Zivilcourage! "Aktenzeichen XY... ungelöst" mit drei besonderen Gästen

In der Live-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwoch werden unter anderem drei Menschen zu Gast sein, die Zivilcourage bewiesen haben und dafür mit dem "XY-Preis - Gemeinsam gegen das Verbrechen" ausgezeichnet worden sind.
| (ili/spot)
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
"XY-Preis 2021" (v.l.): Moderator Rudi Cerne, Preisträgerin Lea-Sophie Schlömer, Preisträger Dennis Hennig, Preisträger Ahmad Al Sheikh Hussein Kames und der Mann, dem er geholfen hat, Nils Rafeldt, sowie Schirmherr und Bundesinnenminister Horst Seehofer nach der Preisverleihung am 9. November.
"XY-Preis 2021" (v.l.): Moderator Rudi Cerne, Preisträgerin Lea-Sophie Schlömer, Preisträger Dennis Hennig, Preisträger Ahmad Al Sheikh Hussein Kames und der Mann, dem er geholfen hat, Nils Rafeldt, sowie Schirmherr und Bundesinnenminister Horst Seehofer nach der Preisverleihung am 9. November. © ZDF / Jule Roehr

In der anstehenden Live-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwoch (17.11., 20:15 Uhr, ZDF) begrüßt Moderator Rudi Cerne (63) drei ganz besondere Gäste: Die diesjährigen Gewinner des "XY-Preis - Gemeinsam gegen das Verbrechen", der am 9. November von Bundesinnenminister Horst Seehofer (72) im ZDF-Hauptstadtstudio verliehen worden ist. Die mit jeweils 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben.

Ausgewählt wurden die drei Preisträger von einer elfköpfigen Fachjury aus über 150 Vorschlägen von Zuschauern, Angehörigen oder Freunden von Opfern sowie von den Polizeidienststellen. Die Auszeichnung, die vom Sender und der Produktionsfirma Securitel der Fahndungssendung ins Leben gerufen wurde, erhielten seit 2002 bisher 83 Personen. 

"Mit aller Kraft" gegen den Messerangreifer

Ahmad Al Sheikh Hussein Kames (damals 28) rettete Nils Rafeldt (damals 22) das Leben, als dieser von einem 55-Jährigen in einem öffentlichen Bus mit einem Messer angegriffen wurde. "Ich saß hinten im Bus, habe Musik gehört und meine Umgebung erstmal nicht wahrgenommen", erinnert sich Kames. "Als ich die Schreie der anderen Fahrgäste hörte, habe ich gesehen, wie ein Mann auf einen anderen Mann mit einem Messer einsticht", erzählt er weiter. "Ich bin sofort losgerannt und habe den Täter von dem jungen Mann weggezerrt. Er war sehr hartnäckig, ich musste all meine Kraft einsetzen", so Kames. Den anderen Fahrgästen habe er zugerufen, dass sie mit dem schwerverletzten Opfer reden und ihn bei Bewusstsein halten sollen.

Als die Polizei wenig später den Gewalttäter übernahm, eilte Kames sofort zu dem schwer verletzten jungen Mann und leistete gemeinsam mit zwei jungen Fahrgästen Erste Hilfe. Nils Rafeldt hatte Glück im Unglück. Nach nur zwei Tagen konnte er die Intensivstation verlassen. Gegen den Beschuldigten wurde Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes erlassen...

"Kames' großes Maß an Zivilcourage und Mut beeindruckt selbst die Polizei. Dass er dabei äußerst bedacht vorgegangen ist und auch seine Eigensicherung nicht vernachlässigt hat, ist mit ausschlaggebend für die Verleihung des 'XY-Preises - Gemeinsam gegen das Verbrechen'", heißt es in der Begründung der Jury.

Der ehemalige Medizinstudent Ahmad Al Sheikh Hussein Kames kam 2016 aus Syrien und absolviert an der Uni-Klinik Bonn eine Ausbildung zum Anästhesie-Assistenten. Zur Preisverleihung erschien er zusammen mit Nils Rafeldt, der die dramatische Geschichte nochmal aus seiner Perspektive erzählt hat. "Die beiden sind gute Freunde geworden", bestätigte der Sender auf Nachfrage von spot on news.

Flucht vor Hammer und Benzin

Dennis Hennig (damals 34) aus Soest rettete einer Frau das Leben, die von ihrem Ex-Partner mit einem Hammer schwer verletzt und mit Benzin übergossen wurde. Der schreckliche Vorfall ereignete sich kurz vor Weihnachten in einem kleineren Gewerbegebiet. Als Hennig, der länger arbeiten musste und allein im Büro seiner Firma im vierten Stockwerk war, plötzlich Hilfeschreie hörte, habe er gewusst, dass er der stark blutenden Frau helfen müsse, erinnert er sich.

Er rannte nach unten und konnte dem Angreifer das Feuerzeug entreißen, mit dem er sich und die Frau anzünden wollte. Nach einiger Kraftanstrengung mit Händen und Füßen gelang es Dennis Hennig, den Täter von der Frau wegzubringen: "Er lag dann ein paar Sekunden da und diese Zeit habe ich genutzt, die Frau und ihre Habseligkeiten aufzusammeln und mit ihr ins Gebäude zu flüchten." Dort waren die beiden in Sicherheit. Hennig erkannte erst jetzt die Reinigungskraft des Büros. Der flüchtige Täter konnte ein paar Straßen weiter von einem Streifenwagen festgenommen werden.

"Dennis Hennig hat auf vorbildliche Weise reagiert, als er unvermittelt zum Zeugen einer brutalen Gewalttat wurde. Dank seines hohen persönlichen Einsatzes hat er einer Frau in höchster Not das Leben gerettet. Die Jury spricht Dennis Hennig ihren größten Respekt aus."

Teenie stoppt Amokfahrer

Die dritte Preisträgerin heißt Lea-Sophie Schlömer. Die damals 16-Jährige stoppte den Amokfahrer von Volkmarsen, der Ende Februar 2020 ohne zu bremsen und mit 50 bis 60 km/h in einen Karnevalsumzug fährt. Schlömer war an diesem Nachmittag mit ihrer Mutter und ihrer sechsjährigen Schwester vor Ort. "Das Auto ist circa 1,5 bis 2 Meter von mir entfernt vorbeigefahren. Ich habe einen Aufprall gehört und mich umgedreht", erinnert sie sich. Ihre Mutter, die wie viele von dem Auto getroffen wurde und ihre Schwester retteten sich auf den Gehsteig. 

Schlömer zögerte nicht, lief dem Auto hinterher. "Mir war klar, dass der Autoschlüssel gezogen werden muss. Die Straße wird immer enger. Die Leute weiter hinten hätten keine Chance gehabt", sagt sie. Unter anderem seien dort auch die Bewohner eines Behinderten-Pflegeheims gestanden, in dem Schlömer arbeitet. Durch die Start-Stopp-Automatik kam das Fahrzeug zum Stehen. "Ich habe die Beifahrerseite aufgerissen, mich auf den Sitz gekniet und nach dem Schlüssel gegriffen." Der Täter wollte sie abwehren: "Wir haben uns immer wieder gegenseitig die Hände vom Schlüssel weggeschlagen - ich wollte den Schlüssel abziehen, er das Auto wieder starten." In diesem Moment kamen mehrere Männer zur Fahrerseite, schlugen auf den Täter ein und hielten ihn fest. Lea-Sophie Schlömer kümmerte sich dann noch um die Verletzten auf der Straße.

"Für ihr ungeheuer mutiges Einschreiten in einer äußerst bedrohlichen Extremsituation zollt die Jury Lea-Sophie Schlömer ihre allerhöchste Anerkennung. Dafür und für ihr umsichtiges und fürsorgliches Verhalten den Opfern gegenüber gebührt ihr der 'XY-Preis 2021'", so die Jury.

Weitere Kriminalfälle in der Live-Sendung

Doch auch in dieser Sendung wird es wieder um bisher ungeklärte Verbrechen gehen: Ein 34-Jähriger wird nach der Arbeit nachts vor seinem Haus erschossen. Eine 30-Jährige verschwindet spurlos. Und eine alte Dame wird von zwei falschen Paketboten brutal überfallen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren