"Stralsund - Jetzt komm ich!": Martin Brambach als tickende Zeitbombe

In der 27. Episode der ZDF-Reihe "Stralsund" spielt Martin Brambach einen Bauunternehmer auf Rachefeldzug. "Jetzt komm ich!" vereint Krimi, Thriller und Drama - und gönnt den Zuschauern kaum eine Verschnaufpause.
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"Stralsund - Jetzt komm ich!": Jule Zabek (Sophie Pfennigstorf) versucht Detlev Schulte (Martin Brambach) zu stoppen.
"Stralsund - Jetzt komm ich!": Jule Zabek (Sophie Pfennigstorf) versucht Detlev Schulte (Martin Brambach) zu stoppen. © ZDF / Sandra Hoever

Martin Brambach (58) gehört zu jenen Schauspielern, die jede Rolle prägen, in die sie schlüpfen - egal ob als Dresdner "Tatort"-Kommissariatsleiter oder als gescheiterter Honecker-Darsteller. An diesem Samstag (21. Februar, 20:15 Uhr, ZDF) darf er in "Stralsund - Jetzt komm ich!" zeigen, was passiert, wenn ein gedemütigter Bauunternehmer beschließt, zur Gegenoffensive überzugehen. Mit dieser 27. Episode der beliebten Krimireihe aus dem hohen Norden liefert Regisseur und "Polizeiruf 110"-Experte Eoin Moore (geb. 1968) ein spannendes "Stralsund"-Debüt ab.

Brambachs Figur Detlev Schulte hat eigentlich die halbe Stadt errichtet. Trotzdem steht er vor dem Nichts: pleite, betrogen, hintergangen. Sein langjähriger Geschäftspartner Peter Unger (Steffen Münster) hat ihn finanziell ruiniert, und als wäre das nicht genug, hat dieser auch noch eine Affäre mit Schultes Ehefrau Birgit (Carina Wiese). Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, fällt in einem Rügener Nobelhotel: Nach einer durchzechten Nacht in der Sauna mit drei österreichischen Geschäftsleuten nimmt das Verhängnis seinen Lauf - einer der Männer stirbt, ein weiterer fällt ins Koma. Eine Spirale der Gewalt wird in Gang gesetzt.

Ein Sturz von der Rügenbrücke

Schulte hat einen Schalter umgelegt. Der Loser tritt nun nach vorn - und zwar mit einer Wucht, die selbst die ermittelnden Beamten kalt erwischt. Allen voran Kommissarin Jule Zabek (Sophie Pfennigstorf, 36), die Schulte auf der imposanten Rügenbrücke stellt und dabei selbst beinahe ums Leben kommt. Sie stürzt in die Tiefe und überlebt wie durch ein Wunder beinahe unverletzt. Doch die Nahtoderfahrung hinterlässt Spuren - massive Gleichgewichts- und Wahrnehmungsstörungen plagen sie fortan. Ihren Kollegen verschweigt sie den Vorfall, was das Vertrauen im Team auf eine harte Probe stellt.

Ihr Kollege Karl Hidde (Alexander Held, 67) hätte davon eigentlich erfahren müssen. Doch der Veteran hat selbst genug am Hals: Sein Bein macht ihm zu schaffen, zu Hause warten die Einsamkeit, und dann ist da noch der frisch eingesetzte Polizeidirektor Prick (Boži Kocevski, geb. 1989), der ihn mit bürokratischem Wahnsinn überzieht. Nach 35 Berufsjahren geht ihm der ganze Polizeizirkus gehörig auf die Nerven - seinen Frust lässt er an den falschen Stellen ab.

Ein Vater-Sohn-Verhältnis voller Gift

Besonders brisant wird es, als Schulte seinen Sohn Hannes (Marius Ahrendt, geb. 1992) für seine Rachepläne einspannt. Denn zwischen den beiden herrscht alles andere als Vertrauen - jeder hält den anderen für einen Versager. Drehbuchautorin Anika Wangard und Regisseur Eoin Moore, der hier auch als Koautor fungiert, gelingt es hervorragend, den wirtschaftlichen Absturz Schultes mit den tiefen Rissen in seiner Familie zu verweben.

Moore kennt sich aus mit norddeutscher Krimikost - als langjähriger Regisseur des Rostocker "Polizeiruf" weiß er, wie man Küstenlandschaften nicht nur als hübsche Kulisse, sondern als eigenständigen Erzählfaktor einsetzt. In "Stralsund - Jetzt komm ich!" baut er von der ersten Sekunde an Tempo auf. Verschnaufpause? Fehlanzeige!

Dresdner Charakterdarsteller

Der gebürtige Dresdner Martin Brambach zählt er zu den vielseitigsten deutschen Charakterdarstellern - für seine Rolle in "Der Fall Barschel" etwa wurde er gleich dreifach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen und dem Deutschen Fernsehpreis.

In "Jetzt komm ich!" zeigt Brambach keinen eindimensionalen Bösewicht, mit jeder Szene verschiebt sich die Wahrnehmung bis zum nervenaufreibenden Showdown...

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