20 Straftäter nach Afghanistan abgeschoben – drei aus Bayern

Zwanzig Männer sind nach Afghanistan abgeschoben worden – die Bundesregierung setzt damit ihren Abschiebekurs fort. Lob kommt dazu aus Bayern – denn drei Straftäter hatten hier bisher eingesessen.
AZ/ dpa |
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Es sind nicht die ersten Abschiebungen nach Afghanistan. (Archivbild)
Es sind nicht die ersten Abschiebungen nach Afghanistan. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Deutschland hat 20 Menschen per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben. Unter den Straftätern, die von Leipzig nach Kabul gebracht wurden, waren auch drei Verurteilte aus Bayern. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums handelte es sich um Männer im Alter von 25, 27 und 53 Jahren.

Einer von ihnen war wegen einer besonders schweren räuberischen Erpressung zu einer mehrjährigen Jugendstrafe verurteilt worden. Ein anderer war wegen Körperverletzung und eines Angriffs auf Vollstreckungsbeamte bisher im Maßregelvollzug untergebracht gewesen. Der dritte Mann war wegen Sexualdelikten gegenüber Minderjährigen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Innenminister Herrmann: Verstetigung der Maßnahmen wichtig 

 "Ich begrüße es sehr, dass wir heute drei verurteilte Straftäter aus Bayern erfolgreich nach Afghanistan abschieben konnten. Es handelt sich um eine weitere erfolgreiche Abschiebungsmaßnahme von Straftätern aus Bayern nach Afghanistan, nachdem seit Mitte Dezember 2025 bereits vier Einzelabschiebungen nach Kabul durchgeführt werden konnten", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Verstetigung der Maßnahmen sei wichtig und zeige, dass die Festlegung im Koalitionsvertrag entschlossen umsetzt werde. 

Herrmann sagte weiter: "Wer in unserem Land Schutz sucht, gleichzeitig aber schwere Straftaten begeht, verwirkt sein Bleiberecht. Es ist unsere Pflicht, die Sicherheit in Bayern konsequent zu gewährleisten – und dazu gehören auch Rückführungen von Straftätern in ihre Herkunftsländer."

Bei vorigen Flügen hatte Katar vermittelt

Laut Bundesinnenministerium war es der erste Charterflug, der ohne die Unterstützung anderer Staaten auf Grundlage einer direkten Vereinbarung zustande kam. Bei vorigen Flügen hatte Katar vermittelt. Mitarbeiter des Ministeriums haben nun eine Vereinbarung mit den islamistischen Taliban gefunden.

Die Kontakte zu den Taliban sind umstritten, denn offiziell unterhält die Bundesregierung keine diplomatischen Beziehungen zu den Islamisten, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind. Wegen ihrer Missachtung von Menschen- und vor allem Frauenrechten sind sie international isoliert.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte: "Unsere Vereinbarung schafft eine verlässliche Grundlage für direkte und dauerhafte Abschiebungen nach Afghanistan." Laut Bundesinnenministerium waren die anderen Abgeschobenen unter anderem ebenfalls wegen Sexualdelikten, Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden.

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5 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 26.02.2026 18:48 Uhr / Bewertung:

    Dass die Täter, speziell die drei aus Bayern abgeschoben werden, ok.
    Interessant wirds aber dann, wenn die drei ihre Strafe nicht abgesessen haben. Schließlich heißt es...dem Gesetz muß Genüge getan werden.

    Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und sich fragen, warum einen Täter verurteilen, wenn sowieso feststeht, dass er abgeschoben wird.
    Oder man spricht nur eine provisorische Strafe aus, damit dem Gesetz wenigstens etwas Genüge getan wird, weil quasi sein Flieger schon bereit steht.

    Meine Vorstellung von Rechtsstaatlichkeit ist die, dass ein Täter nach der Verurteilung seine Strafe bei uns verbüßen, im Sinne von Buße, muß.

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  • Durchblicker am 26.02.2026 17:58 Uhr / Bewertung:

    Hauptsache, sie sind weg! Natürlich müssten es viel mehr sein, aber wenigstens tut sich so langsam was.

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  • HanneloreH am 26.02.2026 16:35 Uhr / Bewertung:

    3 Wow das ist der Dobrinth Turbo! Leute haltet Euch fest sonst werdet Ihr in die Turbinen gesogen

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