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"Soll der Blitz beim Schei*** treffen": Scharfe Worte an Kritiker nach Reiter-Diagnose

Dieter Reiter kämpft nach eigenen Angaben mit einer ernsten Herz-Kreislauf-Erkrankung. Was das für Münchens Politik und seinen geplanten Abschied bedeutet und warum ein SPDler den Stadtrat heftig kritisiert.
AZ/ dpa |
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Dieter Reiter (SPD) braucht Ruhe und Erholung wegen einer schweren Erkrankung. (Archivbild)
Dieter Reiter (SPD) braucht Ruhe und Erholung wegen einer schweren Erkrankung. (Archivbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist nach eigenen Angaben schwer erkrankt. "Leider habe ich in den letzten Wochen und Monaten körperliche Warnsignale ignoriert, Erkrankungen nicht auskuriert", ließ der SPD-Politiker über die Stadt mitteilen. Unmittelbar nach der Wahl habe er sich in Behandlung begeben. "Das Ergebnis ist nun eine doch ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System, die mich neben medikamentöser Behandlung zu längerfristiger Ruhe und Erholung zwingt." 

Der abgewählte Oberbürgermeister hatte sich nach seiner Niederlage in der Stichwahl am Sonntag nur kurz auf der SPD-Wahlparty blicken lassen und dort sein Karriereende angekündigt. Danach hieß es, Reiter sei bis auf Weiteres krankgeschrieben.

Der designierte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) vertritt schon vor Amtsantritt seinen erkrankten Vorgänger Dieter Reiter (SPD).
Der designierte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) vertritt schon vor Amtsantritt seinen erkrankten Vorgänger Dieter Reiter (SPD). © Sven Hoppe/dpa

Der designierte neugewählte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) übernahm daraufhin die Amtsgeschäfte, Wochen vor seinem eigentlichen Amtsantritt am 1. Mai.

Auf der ersten Stadtratssitzung unter Beisein von Krause am Mittwochmorgen (24.3) vertrat er erstmals offiziell den krankgeschriebenen Reiter. Bei der Vollversammlung stieg Roland Hefter, Parteikollege des aktuell krankgeschriebenen Reiter, eine Sache besonders sauer auf. "Als Mitglied des Stadtrats hat es mich überrascht und menschlich irritiert, dass die neue Stadtspitze zu Beginn der Sitzung keine Genesungswünsche an Dieter Reiter richtete – ein Vorgang, der bei mir persönlich Fragen nach dem grundlegenden Anstand in der Politik aufwirft", so Hefter.

Heftige Worte von Roland Hefter in den Sozialen Medien.
Heftige Worte von Roland Hefter in den Sozialen Medien. © Screenshot Facebook

Auch in den Sozialen Medien ließ Hefter gegenüber denjenigen, die behauptet hätten, Reiter würde nur krank machen, seinem Frust freien Lauf. "Alle die ihm unterstellt haben, er mache krank, bzw. hat sich nur krankschreiben lassen, soll der Blitz beim schei**** treffen", so Hefters Wortwahl. 

Krause meldet sich bei Reiter persönlich

Wie die AZ erfuhr, habe Dominik Krause erst nach dem Plenum aus der Presse von der Reiter-Diagnose erfahren. Daraufhin habe er dem noch amtierenden OB privat geschrieben und eine gute Besserung gewünscht. So teilt es Krauses Sprecher der AZ mit.  

Auch Anne Hüber, Stadtratsmitglied für die SPD, springt für den abgewählten OB in die Bresche und verurteilt das aktuelle Reiter-Bashing aufs Schärfste. "Dass Christian Ude, Julian Nida-Rümelin und andere jetzt so brutal gegen Reiter nachtreten, empfinde ich menschlich als enttäuschend und politisch als einen Fehler. Woher kommt die Lust daran, mit so wenig Abstand zum Sonntag auf jemandem herumzutrampeln, der schon am Boden liegt. Es ist auch diese Seite von Politik, aufgrund derer sich viele, die eigentlich politisch gestalten möchten, angewidert abwenden", schreibt Hübner bei X (vormals Twitter).

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Reiter plant Abschied

Sang- und klanglos will Reiter aber nicht verschwinden. "Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben", kündigte der 67-Jährige nun seiner offiziellen Erklärung an.

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  • sircharles vor 4 Stunden / Bewertung:

    Da kann er ja froh sein, dass er abgewählt wurde unser Didi. Trotzdem finde ich Ude und Konsorten respektlos. Soll der Ude doch froh sein, dass es ihm gesundheitlich einigermaßen gut geht und nicht noch auf einen Parteigenossen, der eh am Boden liegt noch draufhauen. So ein toller OB war er nicht,
    der Ude.

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  • Gisi2020 vor 5 Stunden / Bewertung:

    Wenn jemand mit so einer Diagnose noch meint, dass er eine Amtszeit absolvieren kann, leidet an Selbstüberschätzung und dann ist es gut, dass er abgewählt wurde. Möge er noch recht lange seinen Ruhestand genießen und die Behandlung anschlagen.

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  • Ostbayer vor 4 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Gisi2020

    Eine Herzmuskelentzündung kann jeden unabhängig vom Alter treffen.
    Das hat nichts mit Selbstüberschätzung zu tun.

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