"The Beauty" mit Ashton Kutcher: Der Preis der ewigen Schönheit

Mit dem Schönheitswahn ist das so eine Sache: Irgendwann scheint dabei stets die Grenze zwischen eigenem Wunsch und latentem Druck von außen zu verschwimmen. Immer verbunden mit der Frage: Wie weit ist man bereit zu gehen, um zumindest optisch noch ein paar weitere Jahre von der Uhr zu nehmen? Falten weglasern, Nervengift spritzen, risikoreiche Trans- und/oder Implantate? Manch einer bezahlte den Traum vom sprudelnden Jungbrunnen schon mit dem Leben.
Die neue Serie "The Beauty", die ab dem 22. Januar bei Disney+ anläuft, spinnt diesen Gedanken in einem Cocktail aus Science-Fiction, Gesellschaftssatire, Drama und Horror weiter. Ein wahres Zaubermittel scheint es darin möglich zu machen, sich den Zahn der Zeit ziehen zu lassen. Oder, wie es eine Figur in der FX-Produktion formuliert: "Eine Dosis davon und du lebst den Traum von der ewigen Jugend." Das klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch.
Das Schönheitsvirus greift um sich - darum geht es
Der Tech-Milliardär Byron Forst (Ashton Kutcher, 47) hat dem Alterungsprozess den Kampf angesagt und wähnt sich selbst als das beste Vorzeigebeispiel seines Erfolgs. Das Geheimnis seines jugendlichen Aussehens ist "The Beauty", ein "neues Medikament, das Schönheit verspricht, ohne einen Finger dafür krumm zu machen". Die positive Resonanz unter den ersten glücklichen Probanden, die "The Beauty" ausprobieren dürfen, ist bombastisch. Was kümmern da ein paar Nebenwirkungen?
Die beiden FBI-Agenten Cooper Madsen (Evan Peters, 39) und Jordan Bennett (Rebecca Hall, 43) werden derweil ins Epizentrum der High Fashion in Paris beordert. Auf schreckliche Weise beginnen dort gefragte Supermodels wie die Fliegen zu sterben. Rasch führen die Nachforschungen der zwei Beamten auf die Spur von Forst und dessen vermeintlicher Wunderdroge. Ihre Befürchtung, die ein Mitarbeiter des narzisstischen Unternehmers hinter verschlossenen Türen längst bestätigt hat: 'The Beauty' ist außerhalb des Labors mutiert - und hat sich in einen sexuell übertragbaren Virus verwandelt, der die Infizierten zwar hübsch, aber auch komplett irre macht.
Ashton Kutcher versus Demi Moore
Die Parallelen zum Body-Horror-Streifen "The Substance", in dem sich Demi Moore einen ebenso schonungslosen wie Oscar-nominierten Kampf mit dem Alter lieferte, liegen auf der Hand. Die Ironie des Schicksals: Nun ist es ausgerechnet ihr ehemaliger und damals als Toyboy verschriener Ex-Mann, der statt mit "The Substance" nun verhängnisvoll mit "The Beauty" hantiert. Der Film mit Moore mag zwar rund eineinhalb Jahre vor der Serie mit Kutcher erschienen sein, die Idee zu "The Beauty" war aber schon vorher da: Sie basiert auf dem gleichnamigen Comicbuch von Jeremy Haun und Jason A. Hurley, das bereits 2011 veröffentlicht wurde.
Alte (Horror-)Hasen und ein Schauspiel-Durchbruch?
Die Vorlage ist dabei wie gemacht für Horror-Virtuose Ryan Murphy. Der Schöpfer von "American Horror Story" und der True-Crime-Reihe "Monster" ist auch die treibende Kraft hinter "The Beauty". Fans dieser beiden Anthologie-Serien wissen also, worauf sie sich einstellen dürfen - zimperlich geht es im Murphy-Kosmos selten zu.
Wer natürlich nicht fehlen darf, ist Murphys ausdrucksstarke Allzweckwaffe Evan Peters. Der Mime schlüpfte schon in "American Horror Story" in verschiedenste Rollen und verkörperte in der "Monster"-Auftaktstaffel den Serienmörder Jeffrey Dahmer so überzeugend, dass es als Lohn einen Golden Globe für seine Darstellung gab.
Für Bella Hadid (29) stellt ihre Rolle in "The Beauty" hingegen womöglich den Startschuss einer Schauspielkarriere dar. Zwar wirkte sie schon in einigen Produktionen mit, so groß wie diesmal waren ihre Parts aber nie. Blut scheint sie jedenfalls geleckt zu haben: Bei der Premiere von "The Beauty" am vergangenen Wochenende schwärmte das Model von den Erfahrungen am Set und speziell von Co-Star Kutcher, der ihr offenbar zahlreiche Tipps an die Hand gegeben hat.
Als regelrechter Coup darf das Casting von Isabella Rossellini (73) angesehen werden. Gefühlt schritt die Grande Dame gerade noch durch die Gotteshallen im prämierten Papst-Drama "Konklave". Nun giftet sie sich herrlich durch "The Beauty" und wünscht Kutchers Figur, die wohl nicht ganz zufällig an den realen, steinreichen und maximal dubiosen Anti-Aging-Unternehmer Bryan Johnson erinnert, buchstäblich den Tod an den faltenfreien Hals.
Zynisch bis brutaler Mix
Mehr als jemals zuvor verquickt Ryan Murphy mit "The Beauty" seine erfolgreiche Horror-Expertise mit einer satten Portion Sozial- und Gesellschaftskritik, angesiedelt in einer nicht allzu fernen Sci-Fi-Zukunft. Ein attraktiver Mix, der nicht nur Fans seiner bisherigen Serienschöpfungen anlocken dürfte.
Der Startschuss von "The Beauty" fällt am 22. Januar bei Disney+ mit den ersten drei Folgen. Danach folgt ein wöchentlicher Release (immer donnerstags) der acht weiteren Episoden von Staffel eins. Die Ausnahme stellen die letzten beiden Wochen dar - hier wird in Doppelfolgen in Schönheit gestorben.