Trotz Steuergeschenk: Die Hotelpreise sinken nicht

Nürnberger Hoteliers investieren lieber in ihre Häuser und ins Personal
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BHG-Präsident Siegfried Gallus (li.) und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zogen Bilanz zur Hotelsteuersenkung.
dpa BHG-Präsident Siegfried Gallus (li.) und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zogen Bilanz zur Hotelsteuersenkung.

Nürnberger Hoteliers investieren lieber in ihre Häuser und ins Personal

NÜRNBERG 100 Tage nach der umstrittenen Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers zog der Bayerische Hotel-und Gaststättenverband (BHG) am Donnerstag eine erste Bilanz. Seit 1. Januar 2010 gilt für Beherbergungsbetriebe der ermäßigte Steuersatz von 7 statt 19 Prozent. Die große Frage war nun: Was machen die Hotels mit dem ersparten Geld?

Die Mehrzahl der Hotelbetreiber – rund 98 Prozent in Bayern – wollen laut einer Umfrage des Verbands investitieren, zum Beispiel in die Einrichtung der Häuser oder ins Personal. Ein Viertel habe zudem die Preise gesenkt. Nicht so in Nürnberg: Hier habe es seit Januar 2010 für die Hotelgäste kaum direkte Vergünstigungen gegeben.

„Da die Bettenkapazität im letzten Jahr auf 15.000 enorm gestiegen ist, sind die Preise hier bereits gefallen“, erklärt Daniela Hüttinger, Sprecherin des Nürnberger Hotel- und Gaststättenverbands. Zu Messezeiten seien die Betten zwar voll belegt, aber in den vier bis fünf Rest-Monaten sei die Situation 2009 „dramatisch“ gewesen. Hüttinger: „Daher war die Steuersenkung gerade für Mittelständler überlebensnotwendig.“ Dennoch haben einige Nürnberger Herbergen investiert, neue Mitarbeiter eingestellt oder Löhne erhöht.

Ist das Milliardengeschenk ineffektiv?

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) lobte gestern die positiven Auswirkungen der Steuersenkung auf Konjunktur, Qualität, Arbeitsmarkt und die Umwelt. Kritiker prangern dagegen an, das „Milliardengeschenk an die Hoteliers“ sei ineffektiv, die Verbraucher gingen leer aus. Das Geld fehle nun, um Lehrer einzustellen oder Schlaglöcher zu beseitigen.

Die Stadt Nürnberg hatte bereits überlegt, Hoteliers mit einer „Bettensteuer“ zur Kasse zu bitten. Doch die Sonderabgabe wurde auf Eis gelegt, stattdessen zahlen die Hoteliers in den nächsten drei Jahren Abgaben in den Tourismusfonds der Stadt - 250.000 Euro pro Jahr. Die Nürnberger Hotelbesitzer hoffen nun auf ein erfolgreiches Messejahr 2010, dann könnten Ende des Jahres weitere Investitionen folgen, so Hüttinger. scs

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