Tatort: Der kalte Fritte - TV-Kritik zum Krimi aus Weimar

Die TV-Kritik zum "Tatort: Der kalte Fritte" aus Weimar (Sonntag, 20:15, ARD) – ein Fall voller Skurrilitäten, irrwitziger Charaktere und dem gewohnten Sprüchefeuerwerk von Lessing und Dorn.
| Markus Giese
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Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen vor der Explosion in einer Szene des Tatort-Krimis "Der kalte Fritte".
Anke Neugebauer/Wiedemann & Berg/MDR/dpa Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen vor der Explosion in einer Szene des Tatort-Krimis "Der kalte Fritte".

Die TV-Kritik zum "Tatort: Der kalte Fritte" aus Weimar  – ein Fall voller Skurrilitäten, irrwitziger Charaktere und dem gewohnten Sprüchefeuerwerk von Lessing und Dorn.

"Ich geh jetzt in' Puff", sagt der Kommissar. Aber nicht etwa, weil sich die gegenseitigen Frotzeleien des Weimarer Ermittler-Traumpärchens Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner) nun doch negativ auf das Liebesleben ausgewirkt haben. Nein, die Spur im "Tatort: Der kalte Fritte" führt vom milliardenschweren Mordopfer Alonzo Sassen über dessen junge Witwe Lollo (Ruby O. Fee) zum Betreiber eines Nobel-Bordells. Denn "wo genagelt wird, da rollen Köpfe", oder so ähnlich...

Der Puffbesitzer und Titelgeber "Fritte" (Andreas Döhler) will, dass sein Bruder Martin (Sascha Alexander Geršak) mit seinem Steinbruch nicht den Zuschlag für den Bau eines Goethe-Museums (was sonst) bekommt, hat eine Offshorefirma mit einem Professor, der mit seiner Schwägerin Cleo (Elisabeth Baulitz) schläft, in die er noch immer verliebt ist, und eine Nichte (Paula Kroh), die eigentlich seine Tochter ist. Nicht mitgekommen? Macht nichts. Denn dieses Gefühl beschleicht den Zuschauer unweigerlich, weil jeder mit jedem über jeden wegen irgendwas irgendwie verbandelt zu sein scheint.

Tschirner und Ulmen können nicht nur Klamauk

Und so arbeiten sich die Ermittler durch "den Weimarer Filz" voller Skurrilitäten, irrwitziger Charaktere und dem gewohnten Sprüchefeuerwerk, das aber meist geistreich und niemals allzu albern daherkommt – alles durch unkonventionelle Kamerafahrten und detailverliebte Schauplätze in Szene gesetzt. Und dann wird's auch zwei Mal blitzschnell richtig ernst in der Klassikerstadt. Und Tschirner und Ulmen dürfen zeigen, dass sie eben nicht nur Klamauk können, sondern auch richtig ordentlich schauspielen.

Und während man noch versucht, ganz durchzusteigen, schnappt schließlich "Thüringens bester Bulle", Kommissariatsleiter Stich (Thorsten Merten), seinen Betrüger-Papa Udo (Hermann Beyer), um den Drehbuchautor Murmel Clausen einen herrlich tragikomischen Nebenplot gebastelt hat, mit einem echten Kandinsky auf der Rückbank und Lollo auf dem Beifahrersitz, die das Schlusswort hat: " Och nö".

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