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"Es ist gefährlich da draußen", mahnt Töchterchen Kate (Laura Linney) noch ihren kriminellen Vater, der wieder mal in eine ganz unglückliche Sache hineingeraten ist. Aber Luther packt das, hält gelassen ein "Das ist es immer" entgegen. Und Eastwood packt das, denn die Regie hat sich der Oscarpreisträger nicht nehmen lassen.
"Absolute Power" (Sonntag, 8. November, 20.15 Uhr, ARTE) heißt der Thriller aus der Feder von William Goldwin, und er rückte 1996 den alternden Hollywoodstar in das Licht, das ihm inzwischen am liebsten ist. Keine eindimensionalen Helden mehr, Mr. Eastwood schickt sich seit Langem an, mit gegen den Strich gebürsteten Charakteren eingeführten Genres neue Akzente zu verleihen.
Irgendwo zwischen geduldig und behäbig kommt die Story in Gang, schwer definierbar zwischen mutig und übermütig wankt die Kamera durch die Gegend. Kunst oder nicht - bald keine Frage mehr, denn der Film bekommt die Fahrt, die er braucht, wenn er beginnt, die eigentliche Geschichte zu erzählen.
Verletzlicher Held mit Vorgeschichte
Der Einbrecher Luther (Eastwood) wird in einem Versteck Zeuge, wie sich die unerwartet eingetroffene reiche Hausherrin von ihrem Begleiter verführen ließe, hätte der nicht den Hang zur Gewalt. Fast hätte sie ihn erschlagen, stürmten nicht plötzlich zwei Herren in den Raum und feuerten gezielt auf die Dame, die sogleich tot zu Boden sinkt.
Mit einer Minimalmimik irgendwo zwischen Neugier und Entrüstung verfolgt Luther das Geschehen durch einen einseitig durchsichtigen Spiegel. Haken an der Sache: Der Lover war Amerikas Präsident (Gene Hackman) und die beiden Schützen seine persönlichen Secret-Service-Agenten. Fortan ist Luther auf der Flucht, und der Betrachter erkennt das Problem: Der Senior ist ein gesuchter Einbrecher und zugleich Mitwisser an einem Skandal. Detective Seth Frank (Ed Harris) ermittelt.
"Absolute Power" zeigt Clint Eastwood bei seiner Suche nach Menschlichkeit in seinen Figuren wieder dort, wo er schon bei ähnlichen Charakteren in "In the Line of Fire" oder auch "Perfect World" war: Es geht um einen entschiedenen, aber verletzlichen Helden mit eigener Vorgeschichte. Er spielt ihn gewohnt zurückhaltend, bescheiden in Wort und Gestik, und ist eben immer ein bisschen mehr Eastwood als Filmfigur.
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