MDR pausiert "Tatort"- und "Polizeiruf"-Produktionen für drei Jahre
Die Sparmaßnahmen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) betreffen auch beliebte Krimireihen wie "Tatort" und "Polizeiruf 110": Die Produktion neuer Episoden wird für drei Jahre ausgesetzt. Diese Maßnahme stellte MDR-Intendant Ralf Ludwig am Montag dem Rundfunkrat vor.
Bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Krimis sollen weiterhin produziert und ausgestrahlt werden - mittelfristig dürfte aber spürbar weniger Nachschub aus dem MDR-Gebiet kommen. Erst Ende März hatte der MDR-Rundfunkrat der Produktion eines neuen MDR-"Tatorts" aus Dresden zugestimmt. Damals hieß es, die Dreharbeiten für den Film mit dem Titel "Löschen" sollen Ende Mai 2026 beginnen, die Ausstrahlung im Ersten sei für 2027 geplant.
Vor wenigen Monaten hatte der Sender zudem das Ende des "Polizeirufs" in Halle mit Peter Kurth und Peter Schneider verkündet, was angesichts guter Kritiken und Quoten für Verwunderung gesorgt hatte. Nun zeigt sich, wie weit der Sparkurs reicht.
"Entscheidungen beileibe nicht leicht gemacht"
"Wir haben uns die Entscheidungen beileibe nicht leicht gemacht und wir würden uns die Situation gewiss auch anders wünschen. Aber Fakt ist: wäre die aus unserer Sicht rechtmäßige moderate Anhebung des Rundfunkbeitrags seit 1.1.2025 so umgesetzt worden, wie von der KEF empfohlen und wie im Verfahren vorgesehen, müssten wir diesen nun einschneidenden Weg nicht gehen. Doch die Realität lässt uns keine andere Wahl", wird Ludwig in einer Pressemitteilung zitiert.
Weitere Einschnitte bei Podcasts und Social Media
Die Krimi-Pause ist nur ein Teil des Sparpakets. Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Sendung "MDR um 2" zum Jahresende eingestellt wird - ein Nachfolgeformat ist geplant, aber nicht mehr im linearen Programm. Das "ARD Mittagsmagazin", erst 2024 nach Leipzig geholt, gibt der Sender im kommenden Jahr an den NDR ab. Der Radiosender MDR Sputnik sendet ab 2027 nicht mehr über UKW.
Die Social-Media-Aktivitäten sollen um rund 30 Prozent reduziert werden. Podcasts mit weniger als 6.000 Hörerinnen und Hörern pro Monat werden eingestellt. Ausgenommen sind Angebote, die in besonderem Maße dem öffentlich-rechtlichen Auftrag dienen. An einer Stelle will der Sender trotz Sparkurs aber ausbauen: Die drei eigenständigen Landesmagazine um 19 Uhr sollen ab dem kommenden Jahr auch an Feiertagen im MDR-Fernsehen zu sehen sein.
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