Nächste Runde im Flughafen-Streit

Ab dem 8. Juni werden 4863 Einwendungen gegen die Nordspange erörtert. Es geht um den Erhalt des Grundwassers
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Der Autoverkehr zum Flughafen soll künftig durch einen Tunnel unter der Rollbahn (im Hintergrund) zur Autobahn geführt werden. Doch das Projekt ist umstritten.
Airport Nbg Der Autoverkehr zum Flughafen soll künftig durch einen Tunnel unter der Rollbahn (im Hintergrund) zur Autobahn geführt werden. Doch das Projekt ist umstritten.

Ab dem 8. Juni werden 4863 Einwendungen gegen die Nordspange erörtert. Es geht um den Erhalt des Grundwassers

NÜRNBERG Der Konflikt um die Nordspange geht in die nächste Runde. Ab 8. Juni stehen die Pläne für die direkte Anbindung des Flughafens an die Autobahn erneut auf dem Prüfstand. 4863 Einwendungen gegen das auf 60 Millionen Euro geschätzte Projekt werden beim Erörterungstermin in der Meistersingerhalle behandelt. Es geht dabei um die Auswirkungen des geplanten Tunnels unter der Rollbahn auf das Grundwasser in Buchenbühl, im Reichswald und im Knoblauchsland.

Das Bauprojekt, für das rund 30.000 Bäume gefällt werden müssen, ist umstritten. Anwohner und Umweltschützer wollen die massiven Eingriffe in die Natur verhindern. Der Flughafen braucht die Straße, um sich weiterentwickeln zu können. Die Anwohner im Ziegelstein hoffen auf Entlastung vom Verkehrs-Chaos, weil die Autos künftig am Stadtteil vorbei zum Airport gelangen.

Auch die Parteien im Rathaus haben sich wegen der Nordspange heillos zerstritten. Nachdem die SPD erst nach eine dreijährigen Denkpause über das Projekt entscheiden will, ließ die CSU (pro Tunnel) die Kooperation im Stadtrat platzen. Noch verhandeln beide wie und ob die Zusammenarbeit weitergeht.

Neue Gutachten liegen vor

Vor diesem Hintergrund findet der Erörterungstermin der Regierung von Mittelfranken statt. Der Polit-Streit bleibt ausgeblendet. Das staatliche Straßenbauamt nimmt hier Stellung zu den Einwendungen der Betroffenen. Das sind unter anderem Grundstückseigentümer, die ihre Häuser durch Grundwasserschwankungen gefährdet sehen, oder Bauern, die um die Wasserversorgung im Knoblauchsland fürchten. Auch der Bund Naturschutz hat massive Einwände gegen die Eingriffe.

Beim ersten Erörterungstermin konnte das Bauamt diese nicht beantworten. Nun liegen neue Gutachten vor. Nach dem Erörterungstermin, der auf drei Tage (8., 9. und 10 Juni) angesetzt ist, müssen die Bau-Experten der Regierung entscheiden. Drei Möglichkeiten haben sie: 1. die Pläne gehen durch. 2. Erst wenn bestimmte Auflagen erfüllt werden, kann gebaut werden. 3. Es gibt keine Genehmigung.

Wie lange diese Entscheidungsfindung in Ansbach dauert, ist offen. Ebenso, ob der Bund dann die Nordspange auch baut. Sie steht zwar im Verkehrswegeplan. Aber noch sind dafür keine Gelder eingeplant. Und ob die freigegeben werden, wenn der Stadtrat die Nordspange gar nicht will, ist fraglich. Michael Reiner

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