Update

Corona-Lockerungen: Diese Regeln gelten aktuell im Lockdown in Bayern

In Bayern gelten weiterhin weitreichende Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus, nun gibt es jedoch einige Lockerungen. Die AZ erklärt, was erlaubt ist und was nicht.
| AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
14  Kommentare Artikel empfehlen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M., CDU), Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin bei der Pressekonferenz nach Bund-Länder-Gipfel am 3. März.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M., CDU), Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin bei der Pressekonferenz nach Bund-Länder-Gipfel am 3. März. © dpa/Markus Schreiber (AP POOL)

Hinweis der Redaktion: Zur Bekämpfung des Coronavirus gilt seit dem 16. Dezember 2020 ein "harter" Lockdown mit strengen Regeln in Bayern. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist damit wie im Frühjahr nur bei Vorliegen triftiger Gründe möglich. Am 3. März 2021 haben sich Bund und Länder auf eine erneute Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März geeinigt, die bisherigen Regeln sollen jedoch ab sofort in einem stufenweisen Öffnungsplan, je nach der landesspezifischen bzw. regionalen Sieben-Tage-Inzidenz, gelockert werden können. Es wurde auch eine "Notbremse" beschlossen, mit deren Hilfe bei ansteigenden Infektionszahlen eine Aufhebung der jeweiligen Lockerungen möglich ist. Alles Infos dazu und die fünf Öffnungsschritte im Überblick finden Sie in diesem Artikel.


Diese Lockdown-Regeln gelten aktuell in Bayern

In Bayern dürfen, gemäß dem ersten Öffnungsschritt im am 3. März beschlossenen, fünfstufigen Öffnungsplan, seit dem 1. März wieder Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen. Auch Friseure sowie Einrichtungen anderer körpernaher Dienstleistungen (z.B. Fußpflege) dürfen seit 1. März wieder öffnen.

Ausgangsperre in Bayern aufgehoben

Die bayernweite nächtliche Ausgangssperre wurde mittlerweile aufgehoben. Am 11. Februar gab Söder bekannt, dass die Ausgangsperre zum Ende der Woche (14. Februar) auslaufen wird. Lediglich in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 soll es weiterhin nächtliche Ausgangssperren geben, dann allerdings nur noch von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Zuvor galt die Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr.

Lesen Sie auch

Inhalt:
Arztbesuche, Einkäufe, Dienstleistungen, Aufenthalt
Familie, Freunde, Hausstand und Nachbarn
Weihnachten und Silvester
Sportliche Betätigung und Freizeit
Arbeit und Homeoffice
Durchsetzung und Verstöße

Arztbesuche, Einkäufe, Dienstleistungen, Aufenthalt

Darf ich weiter einkaufen gehen? 

Ja. Versorgungsgänge und Einkäufe bleiben erlaubt –jedoch haben mittlerweile nicht mehr alle Geschäfte geöffnet. In den noch geöffneten Läden gelten strenge Regeln – insbesondere mit Blick auf die Einhaltung des Mindestabstands, der Zahl der zulässigen Kunden pro zehn bzw. 20 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie der Maskenpflicht.

Seit 18. Januar sind beim Einkaufen und im ÖPNV in Bayern nur noch FFP2-Masken erlaubt. Am 19. Januar beschlossen Bund und Länder auch deutschlandweit eine Verschärfung der Maskenpflicht. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden.  Laut Beschluss von Bund und Ländern soll eine Öffnung des Einzelhandels erst ab einer Inzidenz von 35 folgen. 

Lesen Sie auch

Ich muss zum Arzt, aber habe keinen Termin, weil die Telefone überlastet sind. Darf ich raus?

Arztbesuche bleiben erlaubt. Bitte klären Sie aber vorher mit dem Arzt auf anderem Weg, zum Beispiel per E-Mail, ab, ob ein persönlicher Besuch überhaupt nötig ist.

Dürfen Handwerker zu mir kommen?

Berufliche Tätigkeit ist erlaubt. Wenn zu Hause ein Notfall vorliegt, zum Beispiel ein Wasserschaden, Heizungsausfall, eine kaputte Toilette, dann darf ein Handwerker kommen. Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wo möglich, ist ein Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten.

Darf meine Putzfrau in meine Wohnung zum Arbeiten kommen?

Berufliche Tätigkeit ist weiterhin erlaubt. Trotz dieser Erlaubnis sollten aber andere Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, nur in die Wohnung gelassen werden, wenn dies notwendig ist. Generell gilt: Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Wo möglich, ist der Mindestabstand einzuhalten.

Darf ich einen Umzug durchführen? 

Jeder ist angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Der Abschluss eines Mietvertrags und eine Wohnungsübergabe sind nicht explizit verboten. Die bekannten Hygieneregeln sollten unbedingt eingehalten werden. Ein Umzugsunternehmen darf den Umzug durchführen, denn berufliche Tätigkeiten sind erlaubt. 

Familie, Freunde, Hausstand und Nachbarn: Darf ich weiter Freunde und Bekannte treffen?

Statt wie bisher nur mit einer Person werden außerdem schon ab 8. März private Treffen von zwei Haushalten mit maximal fünf Personen möglich sein. Kinder bis 14 Jahre werden dabei wie bisher nicht mitgezählt. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 neuen Infektionen pro Woche können es auch Treffen des eigenen Haushalts mit zwei weiteren Haushalten mit zusammen maximal zehn Personen sein. Zu Ostern soll es keine Ausnahmeregelungen geben.

Darf ich meine Verwandten in Pflege- und Altersheimen besuchen?

 Ja, mit Einschränkungen. Für Altenheime und Seniorenresidenzen, Pflege- und Behinderteneinrichtungen gilt:

  • Jeder Bewohner darf höchstens einen Besucher pro Tag empfangen.
  • Als Besucher wird nur zugelassen, wer einen aktuellen negativen Corona-Test nachweisen kann (insbesondere Schnelltests). Ein Antigen-Schnelltest darf höchstens 48 Stunden alt sein, ein PCR-Test darf nicht länger als drei Tage zurückliegen.
  • Das Betreten der Einrichtungen durch Besucher ist nur mit einer FFP2-Maske erlaubt.
  • Alle Beschäftigten der Einrichtungen haben sich in regelmäßigen Abständen, mindestens zweimal wöchentlich, einem Corona-Test zu unterziehen.

Welche zusätzlichen Regeln gelten für Hotspots?

In Corona-Hotspots (Inzidenz von über 100) gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Allerdings nur noch von 22 Uhr bis 5 Uhr.  Das Verlassen der eigenen Wohnung ist während dieser Zeit nur aus folgenden Gründen zulässig:

  • die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten
  • medizinische und veterinärmedizinische Notfälle
  • die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts
  • die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen
  • die Begleitung Sterbender
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren
  • ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen

Sportliche Betätigung und Freizeit

Sport ist alleine, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand sowie einer maximalen Anzahl von fünf Personen erlaubt.
Sport ist alleine, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand sowie einer maximalen Anzahl von fünf Personen erlaubt. © Bernd Thissen/dpa

Darf ich noch Fahrradfahren, im Park joggen oder spazieren gehen? 

Ja. Sport und Bewegung an der frischen Luft, alleine, mit dem eigenen Hausstand und mit einer Person aus einem weiteren Hausstand bleiben erlaubt. Die vorherige Fünf-Personen-Regel wurde verschärft und gilt nicht mehr.

Darf ich in die Kirche oder Moschee?

Gottesdienste bleiben erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt ist. In Bayern ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht, Singen ist verboten. Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmern müssen in der Regel spätestens zwei Werktage vorher beim Ordnungsamt angezeigt werden

Arbeit und Homeoffice

Homeoffice sollte ermöglicht werden, wo es in Betracht kommt.
Homeoffice sollte ermöglicht werden, wo es in Betracht kommt. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Muss ich zur Arbeit? Ich habe dort Kontakt mit vielen Menschen

 Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Das haben Bund und Länder am 19. Januar 2021 beschlossen. Dort, wo die Anwesenheit der Mitarbeiter notwendig ist, sollen Arbeitgeber weitgehende Schutzmaßnahmen umsetzen müssen. Das Bundesarbeitsministerium soll dazu eine Verordnung erlassen. Durch mehr Homeoffice würden Kontakte am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit reduziert, so die Argumentation. Im Beschlusspapier werden die Beschäftigten zudem gebeten, das Angebot auch zu nutzen. Die Regelung wurde am 3. März bis zum 30. April verlängert.

Müssen ich oder mein Kind in die Schule? 

Die Schulen in Bayern sind seit 16. Dezember 2020 geschlossen, auch sonstige Schulveranstaltungen finden nicht statt. Regelungen zur Notbetreuung und zu Angeboten des Distanzlernens werden vom zuständigen Staatsministerium erlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs vereinbarten bei ihrer Videokonferenz am 10. Februar, dass über eine Öffnung der Schulen und Kitas die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit selbst entscheiden. 

In Bayern sollen neben Gymnasiums-, BOS- und FOS-Abschlussklassen ab dem 22. Februar auch Grundschulklassen und Abschlussklassen der Real- und Mittelschulen an die Schulen zurückkehren - aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas sollen an diesem Termin wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 11. Februar nach einer Videoschalte des Kabinetts in München an.

Durchsetzung und Verstöße

Polizeistreifen werden während der Ausgangsbeschränkungen verstärkt.
Polizeistreifen werden während der Ausgangsbeschränkungen verstärkt. © Sven Hoppe/dpa

Wie wird das Verbot durchgesetzt?

Die Polizei ist angehalten, die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren. Passierscheine sind allerdings nicht verpflichtend vorgesehen. Die triftigen Gründe, die zum Verlassen der Wohnung berechtigen, sind bei Kontrollen glaubhaft zu machen.

Wer setzt die Ausgangssperre durch?

Die Polizei kontrolliert laut Staatsregierung stichprobenartig Personen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. Im Falle einer Kontrolle sind die triftigen Gründe durch den Betroffenen glaubhaft zu machen.

Wie viele Polizisten werden eingesetzt? Erfolgt Unterstützung durch Hundertschaften der Bereitschaftspolizei?

Die normalen Polizeikräfte werden durch zusätzliche Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei verstärkt.

Was passiert bei Verstößen?

Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Es können Geldbußen von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.

Kann ich bei einem Verstoß verhaftet werden?

Ja. Nach Paragraf 74 des Infektionsschutzgesetzes können bei einem vorsätzlichen Verstoß bis zu fünf Jahre Haft verhängt werden, wenn dadurch zum Beispiel jemand angesteckt wird.


Die Staatsregierung aktualisiert die Fragen und Antworten auch online unter der Adresse: http://q.bayern.de/faq-corona

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 14  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
14 Kommentare
Artikel kommentieren