"Tatort: König in Gelb": Serienmörder im Demenzdorf?

Die "Tatort"-Saison ist eröffnet: In "König in Gelb" ermittelt Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm in ihrem 33. Fall. Diesmal sucht sie den Mörder in einem Demenzdorf - und das auch noch gemeinsam mit einem dementen Kollegen. Lohnt sich das Einschalten?
(eyn/spot) |
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Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) wird im neuen "Tatort: König in Gelb" an den Rand ihrer Geduld gebracht.
Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) wird im neuen "Tatort: König in Gelb" an den Rand ihrer Geduld gebracht. © NDR/Frizzi Kurkhaus

Der Sonntagskrimi ist zurück aus der Sommerpause. Nachdem die letzte Saison Anfang Mai mit dem Zürcher "Tatort: Könige der Nacht" geendet hatte, geht es jetzt endlich weiter, und zwar direkt mit dem nächsten König. In "König in Gelb" ermittelt Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm in ihrem 33. Fall - und das auch noch ausgerechnet an ihrem 60. Geburtstag. Dass der Fall die Ermittlerin in einem Demenzdorf auch mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert, kann eigentlich fast kein Zufall mehr sein. Passend zu ihrem Ehrentag liefert sie aber einen ihrer besten Fälle ab, so viel sei schon mal gesagt.

Obwohl, so ganz stimmt das mit dem Geburtstag nicht. Denn der Film feiert zwar am 13. September um 20:15 Uhr im Ersten seine TV-Premiere. Er ist allerdings der erste, der im neuen Veröffentlichungsrhythmus der ARD bereits zwei Tage vorher, am Freitag, 11. September, für registrierte Nutzer in der Mediathek abrufbar ist.

Worum geht's im "Tatort: König in Gelb"?

Charlotte Lindholm hat im LKA Hannover gerade wenig zu tun und wird deshalb zu einem Todesfall in einer Einrichtung für Demenzkranke geschickt. Dort ist eine ältere Dame bei einem Sturz ums Leben gekommen - oder? Denn plötzlich steht Kommissar Matthias Vogel (Andreas Lust, 59) in Lindholms Büro und behauptet, dass sich unter den Bewohnern des Demenzdorfes ein Serienmörder befindet, der in 20 Jahren mindestens sieben Menschen getötet haben soll.

Vogels Argumentation klingt schlüssig und seine Akten über den angesehenen, ehemaligen Musikpädagogen Gustav König sind akribisch geführt, aber trotzdem will Lindholm ihm nicht ganz trauen. Denn der Kollege redet langsam und viel, ist fahrig, erteilt ihr Befehle und hat immer wieder Aussetzer, womit er ihre Geduld ganz schön strapaziert.

Schließlich kommt sie hinter sein Geheimnis: Er leidet selbst an fortschreitender Demenz und ist vom Dienst freigestellt. Und er leidet mutmaßlich unter Verfolgungswahn, mit dem er auch die immer paranoider werdende Ermittlerin ansteckt. Kann man der absurden Theorie von so jemandem wirklich glauben? Wie kann man ermitteln, wenn der klare Verstand einen verlässt? Trotzdem kniet Lindholm sich in den Fall, in dem noch mehr Menschen Geheimnisse mit sich herumtragen.

Lohnt sich das Einschalten?

Auf jeden Fall. Dieser ungewöhnliche Krimi ist wohl der beste Einstand, den man sich für die neue Saison wünschen konnte, denn es gelingt Autor und Regisseur Alexander Adolph, das komplexe Thema Demenz so vielschichtig, berührend und dennoch durchaus amüsant aufzugreifen. Dabei bleibt die Demenz keinesfalls nur eine Rahmenhandlung, sondern ist vielmehr in jeder Situation präsent. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch.

Denn man muss sich bei diesem Fall ausnahmsweise mal fragen: Gibt es überhaupt einen Mord? Stimmt es, was Vogel Lindholm da auftischt, und täuscht König seine Demenzerkrankung möglicherweise nur vor? Oder verrennt sich der schwerkranke Ermittler da in etwas? Bis zum Ende schwankt man zwischen diesen beiden Optionen und kann deshalb Lindholms eigene Verwirrung und Verzweiflung sehr gut nachvollziehen.

Überhaupt zeigt Furtwängler mal wieder ihr schauspielerisches Können in stillen und nachdenklichen Momenten, wirkt aber auch sehr menschlich, wenn sie ihre Ungeduld gegenüber den Demenzkranken nicht mehr verbergen kann. Andreas Lust stiehlt ihr dennoch die Schau: Er verkörpert den innerlich zerrissenen, verzweifelten, aber auch immer wieder scharf kombinierenden Kommissar so eindringlich und zeigt damit, wie vielfältig Demenz auftreten kann. Am besten wirken die beiden aber sowieso, wenn sie zusammenarbeiten und ihre Positionen im Duo immer wieder ausfechten müssen.

Für Maria Furtwängler ist dieser Fall nicht nur wegen ihres Geburtstags etwas Besonderes. Die Schauspielerin hat selbst Demenz in der Familie erlebt, denn ihr Vater starb an der Krankheit. "Ich war sehr berührt, diese Verzweiflung zu sehen, dass etwas verloren geht und man es nicht mehr im Griff hat. Daran erinnere ich mich schon auch bei meinem Vater und das war herzzerreißend", erinnert sie sich im Interview mit spot on news. Es sei für Lindholm ein "echter Rollercoaster an Gefühlen und Situationen". Und den sollte man auch wirklich nicht verpassen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@spot-on-news.de

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