Alle wollen den Söder-Prozess sehen: Ansturm auf Stockacher Narrengericht

Wie bei einem Popkonzert: Die Karten für das Stockacher Narrengericht mit Markus Söder als Beklagtem waren blitzschnell vergriffen. Die Narren freut es.
von  AZ/ dpa
Der bayerische Ministerpräsident soll vor das Narrengericht. (Archivbild)
Der bayerische Ministerpräsident soll vor das Narrengericht. (Archivbild) © Philipp von Ditfurth/dpa

Die Karten für das Stockacher Narrengericht mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als Beklagtem sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft gewesen. "In diesem Jahr war es unfassbar, wie bei einem Taylor Swift Konzert", sagte Narrenrichter Jürgen Koterzyna. Kurz nach Beginn des Online-Verkaufs seien alle Karten weg gewesen. "Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz zum diesjährigen Beklagten Markus Söder." Zuvor hatte der "Südkurier" darüber berichtet. 

Das rund 675 Jahre alte Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken im Kreis Konstanz gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Schlagfertigkeit ist vor dem Fastnachts-Gericht gefragt. Denn die Beklagten müssen sich gegen nicht ganz ernst gemeinte Anklagepunkte verteidigen. Auf der Anklagebank saß auch schon Angela Merkel (CDU). 

Söder gilt als Fan der fünften Jahreszeit.
Söder gilt als Fan der fünften Jahreszeit. © Ebener/Hildenbrand/Karmann/dpa

Söder vielleicht nicht einziger Grund für den Ansturm 

Mit Söder steht erst zum zweiten Mal nach Franz Josef Strauß (1979) ein amtierender bayerischer Ministerpräsident vor dem närrischen Tribunal. Er ist laut Narrenrichter wohl vielleicht nicht der einzige Grund für den Ansturm. Die Veranstaltung habe auch viel Aufmerksamkeit durch das 675. Jubiläum bekommen. So oder so: "Es ist es ein tolles Lob für uns ehrenamtlich engagierte Narren."

Das Narrengericht gilt als wichtige närrische Institution.
Das Narrengericht gilt als wichtige närrische Institution. © Patrick Seeger/dpa

Der Prozess findet immer am sogenannten "Schmotzigen Dunschtig" vor Publikum statt, also dem Donnerstag vor Rosenmontag. Laut Narrengericht gab es 1.200 Karten für 15 bis 32 Euro - je nach Kategorie. "Wir können die Enttäuschung aller nachvollziehen, die dieses Mal nicht zum Zuge kamen", sagte der Narrenrichter. Als kleiner Trost: Die Veranstaltung werde am selben Abend (ab 20.15 Uhr) im SWR gezeigt und sei dann auch in der Mediathek zu finden.

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