Der Volksentscheid: Jetzt wehren sich die Raucher

Knapp eine Woche vor der Abstimmung in Bayern sprechen sich Gastronomie und Tabakfirmen gegen ein totales Verbot aus
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Die Handball-Mädels des 1. FCN machen vor der Lorenzkirche Werbung für den echten Nichtraucherschutz.
Berny Meyer Die Handball-Mädels des 1. FCN machen vor der Lorenzkirche Werbung für den echten Nichtraucherschutz.

Knapp eine Woche vor der Abstimmung in Bayern sprechen sich Gastronomie und Tabakfirmen gegen ein totales Verbot aus

NÜRNBERG 9,4 Millionen wahlberechtigte Bürger sind in Bayern am kommenden Sonntag aufgerufen, über die zukünftige Regelung des Nichtraucherschutzes abzustimmen. Eine Fraktion aus Rauchern, Gastronomen, Tabakfabrikanten und Politikern, die sich unter dem Motto „Bayern sagt Nein – Für Freiheit und Toleranz“ zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen haben, traf sich gestern, um Argumente gegen ein totales Rauchverbot vorzubringen. Passenderweise in der noblen Zigarren-Lounge „Casa del Habano“ am Hauptmarkt.

Das Aktionsbündnis, das sich für die Beibehaltung der jetzigen, gelockerten Form des Rauchverbotes im Freistaat einsetzt, zeigte sich empört über die aktuelle Stimmungsmache gegen Raucher. So verwies etwa Michael Hahn von der Vereinigung der Bayerischen Festwirte auf die Einzigartigkeit der bayerischen Bierzeltkultur, die durch ein Verbot „empfindlich gestört würde“. Hahn sieht bayernweit durch ein komplettes Rauchverbot bis zu 10.000 Arbeitsplätze in der Gastronomie bedroht.

Hauptgegner Weltgesundheitsorganisation?

Für Christiane Alberternst, Stadträtin und Kreisvorsitzende der FDP in Nürnberg, steht vor allem die Freiheit der Wahl im Vordergrund: „Das derzeitige Gesetz bietet eine gute Balance zwischen Nichtraucherschutz und individueller Wahlfreiheit“, sagte die bekennende Nichtraucherin. „Alles andere wäre grotesk.“ Extra aus der Schweiz angereist war Heinrich Villiger, Inhaber der gleichnamigen Tabakfirma und alleiniger Importeur kubanischer Zigarren nach Deutschland. Als Hauptgegner sieht er die Weltgesundheitsorganisation...

Erst am 1. August 2009 wurde von CSU und FDP nach der verlorenen Landtagswahl das strenge Rauchverbot, das seit 1. Januar 2008 Bestand hatte, gelockert: In Nebenräumen und Kneipen, die kleiner als 75 Quadratmeter sind, durfte somit wieder geraucht werden. Das von der ÖDP daraufhin gestartete Volksbegehren „Für echten Nichtraucherschutz“ wurde von der CSU im Landtag abgewiesen. Stattdessen dürfen die Bürger ihr Votum jetzt direkt abgeben. Die Hoffnung ist bei allen Beteiligten groß, dass der Streit um den Glimmstängel nach nächstem Sonntag endgültig beigelegt ist. So oder so. CS

Mehr über die Abstimmung, und warum die FCN-Handballerinas für ein strengeres Raucher-Gesetz sind, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer AZ am Dienstag, 29. Juni

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