aufgehoben. Lediglich in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 gibt es weiterhin eine nächtliche Ausgangssperre, dann allerdings nur noch von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Zuvor galt die Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. Auch die allgemeine Ausgangsbeschränkung ("triftiger Grund") entfiel am Montag, den 8.3.

Was ist noch erlaubt und was nicht? Die AZ klärt die wichtigsten Fragen zu den neuen Corona-Maßnahmen.

Inhalt:
Arztbesuche, Einkäufe, Dienstleistungen, Aufenthalt
Familie, Freunde, Hausstand und Nachbarn
Weihnachten und Silvester
Sportliche Betätigung und Freizeit
Arbeit und Homeoffice
Durchsetzung und Verstöße

Arztbesuche, Einkäufe, Dienstleistungen, Aufenthalt

Darf ich weiter einkaufen gehen?

Ja. Versorgungsgänge und Einkäufe waren schon vor Inkrafttreten des neuen Öffnungsplans ein triftiger Grund, um die Wohnung zu verlassen. Seit 8. März darf nun auch der restliche Einzelhandel mit einem bestehenden Hygienekonzept wieder öffnen – vorausgesetzt, die Inzidenz liegt "stabil" unter 50. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen die Geschäfte auch öffnen, dann allerdings mit Einschränkungen. Unter anderem muss der Kunde dann zuvor einen Termin buchen ("Click & meet"), für einen vorher festgelegten Zeitraum darf er sich dann in den Ladenräumen aufhalten.

Auf diese fünf Lockerungsstufen haben sich Bund und Länder geeinigt.
Auf diese fünf Lockerungsstufen haben sich Bund und Länder geeinigt. © Bundesregierung

Seit 18. Januar sind beim Einkaufen und im ÖPNV in Bayern nur noch FFP2-Masken erlaubt. Am 19. Januar beschlossen Bund und Länder auch deutschlandweit eine Verschärfung der Maskenpflicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden.

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Ich muss zum Arzt, aber habe keinen Termin, weil die Telefone überlastet sind. Darf ich raus?

Ja, Arztbesuche waren schon vorher erlaubt und bleiben es auch mit den neuen Maßnahmen. Bitte klären Sie aber vorher mit dem Arzt auf anderem Weg, zum Beispiel per E-Mail, ab, ob ein persönlicher Besuch überhaupt nötig ist.

Dürfen Handwerker zu mir kommen?

Berufliche Tätigkeit ist erlaubt. Wenn zu Hause ein Notfall vorliegt, zum Beispiel ein Wasserschaden, Heizungsausfall, eine kaputte Toilette, dann darf ein Handwerker kommen. Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wo möglich, ist ein Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten.

Darf meine Putzfrau in meine Wohnung zum Arbeiten kommen?

Berufliche Tätigkeit ist weiterhin erlaubt. Trotz dieser Erlaubnis sollten aber andere Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, nur in die Wohnung gelassen werden, wenn dies notwendig ist. Generell gilt: Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wo möglich, ist der Mindestabstand einzuhalten.

Darf ich einen Umzug durchführen? 

Jeder ist angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Der Abschluss eines Mietvertrags und eine Wohnungsübergabe sind nicht explizit verboten. Die bekannten Hygieneregeln sollten unbedingt eingehalten werden. Ein Umzugsunternehmen darf den Umzug durchführen, denn berufliche Tätigkeiten sind erlaubt. 

Familie, Freunde, Hausstand und Nachbarn: Darf ich weiter Freunde und Bekannte treffen?

Die Kontaktbeschränkungen wurden am 8. März gelockert: Ein Haushalt darf sich nun mit einem weiteren Haushalt treffen, jedoch darf die Personenzahl von fünf nicht überschritten werden. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer "stabilen" Inzidenz von unter 35 darf sich ein Haushalt mit zwei weiteren Treffen, die Personenzahl ist dabei auf zehn begrenzt. Kinder bis 14 Jahre sind von den Regelungen jeweils ausgenommen.

In Corona-Hotspots (Inzidenz über 100) bleibt es bei den Kontaktbeschränkungen, die bis zum 7. März galten: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen. Das gilt auch für Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 ansteigt.

Darf ich meine Verwandten in Pflege- und Altersheimen besuchen?

Ja, einige der bisherigen Einschränkungen fallen auch weg. "Dank der deutlich fortgeschrittenen Impfungen in Alten- und Pflegeheimen können in Heimen mit hoher Durchimpfungsrate wieder mehr soziale Kontakte ermöglicht werden", schreibt die bayerische Staatsregierung in ihrem Bericht aus der Kabinettssitzung vom 4. März.

Jedoch gibt es weiterhin einige Dinge zu beachten: So müssen Besucher eine FFP2-Maske tragen, zudem ist ein aktueller negativer Corona-Test nötig. Ein Antigen-Schnelltest darf höchstens 48 Stunden alt sein, ein PCR-Test darf nicht länger als drei Tage zurückliegen.

Welche zusätzlichen Regeln gelten für Hotspots?

In Corona-Hotspots (Inzidenz von über 100) gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Allerdings nur noch von 22 Uhr bis 5 Uhr.  Das Verlassen der eigenen Wohnung ist während dieser Zeit nur aus folgenden Gründen zulässig:

  • die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten
  • medizinische und veterinärmedizinische Notfälle
  • die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts
  • die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen
  • die Begleitung Sterbender
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren
  • ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen

Sportliche Betätigung und Freizeit

Sport ist alleine, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand sowie einer maximalen Anzahl von fünf Personen erlaubt.
Sport ist alleine, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand sowie einer maximalen Anzahl von fünf Personen erlaubt. © Bernd Thissen/dpa

Darf ich noch Fahrradfahren, im Park joggen oder spazieren gehen? 

Ja. Sport und Bewegung an der frischen Luft, alleine, mit dem eigenen Hausstand und einem weiteren sind erlaubt.

Auch der Sport ist im neuen Öffnungsplan enthalten. So ist seit dem 8. März kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (max. zehn Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, möglich. Voraussetzung dabei: Die Inzidenz liegt unter 50. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 ist Individualsport von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten möglich.

Frühestens ab dem 22. März ist dann kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich möglich – aber nur, wenn die Inzidenz unter 50 liegen sollte. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 ist kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich möglich. Voraussetzung dabei: Alle Teilnehmer verfügen über einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest.

Darf ich in die Kirche oder Moschee?

Gottesdienste bleiben auch weiterhin erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt ist. In Bayern ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht, Singen ist verboten. Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmern müssen in der Regel spätestens zwei Werktage vorher beim Ordnungsamt angezeigt werden

Arbeit und Homeoffice

Homeoffice sollte ermöglicht werden, wo es in Betracht kommt.
Homeoffice sollte ermöglicht werden, wo es in Betracht kommt. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Muss ich zur Arbeit? Ich habe dort Kontakt mit vielen Menschen

 Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Das haben Bund und Länder am 19. Januar beschlossen. Dort, wo die Anwesenheit der Mitarbeiter notwendig ist, sollen Arbeitgeber weitgehende Schutzmaßnahmen umsetzen müssen. Das Bundesarbeitsministerium soll dazu eine Verordnung erlassen.

Durch mehr Homeoffice würden Kontakte am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit reduziert, so die Argumentation. Im Beschlusspapier werden die Beschäftigten zudem gebeten, das Angebot auch zu nutzen. Die Regelung wurde am 3. März bis zum 30. April verlängert.

Müssen ich oder mein Kind in die Schule?

Auch bei den Schulen gibt es ab 15. März weitere Lockerungen: Hier gilt - je nach Infektionsgeschehen - der Grundsatz: "Vom Wechsel- in den Präsenzunterricht bzw. vom Distanz- in den Wechselunterricht".

In Bayern waren neben Gymnasiums-, BOS- und FOS-Abschlussklassen seit dem 22. Februar auch Grundschulklassen und Abschlussklassen der Real- und Mittelschulen an die Schulen zurückgekehrt – aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas öffneten am 22. Februar wieder im eingeschränkten Regelbetrieb.

Ab 15. März kehren auch alle Grundschulklassen in den Präsenzunterricht zurück – vorausgesetzt, die Inzidenz liegt unter 50. Bei einer Inzidenz von unter 100 findet an allen anderen Schularten in allen Jahrgangsstufen Wechselunterricht statt. Das gilt auch für Grundschulen, die sich in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von über 50 befinden. Bei einer Inzidenz von über 100 findet mit Ausnahme der Abschlussklassen nur Distanzunterricht statt.

In Kinderbetreuungseinrichtungen und in Kindertagespflegestellen gilt in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen: Bei einer Inzidenz unter 50 erfolgt Regelbetrieb, zwischen 50 und 100 eingeschränkter Regelbetrieb und über 100 Notbetreuung.


Die Staatsregierung aktualisiert die Fragen und Antworten auch online unter der Adresse: http://q.bayern.de/faq-corona

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