RTL gaukelt Zuschauern Live-Interview vor

Nicht nur die DFB-Elf erwischte einen soliden Start. Auch RTL war mit der Premiere in der EM-Qualifikation zufrieden. Der Haken für die Zuschauer: Ein aufgezeichnetes Löw-Interview wurde von RTL als live vorgegaukelt.
| Michael Burner / Onlineredaktion
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Jogi Löw während der Partie am Spielfeldrand. Nach Abpfiff kam der Bundestrainer zum obligatorischen TV-Interview ins RTL-Studio. Live war das Gespräch am Ende aber nicht.
dpa Jogi Löw während der Partie am Spielfeldrand. Nach Abpfiff kam der Bundestrainer zum obligatorischen TV-Interview ins RTL-Studio. Live war das Gespräch am Ende aber nicht.

Nicht nur die DFB-Elf erwischte einen soliden Start. Auch RTL war mit der Premiere in der EM-Qualifikation zufrieden. Der Haken für die Zuschauer: Ein aufgezeichnetes Löw-Interview wurde von RTL als live vorgegaukelt.

Dortmund - Die Quote war nicht schlecht. Trotz vieler Werbeeinblendungen und der Konkurrenz durch den ARD-Tatort hat RTL bei der Rückkehr auf die Fußball-Bühne einen Traumstart erwischt. 10,89 Millionen Fans verfolgten im Schnitt am Sonntagabend den 2:1-Sieg von Weltmeister Deutschland gegen Schottland im ersten EM-Qualifikationsspiel.

Von dieser "überwältigenden Quote" hatten die Kölner TV-Macher vor der Premiere kaum zu hoffen gewagt. Für die Rechte haben sie immerhin geschätzte 100 Millionen Euro ausgegeben.

Die Live-Übertragung aus Dortmund übertraf sogar die 10,42 Millionen, die am Mittwoch im ZDF die Neuauflage des WM-Endspiels gegen Argentinien gesehen hatten - trotz Werbepausen!

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"Auf Werbung können wir natürlich nicht verzichten", hatte RTL-Sportchef Manfred Loppe bereits bei der Präsentation des Sendekonzepts erklärt. Die geballte Wucht der Spots nervte dennoch viele Zuschauer, die ansonsten nicht so oft den Sender einschalten.<strong><br /> </strong>

Sogar Bundestrainer Joachim Löw bekam die Macht des Werbemarktes zu spüren!

Als er nach dem Abpfiff zu Moderator Florian König und dem Experten Jens Lehmann ins TV-Studio kam, wurde seine Analyse bereits nach wenigen Sätzen von einem längeren Werbeblock unterbrochen. Löw trank einen Espresso, setzte das Gespräch aber ohne größere Pause fort.

Handelte es sich beim zweiten Teil des Interviews also um eine Aufzeichnung? Nein, sagte RTL via Twitter - zunächst.

 

 

Doch am Montagnachmittag ruderte der Kölner Sender zurück und entschuldigte sich für seinen falschen Tweet:

 

 

Der zweite Teil des Löw-Interviews wurde also aufgezeichnet und den Zuschauern nach sechs Minuten Werbepause als Live-Interview präsentiert.

"Wir mussten die Werbung vor 23 Uhr noch unterkriegen, wollten aber den Bundestrainer nicht so lange warten lassen", erläuterte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer den Zwischenfall.

 

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