"Tatort: Explosive Mischung": Wer kommt hier noch heil heraus?

Der Überfall auf einen Geldautomaten in der Ludwigshafener Innenstadt geht schief, ein Mann stirbt. Lena Odenthal und Johanna Stern ermitteln in einem Krimi, der zum atemlosen Thriller wird. Lohnt sich das Einschalten?
von  (ili/spot)
"Tatort: Explosive Mischung": Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) muss den leitenden Polizeidirektor Breising (Bernd Hölscher) aus einer gefährlichen Situation befreien.
"Tatort: Explosive Mischung": Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) muss den leitenden Polizeidirektor Breising (Bernd Hölscher) aus einer gefährlichen Situation befreien. © SWR/Benoît Linder

Im "Tatort: Explosive Mischung" (4. Oktober, 20:15 Uhr, das Erste) geraten Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) in ein Ludwigshafener Viertel, in dem selbsternannte Sheriffs mehr Respekt genießen als die Polizei. Was als Ermittlungen nach einer missglückten Geldautomatensprengung beginnt, entwickelt sich zu einem hochspannenden Fall, in dem schließlich alle Ermittler in Lebensgefahr geraten.

Worum geht's im "Tatort: Explosive Mischung"?

Bei der Sprengung eines Geldautomaten in der Ludwigshafener Innenstadt kommt Dennis Lohberg ums Leben. Der junge Mann war seit seiner Jugend polizeibekannt und gilt als Kopf einer Stadtteilgang. Eine Geldkassette ist verschwunden - für Lena Odenthal und Johanna Stern deutet zunächst vieles darauf hin, dass ein Komplize mit der Beute geflohen ist.

Die Ermittlungen führen die Kommissarinnen zu Dennis' Bruder Chris (Filip Schnack) und dessen Ex-Freundin Fiona (Juliette Larat). Gleichzeitig stoßen die Polizisten auf Ulf Meisner (Christian Schneeweiß), einen selbsternannten Aufpasser, der davon überzeugt ist, dort für Ordnung sorgen zu müssen, wo der Staat versagt. Er bietet Jugendlichen Antiaggressionstrainings an, hat sich zuhause aber selbst nicht im Griff.

Auch der junge Polizeikollege Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler), der Dennis und die anderen Jugendlichen aus seiner Vergangenheit kennt, gerät immer tiefer in den Fall. Statt am Schreibtisch zu bleiben, nimmt er auf eigene Faust Kontakt zu Chris auf. Eine Entscheidung mit dramatischen Folgen.

Vom Krimi zum Thriller

Zunächst sieht alles nach einem klassischen Ermittlungsfall aus: Wer hat den Geldautomaten gesprengt? Wer hat die fehlende Geldkassette? Und welche Rolle spielen die Jugendlichen aus dem Viertel?

Doch "Explosive Mischung" belässt es nicht bei der Suche nach einem Täter. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto unmittelbarer wird die Bedrohung. Überwachung, Sprengstoff und eine Geiselnahme sorgen dafür, dass aus dem Kriminalfall zunehmend ein Thriller wird. Irgendwann geht es nicht mehr nur darum, ein Verbrechen aufzuklären - sondern darum, wer die Eskalation heil übersteht.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. "Tatort: Explosive Mischung" ist ein spannender und zugleich erschütternder Krimi, der seine verschiedenen Handlungsstränge erstaunlich geschickt miteinander verbindet. Schon der Einstieg macht neugierig: Der Film beginnt mit einer eskalierten Situation, springt dann zurück und erzählt quasi in Echtzeit die Vorgeschichte, bevor er sich wieder auf die dramatischen Ereignisse zubewegt. So verfolgt man die Ermittlungen von Anfang an mit dem Wissen, dass etwas passieren wird. Ein Kniff, der den ohnehin hohen Spannungspegel noch weiter erhöht.

Besonders gelungen ist, wie Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler aus dem Fall rund um eine Jugendgang nach und nach eine Geschichte über Gewalt, Kontrolle und Angst entwickelt. Das Thema häusliche Gewalt wirkt dabei nicht wie ein aufgesetzter Nebenstrang, sondern fügt sich organisch in das Bild eines Viertels ein, in dem das Vertrauen in staatliche Institutionen längst brüchig geworden ist. Im letzten Drittel zieht Eigler das Tempo noch einmal deutlich an. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen zusammen und der Film steuert auf den Showdown zu.

Auch die Besetzung überzeugt. Ulrike Folkerts und Lisa Bitter tragen den Fall gewohnt souverän, daneben setzen vor allem die jüngeren Darstellerinnen und Darsteller starke Akzente. Christian Schneeweiß gibt dem selbsternannten Sheriff Ulf Meisner eine unangenehme Ambivalenz: Einerseits tritt er als jemand auf, der im Viertel für Ordnung sorgen will, andererseits zeigt sich hinter dieser Fassade eine ganz andere Form von Gewalt.

Während die Vorfreude auf die neuen "Tatort"-Teams und Fälle aus Kiel, Franken und München bereits groß ist, wartet mit "Explosive Mischung" noch ein echtes Highlight auf die Fans.

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