Sind deutsche Kliniken vorbereitet auf Hitze, Flut, Hacker und Terror?

Drohnen-Alarm, Hacker-Panik, Klima-Kollaps: Die "kritische Infrastruktur" sieht sich inzwischen mit diversen abstrakten und konkreten Gefahren konfrontiert, die es vor ein paar Jahren noch nicht gab. Die Macher einer neuen ARD-Dokumentation haben nun gezielt zur Sicherheit deutscher Krankenhäuser recherchiert.
von  Jonas Decker
Die Charité in Berlin: Hier finden bereits Übungen statt, die das Personal für mögliche zukünftige Krisensituationen "sensibilisieren" sollen.
Die Charité in Berlin: Hier finden bereits Übungen statt, die das Personal für mögliche zukünftige Krisensituationen "sensibilisieren" sollen. © rbb/DOCDAYS/Knut Schmitz

Es sind aufgewühlte Zeiten, in denen gefühlt an jedem Tag Alarm geschlagen wird. Man sollte deshalb umso mehr darauf achten, dass es bei diesem sensiblen Thema nicht zu alarmierend wird: Die Versorgung in deutschen Krankenhäusern ist heute gut und wird aller Voraussicht nach auch morgen und übermorgen gut sein. Trotzdem befasst sich eine neue Dokumentation aus der Reihe "ARD Story" nun mit der Frage danach, wie sicher die medizinische Versorgung hierulande im Ernstfall wirklich ist.

"Im Ernstfall verletzlich": Der Sendungstitel nimmt vermeintlich schon einen Teil der Antwort vorweg, in jedem Fall wirkt er subtil beunruhigend. Die Produktion im Auftrag von rbb und HR scheint aber doch einen wunden Punkt zu treffen, zumal sich auch die Krankenhäuser selbst schon länger mit der eigenen Verwundbarkeit beschäftigen - teils aus Vorsorge, teils aufgrund aktueller Erfahrungen.

Krankenhaus-Sicherheit als Politikum

"Flut und Hitze, Hackerangriffe, Terror, Sabotage und Krieg sind längst keine abstrakten Szenarien mehr", heißt es in einer ARD-Ankündigung zu "Im Ernstfall verletzlich". Vor diesem Hintergrund hat Filmemacherin Mareike Müller verschiedene Standorte aus dem medizinischen Sektor besucht und zum Thema Sicherheit nachgefragt. In der Berliner Charité etwa, der größten Uniklinik Europas, erfährt sie von fortgeschrittenen Übungen mit der Bundeswehr, bei denen das Personal für den Krisenfall "sensibilisiert" werden soll.

Andere Häuser haben derweil schon ganz konkrete Ernstfall-Erfahrungen gemacht: Das Hospital St. Antonius in Eschweiler beispielsweise musste während der Flutkatastrophe vor fünf Jahren evakuiert werden, nachdem die Infrastruktur ausgefallen war. Das Universitätsklinikum Frankfurt am Main wiederum wurde 2023 zur Zielscheibe von Hackern - mit weitreichenden, erschreckenden Auswirkungen. Wie sich Kliniken für die Zukunft auf vergleichbare Krisensituationen vorbereiten lassen, wird in dem 45-minütigen Film schließlich auch zur gesellschaftlichen und politischen Frage: "Was ist uns eine verlässliche medizinische Versorgung in einer zunehmend unsicheren Welt wert?"

Im Ernstfall verletzlich - Wie krisenfest sind unsere Krankenhäuser? - Mi. 21.10. - ARD: 22.50 Uhr

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