1.100 Jahre alt – "Ureibe" im Allgäu wird Nationalerbe-Baum

Sie trotzt Kälte und Wetter - seit wohl 1.100 Jahren: Die "Ureibe" im Allgäu ist nicht nur ein Naturwunder, sondern sie wird auch Nationalerbe-Baum. Wie sie trotz widriger Umstände überleben konnte.
dpa |
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Die "Ureibe" steht einzeln und frei auf einer Almwiese.
Die "Ureibe" steht einzeln und frei auf einer Almwiese. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Oberstaufen

Deutschlands wohl älteste und auch dickste bekannte Eibe steht im Oberallgäu. Der Baum auf einer Almwiese bei Oberstaufen sei rund 1100 Jahre alt, teilte die Deutsche Dendrologische Gesellschaft mit. Er könnte damit auch der älteste bekannte Baum Deutschlands sein, erläuterte die Gesellschaft, eine Fachvereinigung für Baumkunde und Gehölze, auf ihrer Seite. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. 

Nach der Vermessung im Juli 2025 hatte die "Ureibe" in 1,30 Metern Höhe einen Stammumfang von 5,10 Metern. Damit sei sie zudem die dickste bekannte Eibe in Deutschland. Sie soll nun am 18. Juni 2026 zum Nationalerbe-Baum gekürt werden. Insgesamt sollen bei diesem Projekt auf ganz Deutschland verteilt 100 sehr alte Bäume benannt werden.

Altersbestimmung über Jahresringe

Das Alter der sechs Meter hohen Uralt-Eibe bestimmten die Wissenschaftler so: Sie untersuchten Jahresringe an einem elf Zentimeter langen Bohrspan aus dem Stamm. Davon seien vier Zentimeter brauchbar gewesen, in denen 54 Jahrringe sowie sechs Jahrringausfälle gezählt wurden, zusammen also 60 Jahre. Gerechnet auf den Stammumfang sei man auf ein Alter von 1.100 Jahren gekommen. Möglich sei aber eine Spanne von 900 bis 1.300 Jahren. 

Der Baum stehe in 1.100 Metern Höhe an einem Nordwesthang der fast 1.850 Meter hohen Hochgrat-Bergkette. Das sei für Eiben nah an der Höhenverbreitungsgrenze, die in den Alpen bei etwa 1.300 Metern liege. Im Winter erhalte der Baum kaum Sonne - und es sei deutlich kälter als auf Südhängen in dieser Höhenlage. 

"Traumhaftes Monument" 

"Deshalb ist es ein Wunder, dass sie dort all diese Jahrhunderte überlebt hat und es ihr offensichtlich gut geht – sie dürfte sich sogar über die derzeitige Erwärmung freuen", erläuterte der Autor des Beitrags, der emeritierte Forstwissenschaftler Andreas Roloff. Ihr Stamm sei "ein traumhaftes Monument mit Spalten, Wülsten, Beulen, Rippen, Rissen und Löchern".

Die Eibe, den Angaben zufolge etwa 30 bis 45 Aufstiegsminuten von der Hochgratbahn-Talstation entfernt, sei wohl nicht auf der Wiese gepflanzt worden. Der Samen sei vermutlich von Vögeln dorthin gebracht worden. 

Der Baum wächst einzeln auf der Weide. Nicht weit entfernt gebe es aber einen "Junior"-Nachkömmling, der etwa ein Drittel so alt sein könnte. Eibenzweige seien für Rinder giftig, hieß es. Die zuständige Weidegenossenschaft berichte aber, dass die Tiere kaum an den Zweigen fressen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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