Aiwanger und die "komischen Gestalten" in Talkshows

Am Tag nach der Sachsen-Anhalt-Wahl wettert Hubert Aiwanger gegen "Bullshit" in deutschen Talkshows, der die Bürger von den traditionellen Parteien wegtreibe.
dpa |
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Hubert Aiwanger wetterte beim Gillamoos gegen widersprüchliche Bundespolitik.
Hubert Aiwanger wetterte beim Gillamoos gegen widersprüchliche Bundespolitik. © Daniel Karmann/dpa
Abensberg

Freie-Wähler-Vorsitzender Hubert Aiwanger sieht in widersprüchlicher Bundespolitik eine der Ursachen für das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Als Beispiel nannte er beim Gillamoos im niederbayerischen Abensberg die Diskussion um die Wehrpflicht, die nun auch von Grünen-Politikern gefordert werde, aber auch das Thema Alltagskriminalität, die häufig ohne Folgen für die Täter bleibe. Deswegen würden sich die Bürger von traditionellen Parteien abwenden und "zu Heilsversprechern von links und von rechts" rennen.

Die vernünftigen Menschen wie Normalbürger oder Kommunalpolitiker müssten sichtbar gemacht werden, so Aiwanger. Stattdessen sei in den Medien und in den großen Talkshows seit Jahren "nur Bullshit" produziert worden, indem man "Klimakleber*innen" eingeladen habe statt Bürgermeister, Handwerker oder Mütter.

"Man hat die komischen Gestalten eingeladen"

"Man hat die komischen Gestalten eingeladen, weil die mehr Unterhaltungswert hatten als der Normalbürger", sagte Aiwanger, der in den vergangenen Jahren selbst regelmäßiger Gast in größeren Talkshows war. "Man hat den Jungen erklärt, dass es 72 Geschlechter gibt, konnte ihnen aber nicht erklären, wie sie mal später zu einem eigenen Haus kommen." Aiwanger postulierte einmal mehr die "Politik des gesunden Menschenverstandes", die notwendig sei, "damit wir die Chaoten von links und von rechts in den Griff kriegen". 

Ansonsten blieb der Freie-Wähler-Chef seinen Kernthemen treu: Er forderte die Abschaffung der CO2-Steuer auf Sprit und einen leichteren Abschuss des Fischotters, wetterte gegen praxisfremde Entscheidungen aus Brüssel – Ursula von der Leyen und Manfred Weber bezeichnete er als Interessenvertreter der Chinesen und Amerikaner – und regte an, Talkshows zum Thema gesunde Ernährung zu machen. Heute seien viele Hunde und Katzen besser ernährt als ihre Herrchen oder Frauchen.

Der Gillamoos in Abensberg gehört zu den größten und ältesten Volksfesten in Niederbayern. Am Volksfestmontag treten dort regelmäßig hochrangige Politiker in Bierzelten auf, und das nahezu zeitgleich.

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