Neue TV-Show: Wieviel Raab steckt in Pocher?

Oliver Pocher hat eine neue Show: Mit "Alle auf den Kleinen" kämpft er auf RTL gegen den Quotenschwund des Senders - und erinnert an "Schlag den Raab"  
| Amina Linke
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Topfit startet Oliver Pocher in seine neue Show und nimmt es mit drei Gegnern auf. Das Konzept ähnelt dem von Raabs beliebter Show.
Jörg Carstensen, dpa; RTL / S. Gregorowius Topfit startet Oliver Pocher in seine neue Show und nimmt es mit drei Gegnern auf. Das Konzept ähnelt dem von Raabs beliebter Show.

Oliver Pocher hat eine neue Show: Mit "Alle auf den Kleinen" kämpft er auf RTL gegen den Quotenschwund des Senders - und erinnert an "Schlag den Raab"

Furchterregend, stark, heroisch – Attribute, die man mit Oliver Pocher nicht unbedingt in Verbindung setzen würde. Dennoch versucht sich der 1,73 m große Entertainer nun als Gladiator. „Alle auf den Kleinen“ heißt seine neue Show, die am Freitag erstmal als Testlauf auf RTL zu sehen ist.

Geschlagene vier Stunden dauert der Hochleistungsmarathon, bei dem sich Pocher mit drei Kandidaten in einem aufwändigen Spiele-Parcours duelliert. Da ist gute – physische – Vorbereitung gefragt. In einem Kölner Box- und Fitnessstudio hat sich Pocher deshalb von keinem geringeren als dem einstigen WBA-Superweltmeister Felix Sturm trainieren lassen.

Mit Erfolg. Seine vorher 79 Kilogramm sind mittlerweile einem Kampfgewicht von 69 Kilo gewichen. „Ich bin fit wie nie und sehr zuversichtlich“, sagt Pocher. „Es wird für meine Gegner wirklich schwer, mich zu schlagen.“ Große Worte für den kleinen Mann. Denn bei den Spielen, die zum Teil vor 100 Jahren mal olympische Disziplin waren, dürfen sich die Protagonisten beim Kampf gegen Pocher abwechseln, um Kraft zu sparen.

Wer gewinnt, bekommt ein Preisgeld in Höhe von 100000 Euro. Kein Kindergeburtstag also, wobei manche Einsätze stark an solch einen erinnern. Und nicht nur an den. Verblüffende Ähnlichkeit weist Pochers TV-Klamauk auch mit dem Format „Schlag den Raab“ des Konkurrenzsenders ProSieben auf.

Auch hier treten Kandidaten mehrstündig gegen einen vorlauten Showmaster an. Die beiden Shows hätten überhaupt nichts miteinander zu tun, so allerdings die offizielle Lesart. So findet bei Pocher vor jedem der „lustigen, spannenden und actionreichen“ Spiele eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Vorfahren des 34-Jährigen statt.

Herausfordernde Zukunft: RTL muss auf Neues setzen

Warum? Weil die Zuschauer so „viele witzige und skurrile Fakten aus der jeweiligen Zeit“ erfahren, sagt RTL. Aha. Eine Unterhaltungsshow mit Bildungsauftrag also. Rückt der kriselnde Kölner Sender jetzt etwa von seinem Adenauer-Credo von 1957 „Keine Experimente!“ ab?

Zuletzt jedenfalls wankten die Programm-Säulen bei RTL doch erheblich. Die meisten der ewiggleichen Unterhaltungsshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ büßten im Vergleich zum Vorjahr an Zuschauern ein.

Selbst Pocher attestierte RTL eine herausfordernde Zukunft und sagte im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de: „Es wird schwieriger werden, die Marktanteile zu erreichen, die früher mal möglich waren.“ Vor einem Jahr hätten RTL noch alle gelobt, dass sie verlässlich die bekannten Programme zu bekannten Uhrzeiten spielen, so Pocher. Jetzt werden sie dafür kritisiert. Nun also das Wagnis.

Mit der allgegenwärtigen Sonja Zietlow als Moderatorin an seiner Seite bekommt Pocher die beste Sendezeit: Freitagabend um 20.15 Uhr. Ausnahmsweise – „Wer wird Millionär?“ ist noch in Winterpause. Jedenfalls mal eine bessere Strategie, als immer auf Altbewährt-Langweiliges zu setzen.

Das findet auch Borris Brandt, der Ex-Deutschland-Chef des Fernsehproduktionsunternehmens Endemol. Unlängst sagte er, Billigfernsehen sei auf Dauer für einen großen Sender kein Geschäftsmodell. Ob Pochers „Alle auf den Kleinen“ sich aber als Qualitätsfernsehen profilieren wird, bleibt abzuwarten. Gladiatoren haben ja bekanntlich eher geringere Lebenserwartungen.

„Alle auf den Kleinen“, 4. Januar um 20.15 Uhr, RTL

 

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