A hoiba Preiss: Schmidbauer bekommt "Bairische Sprachwurzel"

Dialektsprechen ist eines seiner Markenzeichen: Dafür hat der Liedermacher Werner Schmidbauer in Regensburg die «Bairische Sprachwurzel» verliehen bekommen.
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Werner Schmidbauer, Fernsehmoderator, Liedermacher und Musiker. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild
dpa Werner Schmidbauer, Fernsehmoderator, Liedermacher und Musiker. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild

Regensburg (dpa/lby) - Hochdeutsch spricht er selten: Der Musiker, Liedermacher und Fernsehmoderator Werner Schmidbauer (58) ist mit der "Bairischen Sprachwurzel" ausgezeichnet worden. Der jährlich vergebene Preis geht traditionell an eine bekannte Persönlichkeit, die öffentlich an ihrem Dialekt festhält. Der Münchner Schmidbauer habe "das seltene Talent, seinen prominenten Interviewpartnern in einen dialektalen Mantel zu helfen", sagte Vorsitzender Sepp Obermeier vom Bund Bairische Sprache am Freitag in Regensburg.

Er versuche ja immer mal wieder hochdeutsch zu sprechen, sagte Schmidbauer. Jedoch weitgehend ohne Erfolg. Er verfalle schnell wieder ins Bairische. Das Schöne am Dialekt sei, dass es Worte gebe, die man im Hochdeutschen gar nicht sagen könne.

Bei seiner TV-Sendung "Gipfeltreffen" bringe Schmidbauer schon beim Aufstieg "das Dialektvermeidungseis seiner prominenten Interviewpartner" zum Schmelzen, sagte Obermeier.

Das "sympathische Einstehen" des Preisträgers für seinen Dialekt beschränke sich jedoch nicht auf die Sendung "Gipfeltreffen", so Obermeier. Vielmehr sei der Dialekt seit Jahren "sein authentisches Markenzeichen in all seinen künstlerischen Lebenslagen".

Festredner bei der "Bairischen Sprachwurzel" ist immer ein Professor, der ebenfalls Dialekt spricht. In diesem Jahr hielt Andreas Hofmeir vom Mozarteum Salzburg die Laudatio und attestierte Schmidbauer in Reimform, er sei einer, "der aufn Berg geht mit de Leid und mit vui Gfui und no mehr Zeit gar Intressantes aussakitzlt, obwoi vo Kameras bespitzlt". Dabei spreche er Dialekt, obwohl er "a hioba Preiss" sei. Üblicherweise findet die Verleihung der "Bairischen Sprachwurzel" während des Gäubodenvolksfestes in Straubing statt. Coronabedingt entfiel dieses heuer, weswegen der Preis im kleinen Kreis im Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg vergeben wurde. Dessen Direktor, Richard Loibl, ist Sprachwurzel-Preisträger 2019. Schmidbauer und der Tuba-Professor Hofmeir spielten gemeinsam zwei Stücke - wegen der Corona-Auflagen hatten die Veranstalter darauf verzichtet, für die Verleihung eigens eine Musikgruppe zu engagieren.

Die "Bairische Sprachwurzel" wird seit 2005 vergeben. Zu den früheren Preisträgern zählt Papst Benedikt XVI., der sie 2006 im Vatikan überreicht bekam. Ansonsten fand die Feier immer in Straubing statt.

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