Stephan Zinner: "Ich drehe halt gern mit der Anne Schäfer"
Es war der erfolgreichste Serienstart des BR Fernsehens in diesem Jahrtausend: Die erste Staffel "Himmel, Herrgott, Sakrament" holte Marktanteile von bis zu 27,9 Prozent in Bayern und erreichte mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an Staffel zwei hoch sind. Am 10. April kehrt Pfarrer Hans Reiser (Stephan Zinner) zurück - freitags um 20:15 Uhr im BR Fernsehen, in Doppelfolgen. Wer nicht warten möchte: Alle sechs neuen Folgen sind bereits seit Gründonnerstag, dem 2. April, in der ARD Mediathek abrufbar.
Im Interview mit spot on news gibt Hauptdarsteller Stephan Zinner (51) einen ersten Einblick, was die Zuschauer erwartet: "Es wird emotionaler, ein bisschen größer - und gleichzeitig bleibt's sehr nah an den Figuren. Es gibt ein paar Geschichten, die den Reiser ordentlich fordern. Und ich glaube, es sind wieder Momente dabei, bei denen man lachen und im nächsten Augenblick schlucken muss."
Eine Liaison sorgt für Wirbel
Inhaltlich wartet Staffel zwei mit einem zentralen Konflikt auf: Pfarrer Reiser und Ärztin Lisa Kirchberger (Anne Schäfer, 46) sind nun offiziell ein Paar - was nicht nur Kardinal Brunnenmayr (Erwin Steinhauer, 74) auf den Plan ruft. Der fordert eine klare Entscheidung: Priesteramt oder Liebesbeziehung. Reiser allerdings denkt nicht daran, auch nur eines von beiden aufzugeben. Stattdessen nimmt er syrische Flüchtlinge in seiner Kirche auf, unterstützt die Schwester des Kardinals bei der Segnung ihrer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und übernimmt eine Selbsthilfegruppe für Ex-Kriminelle. Währenddessen deckt Lisa ein Verbrechen auf, das den Kardinal höchstpersönlich in den Verdacht krimineller Machenschaften bringt.
Zinner ist anzumerken, dass er diese Figur mit echter Überzeugung spielt. Was macht Pfarrer Reiser für ihn so interessant? "Der ist jemand, der aneckt, aber nicht aus Prinzip, sondern weil er's ernst meint. Und genau das bringt ihn immer wieder in schwierige Situationen." In der neuen Staffel komme der Pfarrer an Punkte, an denen er sich auch selbst hinterfragen müsse. "Die Vergangenheit holt ihn ein bissel ein", sagt Zinner - und spielt damit darauf an, dass er seinen Vater (Sigi Zimmerschied, 72) neu verheiraten soll.
Die Serienarbeit habe seinen Blick auf die Institution Kirche durchaus verändert, sagt Zinner: "Auf den Glauben nicht - der war für mich nie das Problem. Aber ich setz mich durch die Serie schon intensiver mit der Institution Kirche auseinander."
Wie viel Stephan Zinner steckt in Pfarrer Reiser?
Wie viel von Stephan Zinner steckt eigentlich in dieser Rolle? Seine Antwort ist direkt: "Mehr, als mir manchmal lieb ist. Diese Mischung aus Idealismus und Sturheit - die kenn ich schon auch." Und auch die Dreharbeiten selbst klingen nach einer Erfahrung, die über reines Handwerk hinausgeht. Was unvergesslich war? "Ich drehe halt gern mit der Anne Schäfer, weil sie eine super Schauspielerin ist und weil man mit ihr gerne auch mal ein Rüscherl trinken kann." Beim "Rüscherl" handelt es sich um einen Cocktail aus Bayern und Österreich, bei dem Weinbrand oder Rum mit Cola gemischt wird.
Die Erfolgsserie stammt erneut von Regisseur Franz Xaver Bogner (77), der auch die Drehbücher verantwortet, gemeinsam mit Carolina Zimmermann und Felicitas Bogner. Produziert wurde die neue Staffel von maze pictures in Koproduktion mit Heimatfilm, BR und ORF, gefördert von FFF Bayern.
"Ich mag unsere Couch" - als Ausgleich zu einem vollgepackten Jahr
Nockherberg-Fastenprediger, "Polizeiruf 110", "Himmel, Herrgott, Sakrament", Eberhoferkrimi (Kinostart: 13. August) und dazwischen Kabarett, Lesungen, Musik und PR für die Projekte - 2026 ist für Zinner ein Jahr voller beruflicher Highlights. Wie kommt er dabei am besten zur Ruhe? "Ganz unspektakulär: Familie, Musik, ein bissl Berggehen, Kochen und dazu ein Glaserl Wein. Und manchmal hilft's auch einfach, nix zu tun. Ich mag unsere Couch."
Doch Pause ist vorerst nicht in Sicht: Am 23. April feiert sein neues Kabarett-Programm "Irgendwas mit Küche" Premiere - gemeinsam mit seinem Kollegen Hannes Ringlstetter (55). Danach stehen eine neue Platte und ein weiterer "Polizeiruf" auf dem Programm.
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