"Tatort"-Star Adele Neuhauser: "Ich will einem in die Eier treten!"

Was macht den "Tatort" so populär wie nie? Im Interview mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" erklären fünf TV-Kommissare, wo die Stärken des Formats liegen. Aber auch wie langweilig es ist, einen immer politisch korrekten Ermittler zu spielen.
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Adele Neuhauser alias Kommissarin Bibi Fellner im "Tatort"
rbb/ORF/Petro Domenigg Adele Neuhauser alias Kommissarin Bibi Fellner im "Tatort"

Berlin - Der "Tatort" ist so beliebt wie nie, unter anderem, weil das gemeinsame Krimi-Schauen am Sonntagabend als "kollektives Erlebnis" zelebriert wird, wie der Kölner "Tatort"-Kommissar Klaus J. Behrendt im Interview mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" findet. Seiner Meinung nach habe die WM 2006, "die Erfahrung mit Public Viewing", die jungen Menschen geprägt.

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Für die Wiener Ermittlerin Adele Neuhauser liegt die Stärke des "Tatorts" darin, dass die Serie "gesellschaftlich relevante Themen" wie Menschenhandel und Jugendkriminalität aufgreift. Und die Reihe habe den "besten Sendeplatz der Woche", wie die Bremer Kommissarin Sabine Postel im Interview mit dem "SZ Magazin" hinzufügt.

Der ehemalige Berliner Kommissar Dominic Raacke sieht das Geheimnis des Erfolgs in der langen Geschichte: "Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass sich bestimmte Marken auch deswegen durchsetzen, weil es sie schon so lange gibt", sagt er im gleichen Interview. "Und wir erzeugen Heimatgefühle, weil es für jedes Sendegebiet einen anderen Kommissar gibt." Die Vielzahl der Teams hält auch Behrendt für wichtig: "Wie beim Fußball gibt es beim 'Tatort' verschiedene Teams, und jedes Team hat seine eigenen Fans. Das finde ich toll."

Ulrike Folkerts, die bereits seit 1989 als Kommissarin Lena Odenthal zu sehen ist, und selbst sonntags "fast immer" den ARD-Krimi schaut, sieht den "Tatort" im Moment in einer Boomphase. Es gebe zwar immer mehr Teams, und "vielleicht auch mehr Wiederholungen als früher", aber die Leute sähen trotzdem sehr gerne zu, sagt sie in dem Magazin. "Vielleicht hat die sogenannte 'Tatort'-Schwemme zu diesem Boom geführt." Allerdings sei ihr in den vergangenen Jahren die Spannung etwas verloren gegangen: "Ich erinnere mich noch, wie ich mit dem Kissen vor der Brust Fernsehen schaute und um den Protagonisten richtig Angst hatte", erzählt sie. Langweilig finde sie, dass die Kommissare nie über die Stränge schlagen dürfen, weil das politisch nicht korrekt sei. "Ja, verdammt noch mal, ich will einem in die Eier treten, wenn er es verdient hat!", pflichtete ihr Neuhauser bei.

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