"Tatort: Sashimi Spezial": Lohnt sich der Fahrradkurier-Krimi?

Im "Tatort: Sashimi Spezial" ermitteln die Ludwigshafener Kommissarinnen Johanna Stern und Lena Odenthal teils Undercover nach dem Tod eines Fahrradkuriers. Lohnt sich das Einschalten?
(ili/spot) |
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"Tatort: Sashimi Spezial": Johanna Stern (Lisa Bitter, Foto) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermitteln teils Undercover nach dem Tod eines Fahrradkuriers.
"Tatort: Sashimi Spezial": Johanna Stern (Lisa Bitter, Foto) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermitteln teils Undercover nach dem Tod eines Fahrradkuriers. © SWR/Benoît Linder

Während sich andere altgediente "Tatort"-Teams allmählich verabschieden, bleibt Ulrike Folkerts (64) als dienstälteste Kommissarin Lena Odenthal seit 1989 die verlässliche Konstante im sonntäglichen Krimikosmos. Auch in "Sashimi Spezial" (1. März, 20:15 Uhr, Das Erste) überzeugt sie mit klarer Präsenz. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht diesmal allerdings Lisa Bitter (geb. 1984), die als Johanna Stern seit 2014 das Ludwigshafener Team ergänzt.

Darum geht's in "Tatort: Sashimi Spezial"

Ein junger Fahrradkurier wird überfahren - zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus. Doch Odenthal und Stern zweifeln an der Zufälligkeit und stoßen bei ihren Nachforschungen auf das selbstverwaltete Lieferkollektiv "Velopunks". Zwischen Idealismus, Überforderung und Selbstausbeutung versuchen dessen Mitglieder, ihren alternativen Arbeitsalltag aufrechtzuerhalten. Johanna schwingt sich kurzerhand selbst aufs Rad und ermittelt Undercover - sehr zum Unmut ihrer Kollegin...

Lohnt sich das Einschalten?

Naja. Der Film von Regisseurin Franziska Margarete Hoenisch (geb. 1984) hätte viel Potenzial. Die Mischung aus Sozialstudie und Krimi ist ambitioniert, bleibt erzählerisch jedoch wenig raffiniert. Am Ende steht ein engagierter Versuch, aktuelle Missstände in ein Sonntagabendformat zu gießen - mit überzeugender Ausstattung, moralischem Impuls und einer unermüdlichen Lena Odenthal sowie ihrem sehenswerten Team.

Autor Stefan Dähnert (64), der unter anderem mit dem erschütternden "Tatort"-Zweiteiler "Wegwerfmädchen" und "Das goldene Band" 2012 gesellschaftlich relevante Stoffe eindrucksvoll erzählte, liefert diesmal mehr Konzept als Emotion. Manches wirkt überzogen - etwa der übereilte Undercover-Einsatz oder die finale Konfrontation, die eher unglaubwürdig ist. Trotzdem tragen die Figuren, die Atmosphäre stimmt, und in seinen besten Momenten trifft der Film einen wunden Punkt unserer Zeit.

"Sashimi Spezial" beleuchtet kritisch die Arbeitsbedingungen in einer Branche, auf deren Dienste wir uns selbstverständlich verlassen. Zwischen Paketstress, Leistungsdruck und moralischen Zweifeln zeigt der Film, wie nah Solidarität und Selbstausbeutung beieinanderliegen. Das Thema ist stark, die Umsetzung jedoch wechselhaft: mal präzise beobachtet, mal zu plakativ. Weniger erfahrene "Tatort"-Zuschauer könnten Gefallen finden, für routinierte Fans dürfte vieles zu vorhersehbar und konstruiert wirken.

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