Nach Flirt mit Horst Lichter: "Bares für Rares"-Verkäuferin lehnt Angebot ab
"Du hast so schöne Äuglein!" Horst Lichter (64) war in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF) von einer Verkäuferin besonders angetan: "Ein schönes Gemälde, eine bezaubernde Dame", begrüßte der Moderator Maja Zimdars-Kaus (68) zirpend und lobte dann die Augen der Rentnerin: "Die strahlen so schön!"
Verkäuferin Maja versteht zu flirten. "Ich habe ja auch allen Grund zum Strahlen - ich bin hier", gab sie zurück und ließ Lichter verlegen werden: "Ach, komm, hör auf", meinte er. Aber dann wurde es ernst: Würden Lichter, Expertin Bianca Berding und die fünf Händler auch von Majas Auktionsobjekt begeistert sein? Sie hatte ein Gemälde von Walter Pistor dabei.
"Leider muss ich sagen, dass ich da keine Freude bekomme"
Expertin Berding wusste viel zu sagen. Zwar sei der Maler Pistor ein unbekannterer, das Gemälde aber schön, leider mit leichten Beschädigungen und mit Krakelee überzogen, allerdings von einem pompösen Rahmen gehalten. "Der macht was her." Sie datierte das Werk auf die Zeit zwischen 1880 und 1890 - und auf einen Wert von 400 bis 600 Euro. Maja wünschte sich 500.
"Oooh", reagierte Liza Kielon, als Julian Schmitz-Avila Majas Gemälde im Händlerraum enthüllte. Aber die Händler waren zurückhaltend. Als Schmitz-Avila mit 150 eröffnete, überbot er sich gleich mit 200 selbst, weil die anderen schwiegen. Walter Lehnertz lehnte ab: "Das ist nix für mich, das ist zu düster."
Auch bei Jos van Katwijk zündete kein Funke. "Leider muss ich sagen, dass ich da keine Freude bekomme, wenn ich das anschaue." Das auf dem Gemälde gezeigte Kind, laut wahrscheinlichem Titel "Der kleine Schornsteinfeger", schaute dem Händler zu traurig drein. Da riss es auch die dreifarbige Glückskatze nicht raus, die dem Kind zu Füßen sitzt.
Würden 300 Euro passen, fragte Schmitz-Avila, aber Maja war nicht zufrieden. "Das wäre mir zu wenig." Es ging niemand drüber, auch weil das Bild mit zu viel Krakelee überzogen war. "Du musst da noch viel Arbeit reinstecken", meinte Kielon. Elisabeth Nüdling riet: "Sie müssen nicht verkaufen, wenn Ihr Herz dran hängt."
Maja nahm ihr Bild wieder mit. "Vielleicht hab ich damit noch eine andere Chance." Darüber, dass der Deal platzte, war sie nicht enttäuscht. "Es ist halt alt und nicht mehr hundertprozentig in Ordnung", sagte sie und nahm es lachend mit Humor: "Damit kann ich leben, ich werd auch nicht schöner und krieg hier so kleine Falten."
"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung
Severine Löwe-Manner (43) stellte eine Keramik-Kanne vor. Ihre Mutter kaufte sie einst auf dem Flohmarkt für "höchstens fünf Euro". Allerdings könnte die Schenkkanne mehr wert sein, meinte Expertin Bianca Berding. "Die ist schon toll, da ist was los", sagte sie. Sie ordnete das Stück dem französischen Künstler Jean Lurçat, einem Zeitgenossen und Freund Picassos, zu.
Die Kanne wurde um 1955 geschaffen, sagte Berding. Sie schätzte einen Wert zwischen 1.400 und 1.800 Euro, deutlich über dem Wunsch der Verkäuferin, der bei 500 Euro lag. Obwohl Walter Lehnertz sein berüchtigtes Gebot von 80 Euro gleich verdoppelte, hatte er keine Chance. Am Ende erstand Julian Schmitz-Avila die "exzeptionelle Karaffe".
"Wir sammeln alles, was Blech ist", sagten Gisa und Knut Görrissen aus Lemwerder bei Bremen. Aber sie brauchten Platz für Neues und wollten daher eine Präsentationskiste der Kaffeefirma Klipp aus der deutschen Kaffeestadt Bremen verkaufen. Fachmann Detlev Kümmel taxierte sie aus den 1930er- oder 1940er-Jahren und auf einen Wert bis zu 120 Euro. Klappt das?
Obwohl Walter Lehnertz als der Oberkaffeetrinker geoutet wurde (Schmitz-Avila: "Suchtmensch!"), stieg er eher widerwillig und traditionell als "80-Euro-Waldi" ein. Dann ging er im Bieterduell mit Liza Kielon sogar auf 160, wurde aber von ihr übertrumpft. Ehepaar Görrissen war über die 170 Euro glücklich. Kielon freute sich: "Ich find die Kiste unfassbar cool."
Bei Chayleen und ihrer Oma Jutta wurde es blaublütig. Jutta legte einen Wappenring vor, der von ihrer Schwiegermutter stammte. Die bekam ihn von ihrem Ehemann, einem Grafen aus dem Adelsgeschlecht Wassilko von Serecki. Fachmann Patrick Lessmann wusste: Das Adelsgeschlecht stammt aus dem 11. Jahrhundert, das vorgelegte Wappen aus dem späten 19. Jahrhundert. Und der Ring?
Elisabeth Nüdling machte den Deal! Den Ring, der alleine einen Goldwert von fast 1.100 Euro hatte, ersteigerte sie - gegen den kurzen Widerstand von Schmitz-Avila - für 1.300 Euro. Das entsprach exakt der Expertise von Patrick Lessmann. Auch wenn der Erlös 200 Euro unter dem Wunschpreis lag, holte Enkelin Chayleen zufrieden das Geld ab.
"Da ist eine Kiste zum Aufklappen, da sind so dicke Chinesen draufgemalt und komische Dinger, da musste immer zwei von haben." Walter Lehnertz war ein bisschen ratlos. Hinter dem Auktionsobjekt verbarg sich eine Waka-Sammlung mit je einem zweigeteilten Gedicht von 100 japanischen Dichtern, die zu einem traditionellen Lernspiel verarbeitet wurde.
Karl Rath kaufte das Holzkartenspiel in Tokio und wünschte sich "einen Waldi", also 80 Euro. Der erfüllte prompt den Wunsch. Danach trieb er Schmitz-Avila bis 170 Euro hoch. Dann stieg er aus und sagte zu Rath: "Kannst 'Danke, Waldi' sagen - hol dir die Kohle." Der Verkäufer kassierte bei Schmitz-Avila ab und dankte auf Japanisch: "Domo Arigato".
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