Schlafstörung durch psychische Belastungen: So bekämpft Bundeswehrsoldat Roland seine Albträume

Schwere Albträume und traumatische Erinnerungen lassen Roland nicht zur Ruhe kommen. Nach mehreren Auslandseinsätzen leidet der Bundeswehrsoldat an PTBS und Depressionen. Eine ARD-Doku begleitet ihn bei seinem Kampf gegen die Albträume.
von  Paula Oferath
Roland hat mit den Folgen seiner Bundeswehreinsätze zu kämpfen.
Roland hat mit den Folgen seiner Bundeswehreinsätze zu kämpfen. © Das Erste

Roland ist 44 Jahre alt und seit November 2000 Soldat. Doch die Erlebnisse aus seinen Auslandseinsätzen lassen ihn bis heute nicht los. Er leidet unter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Depressionen. Besonders die schweren Albträume machen ihm zu schaffen und rauben ihm den Schlaf. Die ARD-Doku "Meine Träume - Was verraten sie über mich?" begleitet ihn auf seinem Weg, mit den belastenden Erinnerungen umzugehen.

Zu Beginn der Dokumentation trifft das Filmteam Roland im Bundeswehrkrankenhaus Berlin, wo er sich zum zweiten Mal in der psychiatrischen Abteilung in stationärer Behandlung befindet. Zur Bundeswehr kam er einst aus Abenteuerlust. Er habe sich der Herausforderung stellen wollen, ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben, wie das Leben als Soldat tatsächlich aussieht.

Im Laufe seiner Dienstzeit war Roland mehrfach in Afghanistan im Einsatz: zweimal in Kundus, einmal in Kabul und "acht- oder neunmal" in Masar-e Scharif. "In Afghanistan zu sein, war am Anfang wirklich komisch", erinnert er sich. Vor seinem ersten Einsatz kannte er das Land vor allem aus den Nachrichten. Die Wirklichkeit vor Ort habe ihn jedoch überrascht. Die Armut der Menschen habe ihn "überwältigt". Heute kämpft er mit den psychischen Folgen seiner Einsätze.

Viele, "die sich nicht trauen sich Hilfe zu suchen"

In der Klinik arbeitet Roland gemeinsam mit seiner Therapeutin daran, die belastenden Träume zu verändern. Dabei entwickeln die beiden alternative Handlungen für seine Albträume und schreiben jene Momente um, die ihm besonders zu schaffen machen. Über die damit verbundenen Gefühle zu sprechen, fällt Roland nicht leicht. Seiner Therapeutin gegenüber kann er sich jedoch öffnen.

Sobald sie eine Geschichte erarbeitet haben, mit der Roland sich wohlfühlt, liest sie ihm diese vor. Er nimmt die Erzählung zusätzlich auf, um sie sich dreimal täglich anhören zu können. Er hoffe so, dass die Albträume "so, wie sie ursprünglich waren, verschwinden".

14 Wochen nach seiner Behandlung im Bundeswehrkrankenhaus besucht das Reportageteam Roland erneut. Die Rückkehr zu seinen Kollegen sei für ihn zunächst "komisch" gewesen. Nicht jeder in seinem Umfeld kennt seine Geschichte. Doch diejenigen, mit denen er darüber sprechen möchte, hören ihm zu. "Es gehört halt leider schon zum Dienst in der Bundeswehr dazu, dass viele Soldaten psychische Probleme aufgrund von Einsätzen haben", sagt Roland.

Dass er sich für die Dokumentation entschieden hat, hängt auch mit seinen Erfahrungen im eigenen Umfeld zusammen. Er kenne viele Kameraden, die nach ihren Einsätzen mit psychischen Problemen zu kämpfen hätten. Er wisse, dass es viele gebe, "die sich nicht trauen sich Hilfe zu suchen". Mit seiner Geschichte möchte Roland zeigen, dass es möglich ist, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Die komplette Doku "Meine Träume: Was verraten sie über mich?" ist ab sofort in der ARD-Mediathek verfügbar und wird in der Nacht von Freitag, 20. November, auf Samstag um 1.50 Uhr beim SWR ausgestrahlt.

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