Amigo-Affäre im Polizeipräsidium!

Der scheidende Polizeipräsident Gerhard Hautpmannl schanzte Spezi Herrmann Guth ein Spitzenamt zu – an seinem letzten Tag im Amt...
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Innenminister Joachim Herrmann begrüßte und verabschiedete am Montag die Ordnungshüter: Mittelfrankens Vizepräsident Walter Kimmelzwinger (l.) geht als Nachfolger von Johann Rast (2. v. l.) als Chef nach Ingolstadt. Rast wiederum ist ab heute als Nachfolger von Gerhard Hauptmannl Mittelfrankens neuer Polizeiboss.
bayernpress.com Innenminister Joachim Herrmann begrüßte und verabschiedete am Montag die Ordnungshüter: Mittelfrankens Vizepräsident Walter Kimmelzwinger (l.) geht als Nachfolger von Johann Rast (2. v. l.) als Chef nach Ingolstadt. Rast wiederum ist ab heute als Nachfolger von Gerhard Hauptmannl Mittelfrankens neuer Polizeiboss.

Der scheidende Polizeipräsident Gerhard Hautpmannl schanzte Spezi Herrmann Guth ein Spitzenamt zu – an seinem letzten Tag im Amt...

NÜRNBERG Den letzten Tag im Amt wollte Gerhard Hauptmannl (63) keiner vermiesen. Innenminister Joachim Herrmann, oberster Chef der Polizei, zeigte sich bei der Verabschiedung des Polizeipräsidenten von seiner jovialen Seite. Hinter den Kulissen sieht es allerdings etwas anders aus. Eine Personalentscheidung, die Hauptmannl quasi in letzter Minute im Alleingang traf, sorgt mächtig für Ärger.

Die hierarchischen Strukturen des Polizeiapparats sind genau festgelegt. Der Polizeipräsident wird bei Abwesenheit von seinem Vize vertreten. Ist auch der nicht da, übernimmt der Leiter des Sachgebites E2 in dieser Zeit die Führungsaufgaben. Genau das aber wollte Gerhard Hauptmannl verhindern. Er entschied, dass ab sofort der Leitende Polizeidirektor Hermann Guth die Vertretungsaufgaben wahrnimmt. Seitdem wird im Präsidium hinter vorgehaltener Hand der Begriff „Amigos“ ziemlich ungeniert verwendet.

Der übergangene Spitzenbeamte ist schwer brüskiert

Guth, der den Abschnitt „Mitte“ leitet, ist ein enger Gefolgsmann des gestern ausgeschiedenen Polizei-Präsidenten. Auf dessen Rückendeckung konnte er sich immer verlassen. So auch erst vor wenigen Monaten, als Guth in die Schusslinie geraten war. Der Polizeidirektor hatte sich in einen Ermittlungsvorgang gegen eine Dame eingeschaltet, die er gut kennt. Dies, so wurde hinterher von offizieller Seite erklärt, sei eine Privatangelegenheit gewesen, bei der seine Funktion als Führungsbeamter der Polizei keine Rolle gespielt habe. Juristisch und disziplinarrechtlich hatte der „Privateinsatz“ keine Konsequenzen. Ein „Geschmäckle“ blieb zurück.

Der übergangene Spitzenbeamte, dem Hauptmannl die Neuausrichtung des Vertretungsmodus schriftlich mitteilte, fühlt sich nach AZ-Informationen schwer brüskiert – und überlegt, ob er die einsame Entscheidung Hauptmannls mit juristischen Mitteln kippen soll. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hauptmannl eine Entscheidung auf diese Weise revidieren müsste. Ein anderer Beamter, dem Hauptmannl nicht sehr geneigt ist, musste seine Beförderung gerichtlich erzwingen.

Offen ist auch noch, wer neuer Vizepräsident wird. Im Gespräch ist Fürths Polizei-chef Roman Fertinger. Doch damit hat Hauptmannl nichts mehr zu tun. hr

Einen ausführlichen Bericht über den Wechsel an der Spitze im Präsidium lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer AZ am Dienstag, 01.02.

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