Rhea Harder-Vennewald: "Ich möchte keine halbe Mutter sein"

Was bedeutet Muttersein wirklich? Dieser Frage geht "Terra Xplore" am Muttertag nach. Schauspielerin und "Notruf Hafenkante"-Star Rhea Harder-Vennewald spricht mit Moderator Leon Windscheid über Druck, Nähe und ihre eigene Mutter.
(ili/spot) |
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"Terra Xplore: Ist Mama die Beste? Mit Rhea Harder-Vennewald": Schauspielerin Nina Bott spricht mit Psychologe Leon Windscheid und Schauspielkollegin Rhea Harder-Vennewald (r.) über Verantwortung und wie sich der Blick auf die eigene Mutter mit den Jahren verändert.
"Terra Xplore: Ist Mama die Beste? Mit Rhea Harder-Vennewald": Schauspielerin Nina Bott spricht mit Psychologe Leon Windscheid und Schauspielkollegin Rhea Harder-Vennewald (r.) über Verantwortung und wie sich der Blick auf die eigene Mutter mit den Jahren verändert. © ZDF / Marius Fuchtmann

Passend zum Muttertag wird im ZDF die Frage gestellt: Wie sehr prägen uns unsere Mütter wirklich? In der "Terra Xplore"-Folge "Ist Mama die Beste?" geht Psychologe und Moderator Leon Windscheid (37) dieser Frage nach - und trifft dabei unter anderem Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald (50), die seit knapp 20 Jahren in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante" zu sehen und selbst dreifache Mutter ist. Die Sendung läuft am 10. Mai um 17:15 Uhr und ist in der ZDF-Mediathek ebenfalls abrufbar.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt Harder-Vennewald, warum sie sofort zugesagt hat, als die Anfrage kam. "Ich habe mich sehr gefreut, weil es so ein schönes Thema ist, bei dem es mir immer ganz warm ums Herz wird", sagt sie. "Mamas sind der erste Kontakt der Kinder mit der Welt, die auf sie wartet."

"Eine Mama ist der Anfang des Lebens"

Wie stark Mütter das Leben ihrer Kinder prägen, lässt sich für die Schauspielerin nicht relativieren. "Ich denke, dass man diesen Einfluss nicht wegdenken oder wegreden kann", sagt Harder-Vennewald. "Eine Mama ist der Anfang des Lebens und im besten Fall begleitet sie ihr Kind liebevoll und ist lang an seiner Seite."

Auch über ihre eigene Mutter spricht sie offen. "Meine Mama ist eine starke Frau, die ihren Weg gegangen ist", erzählt die gebürtige Ost-Berlinerin. Einen kleinen Wunsch hat sie rückblickend aber doch: "Sie hätte ein wenig mutiger sein sollen, auch mal das zu machen, was sie will. Das kam in ihrem Leben immer zu kurz."

Kein Platz für Perfektionsdruck

Genau dieser Druck, den viele Mütter heute spüren, ist eines der zentralen Themen der "Terra Xplore"-Folge. Die Bindungsforscherin Prof. Dr. Helga Krüger-Kirn macht darin deutlich, dass Mutterliebe kein Naturgesetz ist und überhöhte Ideale Mütter unnötig belasten. Harder-Vennewald hat für sich einen klaren Umgang damit gefunden: "Ich lass' mich nicht unter Druck setzen. Ich weiß, meine Ressourcen einzuschätzen und auch gut mit ihnen umzugehen."

Druck mache nichts besser, im Gegenteil: "Man verzettelt sich und macht die Dinge nur noch halb - und ich möchte keine 'halbe Mutter' sein, ich möchte ganz für meine Kinder da sein." Dass Beruf und Familie trotzdem manchmal kollidieren, gibt sie offen zu. "Ja, manchmal ist das so. Aber kommt man nicht gelegentlich in all seinen Lebensbereichen an seine Grenzen?", fragt sie. "Ich finde es gut so. Man wächst mit seinen Aufgaben und kann besser einschätzen, ob etwas zu realisieren ist oder nicht zu vereinbaren."

Harder-Vennewald hat zwei Kinder mit ihrem Ehemann Jörg Vennewald, den sie 2013 geheiratet hat, sowie einen weiteren Sohn aus einer früheren Beziehung. Was möchte sie ihren Kindern mitgeben? "Die Achtung vor den Dingen und dem Leben. Egal ob Mensch, Tier oder Pflanze", sagt sie. "Sei achtsam zu anderen und Dir selbst gegenüber!"

Nina Bott, das Studioexperiment und ein weiteres Expertengespräch

Neben Harder-Vennewald kommt in der Folge auch ihre Freundin, Kollegin und vierfache Mutter Nina Bott (48) zu Wort, die über ihre eigene belastete Kindheit mit einer suchtkranken Mutter spricht.

Mit der Bindungsforscherin Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll spricht Windscheid zudem darüber, wie Bindung tatsächlich entsteht: dort, wo Menschen verlässlich da sind - unabhängig von Biologie oder Geschlecht.

Außerdem sprechen in einem Studioexperiment zwölf Mütter, Töchter und Söhne aus, was sonst oft ein Leben lang ungesagt bleibt - von Dankbarkeit bis zu Gewalterfahrungen.

Eine pauschale Botschaft an die Zuschauerinnen und Zuschauer hat Rhea Harder-Vennewald bewusst nicht. "Jeder wird das aus dieser 'Xplore'-Folge mitnehmen, was zu seinem Weg und Leben passt. Wir sind alle sehr unterschiedlich und jeder hat eine andere Sicht auf dieses Thema", so die Schauspielerin. Eine Hoffnung formuliert sie aber doch - und sie richtet sich an all jene, die zu hart mit sich ins Gericht gehen: "Vielleicht nehmen die Mamas, die sich unter Druck gesetzt fühlten, ja mit, dass das gar nicht sein muss."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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