"Take the Money and Run": Über den Aufstieg und Fall der Kryptoqueen

Nilam Farooq schlüpft für ZDFneo in die Rolle von Dr. Ruja Ignatova, die meistgesuchte Betrügerin der Welt. Die Serie "Take the Money and Run" erzählt vom rasanten Aufstieg bis zum spektakulären Verschwinden der sogenannten Kryptoqueen.
(sv/spot) |
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Nilam Farooq spielt die Finanzbetrügerin Dr. Ruja Ignatova in der ZDFneo-Serie "Take the Money and Run".
Nilam Farooq spielt die Finanzbetrügerin Dr. Ruja Ignatova in der ZDFneo-Serie "Take the Money and Run". © ZDF/Mathias Bothor/Serviceplan

Mit der Kryptowährung OneCoin basierend auf einem Schneeball-System brachte Dr. Ruja Ignatova (45) Millionen Investoren um ihr Geld. Die sogenannte Kryptoqueen ergatterte Milliarden, bevor sie 2017 spurlos verschwand. Bis heute gehört sie zu den zehn meistgesuchten Menschen des FBI. In der True-Crime-Serie "Take the Money and Run" erzählt ZDFneo vom rasanten Aufstieg und tiefen Fall der wohl größten Finanzbetrügerin der Welt.

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Nilam Farooq (36) schlüpft in dem sechsteiligen Biopic in die Rolle der Ruja Ignatova und fungiert als Erzählerin - allerdings nicht chronologisch. Die Geschichte verläuft parallel auf mehreren Zeitebenen und beleuchtet auch Ignatovas Kindheit. Im Alter von zehn Jahren kam sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus Bulgarien nach Deutschland. Schon früh machte sich bei dem Mädchen eine hohe Intelligenz bemerkbar. In der Serie zeigt sie in jungen Jahren aber auch schon ein Händchen für Manipulation und agiert rücksichtslos und berechnend, um ihre Ziele durchzusetzen. "Lügen wie gedruckt. Das konnte ich schon als Kind", erzählt Ruja in einer Folge aus dem Off.

Nilam Farooq: Ruja Ignatova ist eine "böse Frau"

Darstellerin Nilam Farooq beschreibt Ignatova als machtgeil, aber auch als charismatisch und überzeugend. "Was mich besonders gereizt hat, ist, dass sie, man muss es so sagen, eine böse Frau ist", so die Schauspielerin. Farooq gelingt der Balanceakt zwischen beiden Gesichtern ihrer Figur. So überzeugt sie im einen Moment mit einer charismatischen Ausstrahlung, die binnen von Sekunden abrupt in reine Boshaftigkeit umschlagen kann.

Im Vorfeld hat sich die Schauspielerin intensiv mit der Kryptoqueen beschäftigt. "Man muss sich aber die Frage stellen, wie sehr man versucht, genauso zu sein und wie viel Fiktion man bewahrt", erklärt sie. Die Produktion nimmt sich auch kreative Freiheiten. "Wir erzählen ja auch Dinge, von denen wir nicht 100 Prozent wissen, ob sie so waren."

Ein Schicksal repräsentiert Millionen Opfer

Einige Nebenfiguren in der Serie wurden fiktionalisiert und scheinen lediglich inspiriert von Personen aus Ignatovas Umfeld. Die zahllosen Opfer von Ignatovas Machenschaften werden von nur einem Gesicht stellvertretend repräsentiert: Die junge Engländerin Claire Walsh (Jana Julia Roth) verspricht sich ein besseres Leben für sich und ihre pflegebedürftige Mutter (Nadine Wrietz). Sie investiert alles, was sie hat, was für sie letztlich den Ruin bedeutet. Ein tragisches Schicksal, wie es sicherlich einige unter Ignatovas Opfern gibt. Als Repräsentation von weltweit Millionen von betrogenen Anlegerinnen und Anlegern, etwa im ohnehin ärmlichen Uganda, wirkt es aber fast ein wenig dürftig.

"Take the Money and Run" kann mit seiner Erzählweise auch Zuschauerinnen und Zuschauer abholen, die sich bislang noch nicht mit dem Betrugsfall durch OneCoin auseinandergesetzt haben. Mit Montagen fängt die Serie den Geist der Messen ein, auf denen Ignatova in ihren flammenden Reden Menschen von sich überzeugte. Erklärvideos setzen nicht nur komödiantische Akzente, sondern führen das TV-Publikum auch in Begrifflichkeiten aus der Finanz- und Kryptowelt ein. Zum Beispiel: Was ist eine Blockchain? Eine Technologie, die OneCoin fehlte, weswegen den Anlegerinnen und Anlegern nichts als "heiße Luft" verkauft wurde.

Die große Frage nach dem Verbleib der Kryptoqueen

Zu Beginn der Folgen prangt der Hinweis auf dem Bildschirm, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Die Macher räumen aber ein: "'Take the Money and Run' kann und will nicht alle Fragen beantworten." Die Erzählung müsse Leerstellen aushalten. Für die wohl dringendste Frage rund um die Kryptoqueen macht die Serie in ihrer letzten Folge mehrere hypothetische Szenarien auf: Wo ist Ruja Ignatova abgeblieben? Um ihr Verschwinden ranken sich zahlreiche Mutmaßungen. Ist sie freiwillig untergetaucht? Hat sie ihr Aussehen verändert? Lebt sie überhaupt noch? Auf diese Fragen hat nach aktuellem Stand niemand eine eindeutige Antwort. Das FBI bietet inzwischen bis zu fünf Millionen Dollar für Hinweise, die zu Ignatovas Verhaftung führen.

"Take the Money and Run" ist ab dem 5. Januar im ZDF-Streaming-Portal verfügbar. Ab 11. Januar um 20:15 Uhr werden die sechs Episoden jeden Sonntag in Doppelfolgen bei ZDFneo ausgestrahlt.

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