1. FC Nürnberg: Erste Klasse hat Vorfahrt

Manager Martin Bader stellt die Schuldentilgung hinten an, wenn es um den neuen Club-Kader geht. Ilkay Gündogan hat viele Verehrer – doch die müssen sich bis 2011 gedulden, mindestens. Andreas Ottl, das Bayern-Phantom
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Der eine lenkt, der andere denkt: Club-Manager Martin Bader (links) und Trainer Dieter Hecking.
JüRa/Zink Der eine lenkt, der andere denkt: Club-Manager Martin Bader (links) und Trainer Dieter Hecking.

Manager Martin Bader stellt die Schuldentilgung hinten an, wenn es um den neuen Club-Kader geht. Ilkay Gündogan hat viele Verehrer – doch die müssen sich bis 2011 gedulden, mindestens. Andreas Ottl, das Bayern-Phantom

NÜRNBERG „Sehr zufrieden“ zeigt sich Club-Trainer Dieter Hecking mit dem Stand der Vorbereitung seiner Profis nach den ersten zehn Tagen der schweißtreibenden Plackerei. Personell, also in Sachen endgültiger Kaderzusammenstellung, sind jedoch noch einige Baustellen zu beackern. Daraus macht Manager Martin Bader kein Geheimnis, spricht in der AZ über. . .

. . .das fortwährende Buhlen der Liga-Rivalen um Ilkay Gündogan:

„Die Entscheidung des Vereins lautet“, unterstreicht Bader Heckings Machtwort, obwohl er diesen Begriff „komplett gestrichen sehen“ will: „Ilkay wird bleiben! Zumindest bis 30. Juni 2011.“ Die Pole Position im Werben um den erst 19-jährigen Rohdiamanten, dessen Kontrakt bis 2012 gilt, hat sich Hoffenheim gesichert. Auch im Rennen: der HSV mit Gündogan-Mentor und Co-Trainer Michael Oenning, Wolfsburg und Leverkusen. Eine Möglichkeit, das räumt Bader ein: Einer der potenziellen Hochzeiter sichert sich schon jetzt ein Vorkaufsrecht. „Darüber gab es noch keine Diskussion. Außerdem weiß Ilkay noch gar nicht, wo er hin will. Und: Vielleicht verlängert er bei uns.“ Hmm, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

. . .die Möglichkeit, mit einem Gündogan-Transfer Schulden abzubauen:

„Wir haben uns für die sportliche Variante entschieden“, so der 42-Jährige. Trotz des Hintergrunds von 5,8 Millionen Euro Miesen, Stand Juni 2009. „Auch wenn wir bilanziell nun vielleicht in einen Bereich rutschen, den man uns in ein paar Wochen um die Ohren hauen könnte: Schuldentilgung ist sinnvoll. Ja. Aber das können wir auch über Platzierungsprämien und den neuerlichen Nichtabstieg versuchen.“ Klingt so, als wären die roten Zahlen eher gestiegen anstelle – wie von Aufsichtsrat-Sprecher Klaus Schramm vehement gefordert – gesenkt worden.

...mehr finanziellen Spielraum, sollte Angelos Charisteas die Zeichen der Zeit verstanden haben:

„Noch gibt’s nichts Konkretes“, sagt Bader nur. Charisteas, trotz 1,8 Millionen Euro Jahresgehalt ohne Perspektive bei Hecking, kann sich endlich vorstellen, „dass es besser wäre, in eine wärmere Region umzuziehen“. Sein Heimatverein Aris Saloniki (AZ berichtete) bietet dem Stürmer neben mediterranen Temperaturen ein neues sportliches Zuhause. Auch wenn es weh tut – Harry wurde einst für 2,5 Millionen Euro Ablöse geholt: Steine würde man ihn nun nicht in den Weg legen.

...die vakante Sechser-Position im Mittelfeld:

„Mit Jens Hegeler sind wir uns definitiv einig, er steigt bei uns am heutigen Dienstag ins Training ein“, hat sich für Bader die Hartnäckigkeit im Buhlen um den 22-Jährigen gelohnt. Erst zu 99 Prozent einig ist sich der Manager mit Bayer Leverkusen: „Ziel ist, Jens zwei Jahre inklusive Kaufoption auszuleihen.“ Und was ist mit Andreas Ottl? Heckings Top-Kandidat, zuletzt von den Bayern ausgeliehen, pokert immer noch – trotz gegenteiliger Aussagen beim Rekordmeister. Dort besitzt der 25-Jährige laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge keine Zukunft.

Bader verrät: „Unser Trainer steht in Kontakt mit Andi. Er hat ihm aber auch mitgeteilt, dass wir unsere Gedanken anderweitig intensivieren. Vielleicht ergibt sich in einer, oder erst in fünf bis sieben Wochen, eine Geschichte, die wir uns auch vorstellen können.“ Irgendwie, das wollen sie am Valznerweiher natürlich nicht hören – läuft dem Club langsam die Zeit davon. Ottl bleibt eine Art Phantom.

. . .das einzig wahre Phantom, Marek Mintal:

„Dass er gehen will, ist totaler Humbug“, behauptet Bader. „Wir haben alles mit ihm besprochen.“ Dass er bei Hecking natürlich seine Chance bekommt. Aber: Marek will spielen. Darf er’s nicht, ist er weg. Früher oder später. Wetten? Markus Löser

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