Tom Schilling und Friederike Kempter über ihre inneren Kinder

Von Trigger-Momenten bis zu unerfüllten Wünschen: Tom Schilling und Friederike Kempter sprechen im Interview über Kindheitsträume, Kontrollverlust und kleine Sehnsüchte, die bis heute geblieben sind.
(mia/spot) |
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Tom Schilling und Friederike Kempter spielen in "Achtsam morden 2" zusammen.
Tom Schilling und Friederike Kempter spielen in "Achtsam morden 2" zusammen. © imago/Tinkeres

Mit der zweiten Staffel von "Achtsam morden" wird es für Björn Diemel (Tom Schilling) erneut kompliziert: Eigentlich hat der ehemalige Strafverteidiger sein Leben mithilfe von Achtsamkeit besser im Griff - doch ausgerechnet sein inneres Kind bringt die mühsam aufgebaute Balance ins Wanken. Passend zum Start der neuen Folgen am 28. Mai auf Netflix hat spot on news mit Tom Schilling und Friederike Kempter über ihre eigenen Kindheitsträume, emotionale Trigger und die Frage gesprochen, welche Wünsche sie sich noch nicht erfüllt haben.

Wie geht es Ihrem inneren Kind heute?

Friederike Kempter: Meinem inneren Kind geht's heute richtig gut.

Tom Schilling: Meinem auch. Oder? [guckt nach unten] Ja, geht gut.

Interessieren Sie sich für Psychologie? Hatten Sie sich schon vor der Serie mit dem durch Stefanie Stahl berühmt gewordenen Konzept des inneren Kindes beschäftigt?

Schilling: Ich interessiere mich für Psychologie, aber mit dem inneren Kind habe ich mich erst durch den Roman von Karsten Dusse auseinandergesetzt.

Kempter: Ich hatte letzte Woche Stefanie Stahl in meinem Podcast "40+ - Nur für Frauen" zu Gast. Das war total interessant.

Gibt es Momente, in denen Sie merken, dass Ihr inneres Kind getriggert wird?

Schilling: Auf dem Tennisplatz immer wieder. Von mir selbst übrigens. Vielleicht triggert mein inneres Kind eher mich.

Kempter: Stefanie Stahl hat mir gesagt, der erste Schritt ist, sich dessen überhaupt bewusst zu werden, dass das innere Kind gerade aufgeregt ist. Zu merken, in welchen Situationen man sich emotional verliert. Allein das hilft schon.

Manche würden sagen: Dieses ständige Analysieren und Selbstoptimieren ist am Ende auch nur ein Wunsch nach Kontrolle.

Schilling: Dem würde ich widersprechen. Ich glaube, jede Form der Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Gefühlswelt ist erstmal etwas Gutes.

Kempter: Finde ich auch. Alles, was uns wachsen lässt und Eigenverantwortung stärkt, ist hilfreich. Dass man eben nicht Sklave seiner Gefühle oder alter Verletzungen bleibt.

Haben Sie manchmal Sehnsucht nach Kontrollverlust?

Schilling: Ja.

Kempter: Auf jeden Fall.

Wie sieht das bei Ihnen aus? Tanzen Sie...?

Kempter: Zum Beispiel, das war jetzt aber nicht das erste, an was ich gedacht habe.

Schilling: Ich tanze eigentlich gar nicht gern. Da bin ich noch nicht an dem Punkt, die Kontrolle wirklich abzugeben. Für mich ist eher der Tennisplatz so ein Ort, an dem ich völlig selbstvergessen bin. Gleichzeitig kommt dort aber auch schnell wieder dieses innere Kind hoch, das nicht verlieren kann oder Angst davor hat, Fehler zu machen.

Haben Sie noch andere psychologische Tricks?

Kempter: Ich hüpfe viel.

Sie hüpfen?

Kempter: Ja. Das hält angeblich jung und fit, ist gut für die Lymphe und fürs Loslassen. Vielleicht geht's am Ende auch einfach darum, ins Schwitzen zu kommen und sich lebendig zu fühlen. Und manchmal trinke ich auch einfach ein Bier. Darf man das noch sagen?

Schilling: Die Brauereien leiden ja schon darunter, dass alle nur noch nüchtern bleiben wollen. Vielleicht sollten wir mal ein kleines Plädoyer fürs Feierabendbier halten.

Welche Eigenschaft aus Ihrer Kindheit haben Sie sich bewahrt?

Schilling: Neugier. Ich lerne wahnsinnig gern Dinge, die ich noch nicht kann. Das ist doch das Wesen von Kindern.

Auch wenn Sie erstmal schlecht darin sind?

Schilling: Gerade das gibt mir den Antrieb. Ich bringe mir unglaublich viele Sachen selbst bei.

Was zuletzt?

Schilling: Eigentlich alles Mögliche: Klavier, Songs schreiben, inzwischen auch Drehbücher. Und dann probiere ich ständig neue Sportarten aus.

Kempter: Bei mir ist es eher so ein seltsamer, vielleicht unangemessener Optimismus. Ich denke irgendwie immer: Alles wird gut.

Wenn Ihr zehnjähriges Ich Sie heute sehen könnte - worauf wäre es stolz, wovon wäre es überrascht?

Kempter: Ich wollte schon mit zehn Schauspielerin werden, wusste aber auch, dass das nicht einfach wird. Darauf wäre es stolz. Überrascht wäre es davon, dass Erwachsensein überhaupt nicht bedeutet, frei von Zwängen zu sein.

Schilling: Mein zehnjähriges Ich wäre wahrscheinlich überrascht, dass ich das alles immer noch mache. Ich war total das Theater- und Filmkind, wollte aber ständig etwas anderes werden.

Was denn zum Beispiel?

Schilling: Maler, Pilot, Sportler, Musiker - alles Mögliche.

Welchen Wunsch haben Sie Ihrem inneren Kind bis heute nicht erfüllt?

Schilling: Ich würde wahnsinnig gern mal zu einem Grand-Slam-Turnier fahren und Tennis auf Court-Level sehen.

Kempter: Ich würde gerne mal eine Woche allein in den Bergen wandern.

Schilling: Es sollte uns wirklich zu denken geben, dass wir uns solche überschaubaren Wünsche nicht einfach erfüllen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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