Trumps Einflussnahme auf Universitäten

Einflussnahme auf die Forschung und die Rechte ausländischer Studentinnen und Studenten erklärte der amerikanische Präsident bei seiner zweiten Amtsübernahme zum Prinzip. Besonders die amerikanische Eliteuniversität Harvard setzte sich mit Erfolg zur Wehr, wie nun eine neue DOkumentation zeigt.
von  Hans Czerny
Eine Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trumps im Weißen Haus: Um seine politischen Feinde in Schach zu halten, setzt seine Regierung auch Universitäten finanziell unter Druck.
Eine Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trumps im Weißen Haus: Um seine politischen Feinde in Schach zu halten, setzt seine Regierung auch Universitäten finanziell unter Druck. © ARTE France / Yami 2

Die Zeit sei gekommen, "Amerika von der radikalen Linken zu befreien", ruft Donald Trump ins Publikum, während Elon Musk mit der Kettensäge hantiert, um den sozialen Kahlschlag zu symbolisieren. Das grausige Bild zu Beginn der Dokumentation "Kampf um Harvard" (ARTE France, 2025) könnte nicht beweiskräftiger für den neuen Radikalismus unter Trumps Regierung sein. Formal besteht die DOku aus drei Teilen, die ARTE an diesem Abend direkt hintereinander ausstrahlt.

Die amerikanischen Universitäten traf es bei Trumps zweiten Amtsantritt im Januar 2025 besonders hart. Ihnen wurden millionenfache Fördermittel gekürzt. Doch Harvard, die älteste und angesehenste aller US-Universitäten, begann sich unter ihrem neuen Präsidenten Alan Garber zu wehren und bekam vor einem Bundesgericht letztlich Recht. Die Einmischung in Forschung und Lehre sowie die Zurückhaltung von acht Milliarden Dollar Haushaltsmittel wurde als unzulässig beschieden. Doch ist damit die radikalkonservative Einflussnahme Trumps ein für alle Male vorüber? Dass dem nicht so ist, belegt der Film von Sandrine Rigaud, Serge Turquier, Robert Libetti und Mike Shum.

Besonders die von Elon Musk geleitete Organisation "Department of Government Efficiency" (DOGE) machte die Begrenzung von Fördermitteln zur politischen Waffe. Andere Universitäten wie Columbia hatten den finanziellen Beschneidungen bereits nachgegeben. Klimaforschung, Geschlechter- und Rassenstudien verloren ihre Unterstützung. Nachdem die vorherige Harvard-Präsidentin bereits zurückgetreten war, forderten die Studentinnen und Studenten Alan Garber zum Widerstand auf. Sie wollten sich die Bedrohung ausländischer Studenten und den Vorwurf der Bevorzugung weniger bemittelter Studenten nicht länger gefallen lassen. Der Film zeigt dabei auch, dass die studentische Opposition eine bis in die Zeit des Vietnamkriegs zurückgehende Geschichte hat.

Kampf um Harvard (1/3) - Di. 27.10. - ARTE: 20.15 Uhr

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