Jan Hofer lüftet "Tagesschau"-Geheimnis in MDR-Talkshow

Ex-Tagesschausprecher Jan Hofer (76) hält es nicht mehr zu Hause. Obwohl ihn sein zehnjähriger Sohn in seiner Wahlheimat Mallorca in Schwung hält, hat Hofer in der nächsten Zeit einiges vor. Dazu kommt er ausgerechnet in der kalten Jahreszeit zurück nach Deutschland.
Ab Mitte November zeigt er beim Shoppingsender HSE eine mit ihm entworfene Collection mit Kleidungsstücken für den Mann, der nicht mehr so ganz flippig rumlaufen will. Und rumliegen. Denn einen Pyjama haben seine Modedesigner auch gleich entwickelt.
Doch ein anderes Projekt liegt ihm genau so am Herzen: Jan Hofer geht auf die Bühne. Dort erzählt er, wie Nachrichten funktionieren - und früher funktioniert haben. "Ich habe angefangen in einer Zeit, wo es noch kein Fax gab. Heute wissen viele junge Leute nicht einmal, was ein Fax war", erzählt Hofer am Freitagabend in der MDR-Talkshow "Riverboat".
"Darum haben wir vieles damals nicht mitbekommen"
Ein besonderes Problem in der heutigen Zeit seien Fakenews, sagt Hofer. Wie man sie erkennt, will er auch in seinem Bühnenprogramm erzählen. "Da gibt es zunächst ein Bauchgefühl", erklärt er. "Wenn man das Gefühl hat, ob das wohl richtig ist, was da steht, dann sollte man wirklich mal nachfragen. Und das kann man machen."
Auf vielen Internetseiten von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern gibt es zum Beispiel Faktenchecks, die Zuschauer besuchen können. Außerdem: "Bei Bildern kann man über die Rückwärtssuche von Google feststellen, ob ein Bild verändert worden ist, wie das Original gewesen ist. Das Problem ist: Man muss wissen, wie man es macht", sagt der Journalist. Und das erklärt Jan Hofer in seinem Bühnenprogramm.
Natürlich erzählt er auch über seine lange Zeit bei der "Tagesschau" und wie man Nachrichten gemacht hat, ohne Satelliten oder Handys zu haben, vom Internet ganz zu schweigen. So mussten früher Berichte von der anderen Seite der Welt lange geschnitten und dann mit dem Flugzeug von dort nach Hamburg geflogen werden.
"Dort gab es bis in die 1990er-Jahre eine Motorradstaffel, die solche Filme vom Flughafen abgeholt haben, damit die schnell eingebaut werden konnten", lüftet Jan Hofer ein kleines Geheimnis, das viele so noch nicht kannten. "Darum haben wir vieles damals nicht mitbekommen." Heute ist das anders. Innerhalb von Sekunden können wir uns durchs Internet aktuell informieren lassen. Darüber will Hofer sprechen in seinem neuen Programm. Und er stellt die Frage: Ist das wirklich immer zu unserem Besten?