Von Zendaya bis Elordi: Wie der "Euphoria"-Cast Hollywood eroberte

Sie spielten drogenabhängige, brutale, sexualisierte oder transgender Teenager - und landeten in Hollywood ganz oben: Wie "Euphoria" aus jungen Talenten echte A-List-Stars machte.
von  (mia/spot)
Dank "Euphoria" sind sie alle mittlerweile weltbekannt: Hunter Schafer, Sydney Sweeney, Jacob Elordi und Zendaya. In Deutschland startet die dritte Staffel am 13. April bei Sky, WOW und HBO Max.
Dank "Euphoria" sind sie alle mittlerweile weltbekannt: Hunter Schafer, Sydney Sweeney, Jacob Elordi und Zendaya. In Deutschland startet die dritte Staffel am 13. April bei Sky, WOW und HBO Max. © Eddy Chen/HBO Max / Eddy Chen/HBO / Eddy Chen/HBO / Eddy Chen/HBO

Als HBO im Sommer 2019 "Euphoria" in die Welt entließ, ahnte kaum jemand, dass die Serie über orientierungslose Teenager in einer amerikanischen Vorstadt nicht nur Fernsehgeschichte schreiben, sondern gleich mehrere Karrieren auf eine ganz neue Ebene heben würde. Nüchtern betrachtet war "Euphoria" keine gewöhnliche Serie, sondern das Sprungbrett für eine ganze Generation junger Schauspieler (dritte und finale Staffel in Deutschland ab 13. April 2026 bei Sky, WOW und HBO Max).

Besonders vier Namen verdeutlichen das. Zendaya (29), Sydney Sweeney (28), Jacob Elordi (28) und Hunter Schafer (27). Sie alle hatten vor der Serie schon erste Schritte in der Branche unternommen, durch die HBO-Produktion wurde aus ihnen aber das, was die Industrie ehrfürchtig "A-List" nennt.

Zendaya: Die Emmy-Queen

Zendaya war vor "Euphoria" kein unbeschriebenes Blatt. Die Disney-Vergangenheit, die Rolle der Michelle Jones in den "Spider-Man"-Filmen - das Fundament stand. Doch als sie Rue Bennett spielte, die drogensüchtige Hauptprotagonistin der Serie, überschritt sie eine Schwelle, hinter der das frühere Image endgültig verblasste. Mit 24 Jahren gewann sie 2020 den Emmy für die beste Hauptdarstellerin einer Dramaserie - und war damit die jüngste Preisträgerin in dieser Kategorie aller Zeiten. Zwei Jahre später verteidigte sie den Titel, abermals als jüngste doppelte Gewinnerin der Geschichte.

Was folgte, war der konsequente Umbau einer Laufbahn. In "Dune", "Challengers" und zuletzt in "The Drama" demonstrierte Zendaya, dass ihre Leistungen in der Serie kein glücklicher Ausreißer waren. Als Produzentin, Musikerin und Werbegesicht für Brands wie Louis Vuitton, Lancôme und Valentino hat sie sich zur Marke aufgebaut. Und mit ihrem "Spider-Man"-Kollegen Tom Holland (29) bildet sie seit Jahren eines der sympathischsten Pärchens Hollywoods.

Sydney Sweeney: Karriere im Eiltempo

Sydney Sweeney war auch vor "Euphoria" in der Branche aktiv - in "The Handmaid's Tale", "Sharp Objects" und sogar in Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood". Aber erst die Rolle der Cassie Howard, einer naiven, tief verunsicherten und ständig sexualisierten Teenagerin, machte sie zum Gesprächsthema. In einem Interview mit dem Magazin "Esquire" sprach Sweeney offen über die Ambivalenz: Das Publikum habe sie erst durch ihre Nacktszenen in "Euphoria" wahrgenommen - obwohl sie zuvor in mehreren Produktionen mitgespielt hatte, in denen solche Szenen schlicht fehlten.

Nun versucht sie proaktiv sich von dem Image der Cassie zu befreien. Nach "Euphoria" drehte sie in rascher Folge Hauptrollen in "Wo die Lüge hinfällt" (2023), "Reality" (2023), "The Housemaid" (2025) und "Eden" (2025). Parallel gründete sie eine eigene Produktionsfirma.

Jacob Elordi: Vom Teenie-Schwarm zum Kritikerliebling

Jacob Elordi hatte vor "Euphoria" ein klares Markenzeichen: die "Kissing Booth"-Reihe auf Netflix, die ihn zum Herzschmerz-Schwarm für ein junges Publikum gemacht hatte. Dass dieser Karriereweg in eine Sackgasse zu münden drohte, beschrieb er selbst in späteren Interviews mit ungewöhnlicher Direktheit. Kurz vor den "Euphoria"-Dreharbeiten hatte er kaum noch Geld - zeitweise schlief er bei Freunden oder im Auto. "Ich hatte vielleicht noch 400 oder 800 Dollar auf meinem Konto, und 'Euphoria' war mein letztes Vorsprechen, bevor ich nach Hause fahren wollte, um Geld zu verdienen", erklärte er dem "GQ"-Magazin.

Es war das richtige Vorsprechen. Als Nate Jacobs, ein emotional zerstörter und gewaltbereiter Teenager, konnte Elordi eine Tiefe beweisen, die sein früheres Image nie zuließ. Es folgten Rollen in "Saltburn" (2023), "Wuthering Heights" (2026) und "Frankenstein" (2024) - letzterer brachte ihm schließlich eine Oscar-Nominierung ein.

Hunter Schafer: Vom Laufsteg zur Leinwand

Hunter Schafer kam mit einem ungewöhnlichen Profil zu "Euphoria": bekannt als Model und Aktivistin für LGBTQ+-Rechte, aber als Schauspielerin nahezu ohne Erfahrung. Die Rolle der Jules, einer transgender Teenagerin, war ihre erste größere Hauptrolle vor der Kamera - und zugleich ein kultureller Einschnitt.

Schafer sprach später gegenüber "iD" offen darüber, wie unvorbereitet sie sich fühlte: "Die erste Staffel war wie ein superintensiver Schauspielkurs. Schon bei der Pilotfolge dachte ich zwischen den Dreharbeiten: 'Oh mein Gott, das ist so verdammt schwer. Ich habe keine Ahnung, was ich da eigentlich mache.'" Schafer nutzte das gewonnene Aufmerksamkeitskapital seither gezielt für politische Statements und LGBTQ+-Sichtbarkeit, während die Schauspielkarriere weiterläuft.

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