Dicke Luft ums Rauchverbot: Keine Extrawurst für Festwirte?

Erst ab Sommer darf in den Bierzelten wieder gequalmt werden – was ist beim Frühlingsfest?
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Bangt um seinen geliebten Zigarrenabend: Fritz Stahlmann, Wirt vom Hax’n-Liebermann-Zelt, will im Fall des Falles einen eigenen Raucher-Bereich einrichten.
Manuela Meyer Bangt um seinen geliebten Zigarrenabend: Fritz Stahlmann, Wirt vom Hax’n-Liebermann-Zelt, will im Fall des Falles einen eigenen Raucher-Bereich einrichten.

Erst ab Sommer darf in den Bierzelten wieder gequalmt werden – was ist beim Frühlingsfest?

NÜRNBERG Klar ist: In Bierzelten darf wieder geraucht werden – allerdings erst ab dem 1. August. Und deshalb hängen die Nürnberger Volksfest-Wirte quasi in der frischen Luft: Denn was machen Sie, wenn am 11. April das Frühlingsfest am Dutzendteich zum Feiern einlädt? Müssen die Besucher vor den Zelten und Hütten qualmen? Lorenz Kalb, Vorsitzender des Schausteller-Verbandes, und seine Kollegen sind verunsichert.

"Wir befinden uns in einem Vakuum"

„Das neue Gesetz ist so ausgearbeitet, dass es rechtzeitig für das Straubinger Gäubodenfest und die Wiesn kommt – grad recht für die Großkopferten! Aber an die Franken hat keiner gedacht“, ärgert sich Lorenz Kalb. Im vergangenen Jahr war das Rauchverbot im Frühjahr auf Volksfesten ausgesetzt worden. „Nur: Das lief am 31. Dezember aus. Jetzt befinden wir uns in einem Vakuum.“

Fritz Stahlmann, Wirt vom Haxn-Liebermann, befürchtet, seinen geliebten Zigarren-Abend streichen zu müssen. Auf der Terrasse plant er für den Fall des Falles ein „Raucherabteil“. Für Rockzelt-Wirt Hermann Murr ist das Rauchverbot für nicht durchsetzbar: „Das ist ein riesengroßer Blödsinn, weil es schlicht nicht kontrollierbar ist. Wie soll man in einem vollen Zelt bei 5000 Menschen darauf achten, dass sich alle dran halten? Es wäre ein ewiger Wettlauf.“ Er hofft, dass die Politiker bald einlenken: „Die werden nicht so dumm sein.“

Wirte hoffen auf Umweltminister Söder

Einen unfreiwilligen Testlauf mit einem Nichtraucher-Bierzelt machte der Bad Windsheimer Michael Hahn auf dem Würzburger Frühlingsfest, immer eins der ersten im Jahr: Im März 2008 war das Verbot noch nicht ausgesetzt, bei ihm blieben die Gäste weg. „Er hatte unglaubliche Umsatzeinbußen“, erinnert sich Kalb. Hahn hat nun extra ein Zelt mit spezieller Belüftung und großer Höhe entwickelt.

Die Nürnberger Wirte hoffen, dass ihnen das erspart bleibt und das Rauchverbot wie letztes Jahr wieder ausgesetzt wird: „Der Wille ist da. Wir haben bereits Briefe an Umweltminister Söder und Ministerpräsident Hermann geschrieben.“ A. Uhrig

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