"Mensch Mutti": Frida-Lovisa Hamann als Primaballerina in der Provinz

Die Koffer sind eigentlich nur für einen Tag gepackt. Doch aus einem kurzen Abstecher in die sachsen-anhaltische Provinz wird in "Mensch Mutti" (29. Mai, 20:15 Uhr, Das Erste) eine Geschichte über das, was man zurücklässt - und was einen trotzdem nie loslässt. Die Berlinerin Frida-Lovisa Hamann (geb. 1990) spielt die Primaballerina Serafina Hopp, die in Paris gefeiert wird. Als ihr Vater stirbt, steht sie plötzlich wieder dort, wo alles angefangen hat.
Serafina ist 32, erfolgreich, weltgewandt - und in ihrer Heimat so fremd wie eine gebürtige Französin es wäre. Ihre Mutter Christa (Steffi Kühnert), eine DDR-Kaderturnerin mit dem Charme einer Trainerin alter Schule, schleppt sich mit ihrem Fitnessstudio durch schwierige Zeiten. Schwester Daniela (Lucie Heinze), von Beruf Kfz-Mechanikerin und in keiner Weise gewillt, sich etwas sagen zu lassen, hat die Sache längst selbst in die Hand genommen. Serafina, die meint zu helfen, stört zunächst nur den Betrieb.
Im Mittelpunkt des Films von Regisseurin Christine Rogoll nach dem Drehbuch von Constanze Behrends und Lena Gouverneur bleibt die Frage, die jeder kennt, der irgendwann einmal weggegangen ist: Was ist das eigentlich für ein Leben, das ich mir aufgebaut habe - und was habe ich dafür aufgegeben?
Hamann zwischen Burgtheater, "Charité" und Kinoleinwand
Frida-Lovisa Hamann studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin und gehört seit 2013 dem Ensemble des renommierten Wiener Burgtheaters an. Im Kino spielte sie neben Friederike Becht in dem Psychothriller "Die Vierhändige" (2017). 2020 war sie in Oskar Roehlers Fassbinder-Biopic "Enfant Terrible" als Hanna Schygulla zu sehen.
Einem größeren Fernsehpublikum wurde Hamann 2019 durch die zweite Staffel der erfolgreichen Krankenhaus-History-Serie "Charité" bekannt. Frida-Lovisa Hamann verkörperte darin die pflichtbewusste, ehrgeizige und ideologisch überzeugte NS-Krankenschwester Christel im Berlin der Jahre 1943 bis 1945. Eine gewöhnliche Klinikangestellte, die in das NS-System eingebunden war - trotz persönlicher Widersprüche und moralischer Grauzonen.
Zuletzt drehte Hamann für das Fernsehen die allesamt 2024 erschienenen norddeutschen Krimis "Nord Nord Mord", "Friesland" und "Wendland". Mit der TV-Komödie "Mensch Mutti" feiert sie nun sozusagen ein kleines TV-Comeback, an dessen Ende ihre Serafina sich entscheiden muss: Paris oder Provinz, Rampenlicht oder Familie?