Bündnis will Radfahren sicherer machen

In Nürnberg Rad zu fahren ist mitunter ein Wagnis. Mitten auf der Straße enden plötzlich manche Radwege. Das will ein Bündnis jetzt ändern. Und auch im Wahlkampf ist das Thema angekommen.
| dpa
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Ein Fahrradsymbol mit zwei wegweisenden Pfeilen ist auf dem Straßenboden zu sehen. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild
dpa Ein Fahrradsymbol mit zwei wegweisenden Pfeilen ist auf dem Straßenboden zu sehen. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

Nürnberg (dpa/lby) - Bessere Radwege, mehr Fahrradstellplätze und mehr Personal für die Verkehrsplanung - mit einem Bürgerbegehren will ein Bündnis Nürnberg fahrradfreundlicher machen. Ab Montag sammeln die Aktivisten vom Radentscheid Nürnberg 2020 dafür Unterschriften. 15 000 müssen zusammenkommen. Auch im Kommunalwahlkampf ist der Radverkehr ein wichtiges Thema.

"Wir wollen im Laufe des Sommers damit fertig werden", sagte Nicola Mögel vom Bündnis "Radentscheid", an dem unter anderem der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club, Fridays for Future Nürnberg und mehrere Parteien beteiligt sind. Der Stadtrat muss dann entscheiden, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Wenn ja, muss er über die Forderungen abstimmen. Lehnt er diese ab, kommt es zu einem Bürgerentscheid. Dann sind die Nürnbergerinnen und Nürnberger gefragt. Solche Radentscheide gab es in den vergangenen Jahren schon in mehreren deutschen Städten, zum Beispiel in München und Regensburg.

Dass Nürnberg mehr für Radfahrer tun muss, hat auch die Politik erkannt. Der Ausbau des Radverkehrs findet sich als Ziel in vielen Wahlprogrammen wieder - allerdings meist hinter den Konzepten für Auto oder öffentlichen Nahverkehr. So auch bei SPD und CSU, die mehr Sicherheit und neue Radwege versprechen. Die Grünen, die den Radentscheid unterstützen, wollen dagegen eine autofreie Innenstadt erreichen und den Anteil an Radfahrern deutlich steigern.

Bereits beschlossen hat der Stadtrat, die Ausgaben für den Radverkehr von heute drei Millionen Euro jährlich bis 2023 stufenweise auf zehn Millionen Euro zu steigern. "Das Hauptproblem ist nicht das Geld, sondern die Planungs- und Baukapazitäten", sagte Planungs- und Baureferent Daniel Ulrich. In den nächsten Jahren will die Stadt vor allem die Lücken zwischen den Radwegen schließen und mehr Fahrradstellplätze bauen.

Dem Bündnis geht das aber nicht weit und vor allem nicht schnell genug. "Der Lückenschluss reicht noch nicht", sagte Mögel. Radfahren müsse in Nürnberg auch sicherer werden. "Wir wollen Leute aufs Fahrrad bekommen, die sich das im Stadtverkehr bisher nicht zutrauen." Außerdem kritisiert das Bündnis, dass die Ausgaben für den Radverkehr im Vergleich zu den vielen Hundert Millionen Euro für Straßenbauprojekte minimal seien.

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