Tatort - Tschill Out - Warum sich das Einschalten lohnt

Im neuesten Hamburger "Tatort: Tschill Out" liefert Til Schweiger als Ermittler Nick Tschiller ein deutliches Kontrastprogramm zum Vorgängerfilm "Tschiller: Off Duty". Warum sich das Einschalten am Sonntagabend lohnt, lesen Sie hier in der AZ-Kritik.
| Philipp Seidel
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Ermitteln in Hamburg: Yalcin Gümer (Fahri Yardim, l.) und Nick Tschiller (Til Schweiger, r.).
Christine Schröder/NDR/dpa Ermitteln in Hamburg: Yalcin Gümer (Fahri Yardim, l.) und Nick Tschiller (Til Schweiger, r.).

Achtung, Spoiler! Diese TV-Kritik gibt mehr oder weniger konkrete Hinweise auf die Handlung des Hamburger "Tatort: Tschill Out". Wenn Sie nichts verraten bekommen wollen, warten Sie mit der Lektüre des Textes bis Sie den Film gesehen haben (Das Erste, 05.01.2019, 20.15 - 21.45 Uhr und in der ARD-Mediathek).


Möwengeschrei und Meeresrauschen in seinen Ohren: Nick Tschiller hat im (Kino-)Vorgängerfilm "Tschiller: Off Duty" Istanbul und Moskau in Schutt und Asche gelegt, wie es sonst nur Liam Neeson ("96 Hours - Taken 2") oder Bruce Willis ("Stirb langsam 5") dürfen. Nun ist er zwangsbeurlaubt und hilft auf der Nordseeinsel Neuwerk in einer Einrichtung für verhaltensauffällige Jugendliche aus.

Til Schweiger als cooler Zwischendurch-Erzieher, das kennt man aus seinem Kino-Erfolg "Keinohrhasen". Auch die Schweiger-Figur Tschiller kommt mit seinen unkonventionellen Methoden ganz gut bei den Jugendlichen an. Dann muss er aber plötzlich auch noch auf einen Kronzeugen aus Hamburg aufpassen, der bei ihm auf der Insel abgesetzt wird. Und aus ist's mit der Ruhe im weiten Watt.

"Tschill Out" wird zum Insel-Kammerspiel

"Tschill Out" (Regie: Eoin Moore, Drehbuch: Eoin Moore und Anika Wangard) ist das Gegenprogramm zu "Off Duty": ein Insel-Kammerspiel, das nicht mit Action beeindrucken will, sondern vielmehr mit der Kargheit der Insel klarkommen muss. Und das gelingt ausgezeichnet.

Bemerkenswert ist bei Til Schweiger immer wieder, wie selbstironisch er die Erwartungen an seine Rollen bricht. "Du bist irgendwie niedlich", sagt Laura Tonke als Leiterin der Insel-Einrichtung – und setzt hinzu: "Und natürlich männlich und brutal." Und Tschiller: grinst. Hier grinst nicht Tschiller herablassend, sondern vielmehr Schweiger über sich.

Auch Yardim und Moore überzeugen im "Tatort"

Parallel zur Handlung auf der Insel laufen Ermittlungen in Hamburg: Drogenhandel im Darknet. Fahri Yardim als Tschiller-Partner Yalcin Gümer gibt in schönstem norddeutschen Zungenschlag einige der flottesten Sprüche in der "Tatort"-Welt von sich. Wer sonst könnte sich so lässig neben Til Schweiger behaupten wie Yardim?

Die junge LKA-Kollegin Robin Pien (Zoe Moore) hat einen starken ersten Auftritt. Zwar muss sie gleich mal übermütig eine Tür eintreten, während Gümer zögert (die Neue soll offensichtlich eine Handelnde sein und nicht nur das sehr schöne schmückende Beiwerk), aber solche eher unrealistischen Drehbuch-Albernheiten geben sich meist, wenn die Figur erst einmal eingeführt ist. Ansonsten gibt Zoe Moore eine selbstbewusste und kluge Ermittlerin, die nicht überzeichnet wirkt und einige gute Szenen bekommt. Möge sie wiederkehren!

Lesen Sie auch: "Tatort"-Vorschau 2020 - Das erwartet die Sonntagskrimi-Fans

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