277. Franken-Derby: Nürnbergs Zoma als Fürth-Schreck?

Miroslav Klose ist im Franken-Derby noch ungeschlagen. Sein Fürther Pendant Heiko Vogel genauso. Wer wird den Unterschied machen? Vielleicht ein Drei-Tore-Mann.
von  Martin Moravec, dpa
Erfahrene Derby-Trainer: Miroslav Klose (r) und Heiko Vogel. (Archivbild)
Erfahrene Derby-Trainer: Miroslav Klose (r) und Heiko Vogel. (Archivbild) © Daniel Karmann/dpa

Miroslav Klose wollte von der SpVgg Greuther Fürth als seinem Lieblingsgegner lieber nicht sprechen. "Wenn ich das mit Ja beantworte, kenne ich die Schlagzeile", entgegnete der Trainer des 1. FC Nürnberg mit einem Hauch von Schmunzeln auf eine entsprechende Frage vor dem in der Region mit Spannung erwarteten 277. Franken-Derby am Samstag (13.00 Uhr/Sky) beim Verein mit dem Kleeblatt im Wappen.

Es stimmt, seitdem Klose Club-Coach ist, haben seine Nürnberger gegen Fürth im am häufigsten ausgetragenen Derby Deutschlands noch nicht verloren. Nach zwei Siegen 2024/25 spielte der FCN in der vergangenen Saison zweimal unentschieden. Sein Gegenüber Heiko Vogel sei aber genauso ungeschlagen im Nachbarschaftsduell, bemerkte der frühere Nationalstürmer.

Drei-Tore-Show von Zoma

Und recht hat er. Vogel gab beim 2:2 im 275. Franken-Derby Anfang Dezember seine Premiere auf der Fürther Trainerbank. Auch im zweiten direkten Duell Anfang Mai holte er mit seiner Mannschaft beim 1:1 einen Punkt gegen Nürnberg. "Es wird ein sehr spannendes Spiel", meinte Klose, der einen "gefährlichen Gegner" erwartet.

Nürnberg und Fürth sind nach dem ersten Spieltag beide noch ungeschlagen. Die Fürther holten ein beachtliches 1:1 bei Absteiger FC St. Pauli. Noch bemerkenswerter war allerdings der Start der Nürnberger. Sie feierten beim 3:0 gegen Dynamo Dresden den ersten Auftaktsieg nach sieben Jahren. Alle drei Tore erzielte Mohamed Ali Zoma.

Der 22-Jährige war mit 14 Treffern schon in der vergangenen Saison der Goalgetter schlechthin der Franken. Nun hat sich Zoma technisch und taktisch sogar noch verbessert. Und jetzt gilt der gebürtige Italiener, der vor einem Jahr aus der dritten Liga seines Heimatlandes gekommen war, als Verkaufskandidat, sollte ein Verein mehr als 20 Millionen Euro bezahlen wollen.

Klose warnt: Niemand entscheidet "allein ein Derby"

Wie geht so einer nun mit dem Hype um seine Person um? "Man hat es ihm gar nicht angemerkt, er war wie immer total bodenständig, total normal. Er hat richtig gut trainiert, kann den Schwung mitnehmen", meinte Klose über Zoma. "Das wollen wir so lange wie möglich aufrechterhalten."

Natürlich auch im Derby. "Wir wissen, dass er momentan einen sehr guten Lauf hat, sehr konstant Fußball spielt, aber das funktioniert nicht, wenn er nicht die Mitspieler drumherum hat, die ihn in Szene setzen", mahnte Klose. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der allein ein Derby entscheidet, sondern es ist immer der Zusammenhalt und die Kompaktheit der Mannschaft, die Spiele gewinnt." Zoma darf ein Zweitligastar sein - aber eben nur ein bisschen.

Die Fürther wissen um die Stärken des Nürnberger Hoffnungsträgers. Ehrfurcht haben sie vor ihm aber noch lange nicht. "Das Gute ist, dass Zoma nicht nur gegen einen Spieler spielt, sondern gegen uns als Mannschaft", beschrieb Vogel die Kollektivaufgabe seiner Fürther gegen ihn.

Ottos Debüt mit Turban

In der Derby-Bilanz sind die Nürnberger klar erfolgreicher. Sie feierten 142 Siege, während die Fürther nur 81 Mal gewannen. Davon wird der neue Nürnberger Innenverteidiger Fynn Otto, der nach einem Zusammenprall sein FCN-Debüt gegen Dresden mit einem Turban beenden musste, vielleicht auch schon gehört haben. Der 24-jährige Hesse kam im Sommer vom SC Verl und hinterließ an der Seite des ebenfalls frisch verpflichteten Alexios Kalogeropoulos einen starken Eindruck in der Defensive.

"Ich habe von Sekunde eins an, seitdem ich hier beim Club bin, gemerkt, wie wichtig dieses Spiel für die Stadt und Region ist", berichtete Otto vor dem Derby. "Die Jungs haben mir schon erzählt, wie geil das ist, wenn man dieses Spiel gewinnt. Ich denke, wir haben da auch eine große Chance dazu, Euphorie zu entfachen." Dann kann es ja losgehen mit dem Franken-Festival.

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