SWR wiederholt schlechtesten Tatort aller Zeiten

Vor 35 Jahren hat der "Tatort - Der gelbe Unterrock" auch wegen eines Triebtäters im Karneval für heftige Kritik bei Fernsehzuschauern gesorgt. Im Januar will der SWR die 109. Folge der Krimireihe nun erstmals wiederholen.
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Die Schauspieler (l-r) Lamm (Dieter Ohlendiek), Oberkommissarin Buchmüller (Nicole Heesters) und Herr Klefisch (Udo Thomer), aufgenommen bei Dreharbeiten für den Tatort Film "Tatort - Der gelbe Unterrock", der 1980 ersten Mal ausgestrahlt wurde.
dpa Die Schauspieler (l-r) Lamm (Dieter Ohlendiek), Oberkommissarin Buchmüller (Nicole Heesters) und Herr Klefisch (Udo Thomer), aufgenommen bei Dreharbeiten für den Tatort Film "Tatort - Der gelbe Unterrock", der 1980 ersten Mal ausgestrahlt wurde.

Baden-Baden – "Die Folge ist besonders unter kulturhistorischen Aspekten interessant", erläuterte die Fernsehfilmchefin des Südwestrundfunks (SWR), Martina Zöllner die Entscheidung. Gezeigt wird der Streifen am 16. Januar 2016 (23.25 Uhr). Der Krimi mit Kommissarin Marianne Buchmüller, gespielt von Nicole Heesters (78), thematisiert Gewalt an Frauen im Mainzer Karnevalsmilieu.

In Fankreisen gilt der Streifen von 1980 als eine der schlechtesten Folgen der Kultreihe. Der damalige Südwestfunk hatte nach der Ausstrahlung zahlreiche Leserbriefe und Beschwerdeanrufe erhalten.

"Vor allem aus der Karnevalsecke", so die SWR-Filmchefin. "Was damals Zuschauer aufgeregt hat, würde heute niemanden mehr interessieren" - sprich, dass ein Triebtäter im Mainzer Karneval unterwegs war. Da die Folge hausintern als eher mittelmäßig angesehen wurde, hatte der SWR beschlossen, zunächst auf Wiederholungen zu verzichten. Der Film habe jedoch weder gegen den Jugendschutz noch gegen andere Gesetze verstoßen.

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Heute sei "Der gelbe Unterrock" vor allem als Zeitdokument interessant, sagte Zöllner. Heesters sei die erste weibliche "Tatort"-Kommissarin gewesen. "Inzwischen entsprechen die 'Tatorte' aus den 70ern und 80ern ohnehin nicht mehr unseren heutigen Sehgewohnheiten, weil sie viel langsamer in der Art der Erzählung sind", so der SWR. Heute seien fiktive Kriminalfälle im Fernsehen von der Machart her viel komplexer.

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