"Tatort: Könige der Nacht": Kommissarin stürzt vom Baugerüst

Im neuen Schweizer "Tatort: Könige der Nacht" wird Kommissarin Isabelle Grandjean von einem Verdächtigen vom Baugerüst gestoßen. Darstellerin Anna Pieri Zuercher spricht über die schmale Linie zwischen Routine und Lebensgefahr im Polizeialltag.
von  (ili/spot)
"Tatort: Könige der Nacht": Kurz nach dieser Szene mit Kommissarin Tessa Ott (Carol Schuler, r.) eskaliert die Situation. In der Folge stürzt Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) vom Baugerüst.
"Tatort: Könige der Nacht": Kurz nach dieser Szene mit Kommissarin Tessa Ott (Carol Schuler, r.) eskaliert die Situation. In der Folge stürzt Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) vom Baugerüst. © SRF/Sava Hlavacek

Ein Stoß, ein kurzer Moment des Schwebens, dann der freie Fall - im neuen Schweizer "Tatort: Könige der Nacht"(3. Mai, 20:15 Uhr, das Erste) gerät Kommissarin Isabelle Grandjean in eine Albtraum-Situation: Ein Verdächtiger schubst sie von einem Baugerüst. Es ist einer jener vielen Schreckmomente, die in diesem Krimi für maximale Spannung sorgen - und die für Schauspielerin Anna Pieri Zuercher (geb. 1979) sinnbildlich für den Beruf ihrer Figur stehen.

Wenn Routine plötzlich kippt

"Solche Situationen gehören leider zu ihrem Alltag", sagt die Schauspielerin im Interview. Grandjean arbeite in einem Umfeld, "in dem Gefahr jederzeit entstehen kann", und habe gelernt, ruhig zu bleiben und schnell zu reagieren. "Sie inszeniert sich dabei nicht als Heldin, sie handelt einfach und macht weiter."

Genau diese Mischung aus Alltag und Abgrund ist das Markenzeichen des elften Falls aus Zürich. "Dieser Moment des Sturzes zeigt sehr klar, wie schnell alles kippen kann und wie nah Risiko und Routine manchmal beieinanderliegen", sagt Zuercher. Es seien gerade solche Augenblicke, die deutlich machten, "wie wenig selbstverständlich Sicherheit in diesem Beruf ist".

"Du bleibst auch als Polizistin Mensch"

Auch ihre Kollegin Tessa Ott, gespielt von Carol Schuler (39), kommt im neuen Fall an ihre Grenzen - allerdings auf einer ganz anderen Ebene. Eine illegal in Zürich lebende Pizzakurierin (Nambitha Ben-Mazwi) wird zur einzigen Zeugin in einem Mordfall um einen toten Callboy. Als ihre Freundin kurz darauf von einem Auto tödlich angefahren wird, geraten die Ermittlerinnen in einen Konflikt zwischen Polizeipflicht und Menschlichkeit.

"Tessa kann ihre Emotionen nicht abschalten - und sie will es auch nicht", erklärt Carol Schuler ihre Figur. Für ihre Kommissarin seien Geflüchtete "keine Akten oder Statistiken - es sind Menschen, deren Zukunft von administrativen Entscheidungen abhängt". Schuler beschreibt den inneren Konflikt ihrer Rolle deutlich: Tessa erkenne, dass sie als Staatsdienerin Teil eines Systems sei, "das Menschen kriminalisiert, die eigentlich Schutz suchen".

Hollywood-Regisseur gibt sein "Tatort"-Debüt

Drehbuchautor Mathias Schnelting hat den Fall vor dem Hintergrund der Schweizer Asyl- und Migrationspolitik angesiedelt. Inszeniert wurde der neue Fall vom Schweizer Hollywood-Regisseur Claudio Fäh, der mit "Könige der Nacht" seine "Tatort"-Premiere feiert. Fäh setzt auf präzise Schauspielführung und Thriller-Elemente. Im Zentrum steht die südafrikanische Schauspielerin und Aktivistin Nambitha Ben-Mazwi als mutige Zeugin in Gefahr.

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