Bayerns Kulturschaffende setzen Zeichen für Toleranz

Kultureinrichtungen in Bayern wollen ein Zeichen gegen rechte Hetze setzten. Mit einer Erklärung wollen sie sich der bundesweiten Initiative "Die Vielen" anschließen.
| dpa
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Blick zurück: Auch in München wurde im Oktober vergangenen Jahres gegen die "Politik der Angst" demonstriert - nun legen die Kulturschaffenden nach.
Lino Mirgeler/dpa Blick zurück: Auch in München wurde im Oktober vergangenen Jahres gegen die "Politik der Angst" demonstriert - nun legen die Kulturschaffenden nach.

Nürnberg - Theater, Museen und freie Künstler aus ganz Bayern haben sich in einer Erklärung für mehr Toleranz und eine offene Gesellschaft zusammengeschlossen. Viele Kulturschaffende seien von rechter Hetze bedroht und in ihrer Arbeit behindert worden, teilten die Initiatoren am Freitag in Nürnberg mit. In ihrer Erklärung "Der Vielen" wenden sich die Unterzeichner deshalb gegen rechte Populisten, die versuchten, die Freiheit der Kunst zu beschränken.

Der Intendant des Staatstheaters Nürnberg, Jens-Daniel Herzog, sagte, die Erklärung sei eine Selbstverständlichkeit. Es sei eigentlich Konsens, dass Kunst und Kultur frei und unabhängig seien, obwohl sie vom Staat gefördert werden. Allerdings würden viele Kulturschaffende "von rechts attackiert".

Asylpolitik: Lilienthal mit scharfer kritik an der CSU

310 Kultureinrichtungen und Künstler aus ganz Bayern schlossen sich der Erklärung an - neben dem Staatstheater Nürnberg unter anderem auch die Münchner Kammerspiele mit ihrem Intendanten Matthias Lilienthal, das Staatstheater Augsburg sowie die Bayerische Staatsoper und die Akademie der Bildenden Künste München. Die Initiative "Die Vielen" war vergangenen November bundesweit gestartet, mit Erklärungen aus Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen.

Für Kammerspiele-Intendanten Lilienthal ist der Zusammenschluss eine Möglichkeit für die Kunst, den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen. Dieser werde von Gauland, Seehofer und Söder beherrscht, sagte er. In der Art, wie sie Asylpolitik betreiben, seien die AfD- und die CSU-Spitzen "vergleichbar". Lilienthal war mit der Münchner Stadtrats-CSU aneinander geraten, weil er als Kammerspiele-Chef vergangenen Sommer zu einer Demonstration in München aufgerufen hatte, die vor allem die CSU-Flüchtlingspolitik kritisierte. Die Christsozialen sahen die Neutralitätspflicht für städtische Einrichtungen verletzt und forderten "dienstaufsichtsrechtliche Maßnahmen". Konsequenzen gab es für Lilienthal, der die Kammerspiele 2020 verlässt, nicht.

Die Initiative kündigte für den 19. Mai Demonstrationen in Nürnberg und München an, als Teil einer bundesweiten Demonstration für die "Schönheit der Vielfalt".

#Ausgehetzt-Demo in München: So lief der Tag

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