"UDO! Rebell. Rockstar. Ikone.": Musikerporträt mit vielen Highlights
Udo Lindenberg wird 80 - und die ARD widmet dem Panik-Rocker eine Doku. "UDO Rebell. Rockstar. Ikone.", heißt das Porträt, das die Geschichte eines Künstlers nachzeichnet, der sich nie damit begnügte, einfach nur Musik zu machen. Ausgangspunkt ist das Hotel Atlantic in Hamburg, Lindenbergs Wohn- und Arbeitsort seit Jahrzehnten, von dem aus er auf ein Leben zurückblickt, das an Widersprüchen und Wendepunkten kaum zu überbieten ist.
Zahlreiche prominente Stimmen kommen in der Dokumentation zu Wort, darunter Bill und Tom Kaulitz, Apache 207, Maria Furtwängler, Inga Humpe, Ulla Meinecke, Anna Loos und Jan Josef Liefers. Dazu gesellen sich Lindenbergs wohl enthusiastischste Verehrer: Musiker Jan Delay und Autor Benjamin von Stuckrad-Barre. Was die Kaulitz-Brüder an Lindenberg fasziniert, hat viel mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu tun: "Unsere Mutter war ein kleiner Rebell. Und Udo war auch ein kleiner Rebell. Der hat natürlich Sachen angesprochen, gesungen und gesagt, die ganz vielen Leuten im Herzen gebrannt haben. Und das war bei unserer Mama natürlich auch so. Für sie war Udo so ein Sprachrohr", erklären Bill und Tom Kaulitz in der Doku.
Vom "Matz aus Gronau" zur Legende
Der Film folgt Lindenbergs Weg chronologisch - von einer Kindheit im westfälischen Gronau, die er schon früh hinter sich lassen wollte, über die ersten Schritte als Musiker bis hin zu den politisch aufgeladenen Jahren, in denen er deutschsprachigen Rock groß machte. Lange bevor es als selbstverständlich galt, auf Deutsch zu singen, tat Lindenberg genau das - und erntete dafür zunächst Unverständnis, dann Respekt, schließlich Verehrung.
Dass Lindenbergs Texte dabei über Generationen und Milieus hinweg treffen, erklärt Autor Benjamin von Stuckrad-Barre: "Jeder Mensch wird, wenn er sich mit Udos Texten eingehend beschäftigt, mehrere Lieder finden: 'Das ist meine Geschichte, das habe ich in der Liebe erlebt, das handelt von mir.' Das geht immer dann paradoxerweise, wenn jemand etwas ganz Wahres aufschreibt."
Hut, Brille, Zigarre - eine Marke fürs "kulturelle Gedächtnis"
Was Lindenberg von flüchtigen Popphänomenen unterscheidet, ist nicht allein die Musik - es ist die Unverwechselbarkeit seiner Kunstfigur. Schauspieler Jan Josef Liefers, selbst Musiker und langjähriger Lindenberg-Kenner, formuliert das im Film mit bemerkenswerter Präzision: "Der Hut, die Sonnenbrille, die Zigarre, das ist auch eine Marke. Und da musst du ins kulturelle Gedächtnis eines ganzen Landes einsinken - das machst du nicht mit einem Hit, das machst du auch nicht mit zwei Hits."
Seltene Archivaufnahmen und Konzertbilder ergänzen die Erinnerungen der Weggefährten, von denen einige Lindenberg seit Gronauer Kindertagen kennen. Sein langjähriger Freund Steffi Stephan, der ihn auf seinem frühen musikalischen Weg begleitete, beschreibt die Faszination: "Freundschaft ist ein Geschenk. Und wir haben so viel erlebt, er ist so ein herrlicher Spinner, ein echter Verrückter. Und davon fühle ich mich total angetörnt."
Krisen, Comeback und ein Nummer-eins-Hit mit 76
Der Film blendet die Tiefen nicht aus. Alkohol, Karrieretiefs, der Tod seines Bruders - all das gehört zur Geschichte eines Mannes, der mehrfach am Boden war und sich ebenso oft neu erfand. Sängerin Ulla Meinecke bewundert dabei vor allem eine Eigenschaft: "An Udo bewundere ich bis heute die Fähigkeit, mit diesen unglaublich vielen Menschen, die ihn ständig umgeben, umzugehen. Ich nenne das für mich 'Übermenschtsein', ich würde irre werden."
Den Abschluss bildet Lindenbergs spektakuläres Spätwerk: Mit dem Rapper Apache 207 landete er mit "Komet" den größten Charterfolg seiner gesamten Karriere - mit 76 Jahren. Die bisher unveröffentlichte Entstehungsgeschichte des Songs wird in der Doku erstmals erzählt. Und die Produzenten stellen am Ende die Frage, die wohl viele Fans umtreibt: Hat Udo Lindenberg wirklich schon vor, von der Bühne zu gehen?
"UDO Rebell. Rockstar. Ikone." ist am 18. Mai um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen und in der Mediathek abrufbar.
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