Warum fielen alle auf René Benko herein? Tragikomödie zeigt Aufstieg und Fall des Immobilienmoguls

Wer es weit nach oben geschafft hat, fällt tief. Eine Binsenweisheit zwar, die in der Realität jedoch oft spektakuläre Fälle illustriert. Etwa jenen des Tiroler Geschäftsmanns René Benko, der lange Zeit als Vorzeigeunternehmer Österreichs galt. Als Immobilienmogul hatte er mit Nobelkaufhäusern, Wolkenkratzern und prunkvollen Villen Milliarden gemacht. Bis im 2023 alles sukzessive auseinanderfiel. Wie konnte es zum Zusammensturz seines Imperiums kommen? Wer war und ist Benko, was trieb ihn an? Diesen Fragen nähert sich das fiktionale Format "Benko - Size Does Matter" im Ersten nun auf außergewöhnliche Weise.
Der Film von Hannah Ley und Raymond Ley lässt den Aufstieg und Fall des Investors Revue passieren, als tragische, mithin groteske Komödie, die aus der Realität eine zugespitzte Version der Geschehnisse schafft. Benko, der seit 2025 erst im Gefängnis saß und im Herbst 2026 mit Fußfessel in den Hausarrest wechselte, wird in dem 90-Minüter von Darsteller Thomas Stipsits verkörpert. Dass der österreichische Schauspieler und Kabarettist dem realen Vorbild seiner Figur so gar nicht ähnelt, sei Absicht, so die Schöpfer, er sei nur von Benko inspiriert: "Der Film will nicht das Leben von Benko imitieren, Stipsits und der Film übersetzen Benko", heißt es in der Ankündigung des Ersten.
Und so ist der Benko des humorvollen Dramas keineswegs jene schwer zugängliche öffentliche Persönlichkeit, als die der echte Unternehmer medial bekannt wurde - sondern ein normaler Mensch mit Körperlichkeit und Nahbarkeit, mit Charme und Humor. Die entscheidenden Fragen: Kommt das dem echten Benko nahe? Und: Fielen deshalb so viele auf ihn rein?
Heino Ferch als ständiger Begleiter
Neben Benko zeigt der Film Heino Ferch als dessen ständigen Begleiter, als inneren Motivator, unsichtbar für andere. Gemeinsam wird aus den Darstellern Stipsits und Ferch auf diese Weise ein fiktiver Benko, mit zahlreichen Widersprüchen. Es geht um "einen Getriebenen, einen Verführer und Verführten zugleich".
Demgegenüber spielen in dem Film, der teils mit dokumentarischen Elementen und eingestreuten Interviews arbeitet, Harald Schrott und Renate Regel ein Journalistenduo, das langsam aber sicher das Lügengebäude des Investors aufdeckt - unter anderem über Gespräche mit (teils fiktionalisierten) Insidern und Begleitern. "Benko - Size Does Matter" ist eine Produktion der UFA Fiction für NDR (Federführung), SWR, RBB, ORF und SRF.
Benko - Size Does Matter - Mo. 02.11. - ARD: 20.15 Uhr