Bayerns Innenminister verurteilt Al-Kuds-Marsch in Berlin

Unmittelbar vor dem geplanten Al-Kuds-Marsch in Berlin hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Kundgebungen scharf verurteilt. "Es ist abscheulich, wenn auf Deutschlands Straßen für die Vernichtung Israels demonstriert wird", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).
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Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern. Foto: Peter Kneffel/Archivbild
dpa Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern. Foto: Peter Kneffel/Archivbild

Berlin - Unmittelbar vor dem geplanten Al-Kuds-Marsch in Berlin hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Kundgebungen scharf verurteilt. "Es ist abscheulich, wenn auf Deutschlands Straßen für die Vernichtung Israels demonstriert wird", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). "Antisemitismus hat in Deutschland absolut nichts zu suchen! Dabei spielt es keine Rolle, ob von Rechtsextremisten oder - wie im Falle der Al-Kuds-Demonstrationen - von islamischen Antisemiten." Leider könnten die Al-Kuds-Demonstrationen nicht verboten werden, so Herrmann. Jedoch dürfe sich solches Gedankengut "nie wieder in Deutschland verbreiten".

Zu dem Marsch werden am Samstag (14.00 Uhr) in der Hauptstadt etwa 2000 Menschen erwartet. Ein breites Bündnis aus Parteien, Gruppen und Initiativen hat zu Gegenprotesten aufgerufen. Im vergangenen Jahr hatten 1600 Menschen an der Demonstration teilgenommen. Sie forderten ein eigenständiges Palästina und griffen Israel in Sprechchören an.

Am Al-Kuds-Tag ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert mehr zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus. "Die Vorfälle der letzten Wochen, Monate und Jahre zeigen, dass Antisemitismus ein ernstes Problem unserer Gesellschaft ist, das wir nicht akzeptieren dürfen", sagte die SPD-Politikerin dem "Tagesspiegel" (Samstag). "Für Antisemitismus, Ausgrenzung und Hetze gegen Jüdinnen und Juden darf es keinen Platz geben. Wir alle müssen antisemitischer Diskriminierung entgegentreten, laut werden gegen Antisemitismus und Jüdinnen und Juden zeigen: Wir sind da für euch, wir unterstützen euch."

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