ASB fordert „Ehrenamtscard“ in Bayern

Ehrenamtliche gelten als unerlässliche Stütze der Gesellschaft. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, schlägt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern eine „Ehrenamtscard“ im Freistaat vor.
| dpa
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Ehrenamtliche gelten als unerlässliche Stütze der Gesellschaft. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, schlägt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern eine „Ehrenamtscard“ im Freistaat vor.

Nürnberg – Als Anreiz für ein stärkeres ehrenamtliches Engagement von Bürgern fordert der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) eine „Ehrenamtscard“ in Bayern. Eine solche vom Freistaat finanzierte Karte müsse mit landesweiten Vergünstigen etwa für Busse und Bahnen und für Kulturveranstaltungen verbunden sein, schlug der bayerische ASB-Landesvorsitzende Hans-Ulrich Pfaffmann zum 100jährigen Bestehen seines Verbandes in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa vor.

„So eine Card muss dann aber auch sehr attraktiv sein“, unterstrich Pfaffmann, der zugleich sozialpolitischer Sprecher der SPD im Landtag ist. „Es genügt nicht, eine Schifffahrt auf dem Starnberger See zu ermäßigen.“ Außerdem hinaus sollte es auch steuerliche Anreize geben; ehrenamtliches Engagement sollte sich in der Zukunft auch bei der Rente niederschlagen, sagte Pfaffmann.

Denn längst gehe in vielen Bereichen ohne Ehrenamtliche gar nichts mehr. „Würden die Ehrenamtlichen wegbrechen, hätte der Staat deutlich höhere Kosten als jetzt“, warnte Pfaffmann. Auch die Arbeit des Arbeiter-Samariter-Bundes basiere fast ausschließlich auf ehrenamtlichen Kräften.

Inzwischen habe der ASB zusehends Schwierigkeiten, Menschen zu gewinnen, die sich in ihrer Freizeit sozial engagieren. Gestiegene Anforderungen und Überstunden im Beruf und die Abschaffung des Wehrersatzdienstes hätten diese Entwicklung vorangetrieben, berichtete der bayerische ASB-Chef.

Der Wohlfahrtsverband hatte am Freitagabend mit einem Staatsempfang in Nürnberg sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Als weiteres Problem von Wohlfahrtsverbänden sieht der ASB-Landesvorsitzende die Finanzierung von Sozialleistungen. Insbesondere die Sätze für ambulante und stationäre Pflege sind aus seiner Sicht zu knapp kalkuliert, um hohe Qualität und eine menschliche Versorgung zu gewährleisten.

Ferner bereitet dem ASB der Ärztemangel auf dem Land Sorgen; dort fehlten auch Mediziner, die sich am Rettungsdienst beteiligten. Der ASB Bayern ist aus sogenannten Arbeiter-Samariter-Kolonnen hervorgegangen, die im Zeitalter der Industrialisierung Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen leisteten und sich 1911 in Nürnberg bayernweit zusammenschlossen.

Seitdem hat der Verband sein Angebot zusehends verbreitert. Heute betreibt der ASB unter anderem Kindergärten und Seniorenheime, bietet Fahrdienste an sowie die Ausbildung von Schulsanitätern. Der ASB Bayern hat derzeit 2450 hauptamtliche und 1500 ehrenamtliche Mitarbeiter. In 22 Kreis- und Regionalverbänden sind 130 000 Mitglieder zusammengeschlossen.

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