Neue "Babylon Berlin"-Staffel im TV: Lohnt sich das Einschalten?
Gereon Rath (Volker Bruch, 46) erwacht nach einer abenteuerlichen Flucht durch Köln und Frankreich mit einer Platzwunde am Kopf in einem Kellerverlies. "Wo sind wir hier?", fragt der Kommissar den dort ebenfalls inhaftierten Journalisten Gustav Heymann (Martin Wuttke, 64). Der antwortet: "Tempelhof, SA-Kaserne, in der Vorhölle."
In ebenjener Vorhölle spielt sich gefühlt der Großteil der fünften und finalen Staffel von "Babylon Berlin" ab. Ab dem 19. September endet nun auch im Ersten das möglicherweise bislang größte und bedeutendste deutsche Serienprojekt, hinter den Kulissen verantwortet von "Lola rennt"-Regisseur Tom Tykwer (61) und seinen beiden Co-Serienmachern Henk Handloegten (58) und Achim von Borries (57).
Und es ist ein schmerzhafter, stellenweise wehmütiger und doch so unvermeidlicher Abschied geworden. Denn "Babylon Berlin" endet, das war schon seit Längerem klar, mit der Machtübernahme der Nazis und Hitlers, also dem Ende von allem, was die Weimarer Republik, die erste deutsche Demokratie, an Freiheiten und Errungenschaften so hervorgebracht hat.
Darum geht es in der finalen Staffel von "Babylon Berlin"
Anfang 1933 ernennt Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Die Nazi-Schergen und willfährigen Helfer wie etwa Oberst Wendt (Benno Fürmann, 54) beginnen sogleich mit der Verhaftung ihrer Gegner und Gegnerinnen.
In der "Roten Burg" genannten Zentrale der Preußischen Polizei werden indes SA-Leute und Nazi-Schergen zuhauf offiziell eingestellt. Auch Kriminalbeamte wie Ernst Gennat (Udo Samel, 73) oder Oberkommissar Böhm (Godehard Giese, 53) sollen so auf (Partei-)Linie gebracht werden. Der diktatorische Überwachungsstaat entsteht.
Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries, 35) und Böhm ermitteln derweil auch in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten, die Verbindungen bis hin in oberste Regierungskreise aufzuweisen scheint. Zu Charlotte Ritters Erschrecken ist Gereon Rath plötzlich nicht mehr aufzufinden...
Deswegen ist das Finale von "Babylon Berlin" sehenswert
Im Finale von "Babylon Berlin", das sei gleich gesagt, ist einiges anders als zuvor. Am Ende geht es in der finalen Staffel nicht mehr so sehr um einen Kriminalfall, sondern um die Auflösung des Rechtsstaats und den Beginn des Nazi-Terrors.
Auch wenn die Historienserie schon immer vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der Weimarer Republik ablief. Jetzt wirkt alles sehr viel verbundener mit den großen, bekannten Entwicklungen und Brüchen des Jahres 1933 wie etwa dem Reichstagsbrand.
Alte Stärken, knappe Staffel
Und doch erzählen die Serienmacher um Tom Tykwer auch in Staffel fünf eine packende, fulminante Geschichte rund um die liebgewonnenen Figuren Charlotte Ritter, Gereon Rath und Co.
Das Finale bietet abwechslungsreiche Schauplätze wie den Karneval in Köln oder das Paris der Exilanten, fesselnde Actionszenen, ergreifende Figurentode und fährt daneben alle Qualitäten auf, die die Historienserie im Lauf der Jahre so unverwechselbar gemacht haben. Sie ist auch weiterhin liebevoll ausgestattet und mit jeder Menge Herz gespielt.
Einziges Manko bleibt da fast - neben dem schon bekannten, bedrückenden Ausgang -, dass die letzte Season mit acht Episoden viel, viel zu kurz ausfällt.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@spot-on-news.de
- Themen:
- Polizei
